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16.08.2017 14:00

B&G Group: Schwer verdauliche Einkaufstour

Aktien aus dem Nahrungsmittel-Bereich stehen bei vielen Income-Investoren ganz oben auf der Einkaufsliste. Gegessen wird schließlich immer – so dass Umsätze, Erträge und Dividenden über die Zeit mindestens im Rahmen der Inflationsrate steigen sollten. Doch wie im Supermarkt sollte man auch an der Börse nicht wahllos zugreifen. Das zeigt das Beispiel der US-Firma B&G Foods.

Aktien aus dem Nahrungsmittel-Bereich stehen bei vielen Income-Investoren ganz oben auf der Einkaufsliste. Gegessen wird schließlich immer – so dass Umsätze, Erträge und Dividenden über die Zeit mindestens im Rahmen der Inflationsrate steigen sollten. Doch wie im Supermarkt sollte man auch an der Börse nicht wahllos zugreifen. Das zeigt das Beispiel der US-Firma B&G Foods.

Mit einem Umsatz von in diesem Jahr wohl 1,65 Mrd. US-Dollar gehört das Unternehmen zu den kleineren Vertretern der von Milliardenkonzernen wie Nestlé, KraftHeinz, Unilever oder Mondelez dominierten Branche. Und das, obwohl B&G in den letzten Jahren kräftig expandiert hat: Durch eine ganze Reihe von Zukäufen wurde das Geschäftsvolumen binnen zehn Jahren fast vervierfacht. Im Fresskorb tummeln sich nun mehr als drei Dutzend Marken, die hierzulande kaum einer kennt – von Ortega-Tacos und Mama Mary’s Pizza über Maple Grove-Ahornsirup und Skinnygirl-Salatdressings bis hin zu Don Pepino-Tomatenmark.

Die Skaleneffekte im Vertrieb sind unbestritten, allerdings geht die Einkaufstour kräftig ins Geld. Der Verschuldungsgrad liegt über 50%. Nicht von ungefähr musste B&G eine im Frühjahr aufgelegte Anleihe über 500 Mio. US-Dollar mit einem Kupon von 5,25% würzen, um genügend Abnehmer zu finden. Dennoch wird fleißig Dividende gezahlt. Zuletzt stehen immerhin sieben Anhebungen in Folge zu Buche – mit zweistelliger Dynamik.

Dumm nur, dass die Gewinne das nicht hergeben. Die durchschnittliche Ausschüttungsquote liegt selbst auf Basis bereinigter Ergebnisse jenseits von 100%. Es wird also Jahr für Jahr an der Substanz geknabbert, was natürlich nicht ewig gut gehen wird – irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft muss der nächste Ertragssprung kommen oder die Ausschüttung ist nicht zu halten. Dieses Misstrauen spiegelt sich auch in der aktuellen Rendite wider: Wo 6,1% draufstehen, muss Risiko drin sein. Wer relativ entspannte Erträge sucht, lässt die Aktie links liegen.

B&G FOODS INC DividendenAdel-Profil

Christian W. Röhl ist Unternehmer und Kapitalmarkt-Stratege – vor allem aber Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet. Einblicke in seinen Investment-Alltag gibt der Autor des manager magazin-Bestsellers „Cool bleiben und Dividenden kassieren“ in Vorträgen und Seminaren sowie auf seinem Blog DividendenAdel und bei Twitter (@CWRoehl).

Das DividendenAdel-Profil und der Kommentar sind zum angegebenen Datum auf Basis der zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Informationen erstellt und hernach nicht aktualisiert worden. Sämtliche Inhalte nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Genauigkeit. Die Inhalte dienen im übrigen nur der Information und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der erwähnten Wertpapiere dar. Keinerlei Haftung für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden.

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Christian W. Röhl ist Unternehmer, Kapitalmarkt-Stratege – und Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet. Einblicke in seinen Investment-Alltag gibt der Autor des manager magazin-Bestsellers "Cool bleiben und Dividenden kassieren" auf seinem Blog DividendenAdel sowie in Vorträgen und Workshops.

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