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09.08.2017 15:39

Deutschland abgehängt: Schweizer Dividendenzahler ist der Biotech-Primus

Nicht einmal die milliardenschweren Finanzspritzen von SAP-Gründer Dietmar Hopp konnten bislang etwas dagegen ausrichten, dass Deutschland in der Biotechnologie allenfalls Regionalliga spielt. Das zeigt sich auch an der Performance: Wer sein Depot seit 2004 immer zum Jahresanfang mit den jeweils fünf größten deutschen Biotech-Aktien bestückt hat, liegt heute 12% im Minus. Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft BB Biotech hat das Vermögen ihrer Aktionäre derweil verzehnfacht – auch dank gesunder Dividenden.

Wenn eine Aktiengesellschaft die Hälfte ihres Grundkapitals verloren hat, zwingt das Aktiengesetz den Vorstand zu einer so genannten Verlustanzeige. Die kam gestern von der Berliner Epigenomics AG – mit einem Börsenwert von knapp 100 Mio. auch nach dem jüngsten Kurssturz immerhin eine der zehn größten Biotech-Firmen auf dem deutschen Kurszettel.

Deutsche Biotechs auch bei der Performance ganz hinten

Doch was heißt das schon? Alle 18 hierzulande börsennotierten Biotech-Klitschen… ähm, Unternehmen bringen zusammen gerade einmal 5 Mrd. Euro auf die Waage – geringfügig mehr als die beiden kleinsten Firmen des 30 Werte umfassenden NYSE/Arca Biotechnology Index, der als wichtigstes Barometer der Branche gilt.

BB BiotechNicht einmal die milliardenschweren Finanzspritzen von SAP-Gründer Dietmar Hopp konnten bislang etwas dagegen ausrichten, dass Deutschland in der Biotechnologie allenfalls Regionalliga spielt. Das zeigt sich auch an der Performance: Wer sein Depot seit 2004 immer zum Jahresanfang mit den jeweils fünf größten deutschen Biotech-Aktien bestückt hat, liegt heute 12% im Minus. Der NYSE/Arca Biotech Index, im Börsenjargon nur BTK genannt, hat sich derweil auf Euro-Basis mehr als verachtfacht.

BB Biotech schlägt sogar den legendären BTK

Noch besser sind Anleger mit BB Biotech gefahren. Die Aktie der Beteiligungsgesellschaft kommt sogar auf mehr als 1000% Plus. Inklusive Dividenden übrigens, denn abgesehen von zwei Ausfällen (2003/2012) haben die Schweizer seit 2001 jedes Jahr ausgeschüttet. Rein formal reicht das natürlich nicht für den DividendenAdel. Doch BB Biotech ist ja ohnehin keine klassische AG, sondern wird von Bloomberg als sog. „Closed-end Fund“ eingestuft – als Investmentfonds mit fixem Kapital, also ohne den aus ständigen Mittelflüssen resultierenden Kauf- und Verkaufsdruck.

Closed-end Fund mit einer Prise DividendenAdel

Im Portfolio stecken momentan Anteile an 33 börsennotierten Biotech-Firmen, darunter mit der dänischen Novo Nordisk sogar reinrassiger DividendenAdel. Die meisten Unternehmen schütten allerdings noch nicht aus, sondern stecken den gesamten Cash Flow in die Forschung. Die Dividende von BB Biotech speist sich deshalb vorwiegend aus den Gewinnen die beim Verkauf von Positionen anfallen – so wie im 2. Quartal 2017, als die Schweizer BB-Beteiligung Actelion von Johnson & Johnson übernommen wurde.

BB BIOTECH -REG DividendenAdel-ProfilAktives Management kann also funktionieren

Für Income-Investoren ohne Biotech-Studium, die weder die einzelnen Firmen verstehen noch wild herumzocken wollen, sondern bloß ein diversifiziertes Investment in einen der wenigen echten Megatrends unserer Zeit suchen, ist BB Biotech fast schon ein „Must have“. Nicht nur wegen der grandiosen Historie und der attraktiven Dividendenrendite von aktuell 5,0% – auch als Beispiel dafür, dass aktives Management in der richtigen Struktur eben doch funktionieren kann. Denn selbstverständlich ist das nicht: Der auch in Deutschland zum Vertrieb zugelassene und bei vielen Beratern sehr beliebte Pictet Biotech Fonds etwa hat in den letzten knapp 14 Jahren nicht einmal die Hälfte der Wertentwicklung von BB Biotech erwirtschaftet.

Christian W. Röhl ist Unternehmer und Kapitalmarkt-Stratege – vor allem aber Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet. Einblicke in seinen Investment-Alltag gibt der Autor des manager magazin-Bestsellers „Cool bleiben und Dividenden kassieren“ in Vorträgen und Seminaren sowie auf seinem Blog DividendenAdel und bei Twitter (@CWRoehl).

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