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25.08.2017 14:00

Cardinal Health: Burggraben mit Margendruck

Cardinal Health ist der größte Medikamenten-Großhändler der USA. Die 37.000 Mitarbeiter des Unternehmens beliefern mehr als 25.000 Apotheken und knapp 70% aller Krankenhäuser mit pharmazeutischen Produkten. Diese starke Marktstellung lässt sich durchaus als „Burggraben“ im Sinne der Prinzipien von Warren Buffett interpretieren. Allerdings ist die Investment-Ikone aus Omaha nicht bei Cardinal Health engagiert – obwohl die im Leitindex S&P 500 enthaltene Aktie günstig zu haben ist und zuverlässig Dividende zahlt.

Cardinal Health ist der größte Medikamenten-Großhändler der USA. Die 37.000 Mitarbeiter des Unternehmens beliefern mehr als 25.000 Apotheken und knapp 70% aller Krankenhäuser mit pharmazeutischen Produkten. Diese starke Marktstellung lässt sich durchaus als „Burggraben“ im Sinne der Prinzipien von Warren Buffett interpretieren. Allerdings ist die Investment-Ikone aus Omaha nicht bei Cardinal Health engagiert – obwohl die im Leitindex S&P 500 enthaltene Aktie günstig zu haben ist und zuverlässig Dividende zahlt.

Bereinigt um zwischenzeitliche Kapitalmaßnahmen gehört Cardinal Health sogar zum erlauchten Kreis der Dividenden-Aristokraten. Will heißen: Mehr als 25 Anhebungen in Serie – und zwar mit durchschnittlichen Jahresraten, die über fünf, zehn und 25 Jahre dick im zweistelligen Prozentbereich liegen. Das sieht man nicht allzu oft, schon gar nicht in Kombination mit einer nahezu idealtypischen Ausschüttungsquote.

Im Schnitt werden derzeit knapp 50% der Erträge an die Aktionäre ausgekehrt, wobei die Gewinne nicht ganz so stetig fließen, wie man das im Healthcare-Segment vielleicht erwarten würde. Auf Jahresbasis war der Überschuss seit 2008 fünfmal rückläufig. Einige Rücksetzer resultieren zwar aus Sonderfaktoren, dennoch bleibt ein generelles Problem: Die Großhandelsmargen sind so schmal, dass bereits geringe Umsatzeinbußen oder marginale Zugeständnisse an Kunden und Lieferanten voll auf die Bilanz durchschlagen.

Dass Cardinal Health trotz des moderaten Payouts auf eine Dividendenrendite von 2,8% kommt und an der Wall Street nur mit dem 13-fachen der für die nächsten zwölf Monate erwarteten Gewinns bezahlt wird, hat also durchaus Gründe. Auch wenn die Dividende auf absehbare Zeit gesichert sein sollte – weil der Margendruck hoch bleiben dürfte, drängt sich ein Engagement nicht auf. 

CARDINAL HEALTH DividendenAdel-Profil

Christian W. Röhl ist Unternehmer und Kapitalmarkt-Stratege – vor allem aber Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet. Einblicke in seinen Investment-Alltag gibt der Autor des manager magazin-Bestsellers „Cool bleiben und Dividenden kassieren“ in Vorträgen und Seminaren sowie auf seinem Blog DividendenAdel und bei Twitter (@CWRoehl).

Das DividendenAdel-Profil und der Kommentar sind zum angegebenen Datum auf Basis der zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Informationen erstellt und hernach nicht aktualisiert worden. Sämtliche Inhalte nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Genauigkeit. Die Inhalte dienen im übrigen nur der Information und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der erwähnten Wertpapiere dar. Keinerlei Haftung für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden.

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Christian W. Röhl ist Unternehmer, Kapitalmarkt-Stratege – und Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet. Einblicke in seinen Investment-Alltag gibt der Autor des manager magazin-Bestsellers "Cool bleiben und Dividenden kassieren" auf seinem Blog DividendenAdel sowie in Vorträgen und Workshops.

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