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23.08.2017 22:24

Deutsche Post: Was lange währt...

Mit einem Plus von 25% gehört die Deutsche Post zu den besten DAX-Aktien der letzten zwölf Monate. Dazu beigetragen haben dürfte auch der Hype um den „Streetscooter“. Zwar ist der Umsatzbeitrag des Elektro-Lieferwagens (noch) marginal, die positive Image-Wirkung dafür umso größer. Erfreulicherweise kann die Post aber nicht nur mit einer griffigen Story, sondern auch mit guten Zahlen aufwarten – und mit einer Dividende auf Rekordniveau.

Mit einem Plus von 25% gehört die Deutsche Post zu den besten DAX-Aktien der letzten zwölf Monate. Dazu beigetragen haben dürfte auch der Hype um den „Streetscooter“. Zwar ist der Umsatzbeitrag des Elektro-Lieferwagens (noch) marginal, die positive Image-Wirkung dafür umso größer. Erfreulicherweise kann die Post aber nicht nur mit einer griffigen Story, sondern auch mit guten Zahlen aufwarten – und mit einer Dividende auf Rekordniveau.

Bis dahin war’s allerdings ein weiter Weg, denn die alte Bestmarke datierte aus dem Jahr 2008. Danach war erst einmal Restrukturierung angesagt, wobei es immer wieder Rückschläge gab: 2011, 2014 und 2015 verzeichnete der anno 2000 privatisierte Ex-Monopolist, an dem die bundeseigene KfW Bank heute noch gut 20% hält, rückläufige Überschüsse. Die Aktionäre wurden dennoch zuverlässig bedient. Seit der Kürzung 2009 hat der Konzern die Dividende nicht mehr gesenkt, stattdessen gab es fünf Anhebungen – zuletzt um satte 23%.

Dieses Plus sollte man nicht in die Zukunft fortschreiben. Ein knapp zweistelliges Plus sollte der Post jedoch auch in den nächsten Jahren gelingen. Denn während das Briefgeschäft schrumpft, profitiert der Logistik-Riese vom E-Commerce – was online bestellt wird, muss „onland“ geliefert werden. Der Wettbewerb nimmt zwar auch in diesem Wachstumsmarkt zu, nicht zuletzt durch den Zustelldienst von Amazon. Doch abseits der Metropolregionen ist die Deutsche Post mit ihrer Infrastruktur nach wie vor sehr dominant.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Rendite. Bei einer idealtypischen Ausschüttungsquote von um die 50% lockt die „Aktie gelb“ mit 3,3%. Das KGV liegt bei 15, was für ein tendenziell zyklisches Geschäft natürlich auch keine Schnäppchen-Bewertung mehr ist. Der Rivale UPS wird indes mit dem 19-fachen der für die nächsten zwölf Monate erwarteten Gewinne gehandelt. Aus dieser Perspektive hat die Post also durchaus noch Potential. Ob der einstige Staatskonzern qualitativ wirklich in einer Liga mit UPS oder FedEx spielt und seine Dividende wie die US-Wettbewerber auch in konjunkturell schwierigen Zeiten stabil halten kann (und will), wird sich allerdings erst in der nächsten Krise zeigen. 

DEUTSCHE POST-RG DividendenAdel-Profil

Christian W. Röhl ist Unternehmer und Kapitalmarkt-Stratege – vor allem aber Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet. Einblicke in seinen Investment-Alltag gibt der Autor des manager magazin-Bestsellers „Cool bleiben und Dividenden kassieren“ in Vorträgen und Seminaren sowie auf seinem Blog DividendenAdel und bei Twitter (@CWRoehl).

Das DividendenAdel-Profil und der Kommentar sind zum angegebenen Datum auf Basis der zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Informationen erstellt und hernach nicht aktualisiert worden. Sämtliche Inhalte nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Genauigkeit. Die Inhalte dienen im übrigen nur der Information und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der erwähnten Wertpapiere dar. Keinerlei Haftung für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden.

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Christian W. Röhl ist Unternehmer, Kapitalmarkt-Stratege – und Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet. Einblicke in seinen Investment-Alltag gibt der Autor des manager magazin-Bestsellers "Cool bleiben und Dividenden kassieren" auf seinem Blog DividendenAdel sowie in Vorträgen und Workshops.

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