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23.03.2017 15:12

DSW-Liste der Kapitalvernichter: Dividendenqualität schützt vor Verlusten

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW) hat heute die schlimmsten Kapitalvernichter am deutschen Aktienmarkt gekürt. Unter den Flops finden sich neben viel lästigem Bodensatz auch prominente Namen. Doch Kursverluste von 75% in fünf Jahren sind vermeidbar gewesen – mit den DividendenAdel-Kriterien, systematischer Aktienauswahl und konsequentem Risikomanagement. Nur bei Bilfinger hat unser Warnsystem nicht rechtzeitig reagiert.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW) hat heute die schlimmsten Kapitalvernichter am deutschen Aktienmarkt gekürt. Unter den Flops finden sich neben viel lästigem Bodensatz auch prominente Namen wie Air Berlin, Aixtron, Biotest, Boss, ElringKlinger, SMA Solar oder Tom Tailor sowie drei DAX-Riesen (Deutsche Bank, E.ON, RWE).

48 Kapitalvernichter waren nie Dividendenadel

Doch Kursverluste von 75% in fünf Jahren wären vermeidbar gewesen, etwa durch konsequente Fokussierung auf nachhaltige Ausschüttungsqualität. Denn 48 von den 50 Firmen, die jetzt auf der „schwarzen Liste“ stehen, sind Anfang 2012 – zu Beginn des von den Anlegerschützern betrachteten Zeitraums – an mindestens einer Ecke unseres „Magischen Vierecks“ hängen geblieben.
 

DividendenAdel Profil BilfingerDer einzige echte Reinfall aus dem DividendenAdel 2012 war Bilfinger. Der Bau- und Infrastruktur-Konzern, in der DSW-Liste auf Platz 23 geführt, hat unsere Kriterien erst drei Jahre später nicht mehr erfüllt und notierte zu diesem Zeitpunkt schon 30% im Minus. Auch wenn es danach noch schlimmer gekommen ist – hier hat das Frühwarnsystem versagt.

DividendenAdel Profil Gerry WeberAnders bei Gerry Weber, laut DSW Kapitalvernichter Nummer 19. Zwar war auch das Modelabel aus Westfalen Anfang 2012 noch DividendenAdel. Doch wer Anfang 2015 ausgestiegen ist, als die Aktie erstmals eine Hürde gerissen hat (Dividende im Vorjahr NICHT erhöht), kam mit einem blauen Auge davon. Der Kurs lag damals ungefähr auf demselben Niveau wie drei Jahre zuvor, der große Ausverkauf startete erst einige Monate später.

Fundamentales Risikomanagement bewährt sich

Fundamentales Risikomanagement – systematische Qualitäts-Filter bei der Aktienauswahl plus konsequenter Ausstieg, wenn die Kriterien nicht mehr erfüllt werden – macht sich also bezahlt. Mehr zur aktuellen Ausschüttungsqualität am deutschen Aktienmarkt dann nächste Woche Donnerstag, wenn wir gemeinsam mit DSW-Frontmann Marc Tüngler und FOM-Dekan Prof. Dr. Eric Frère die 8. Auflage der Dividendenstudie Deutschland präsentieren.

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Christian W. Röhl
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