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28.08.2017 14:00

Harley-Davidson: Easy Rider kommt nicht mehr in Gang

Louis Vuitton, Hermès, Ferrari: Ikonische Marken sind zumeist auch grandiose Investments. Doch es gibt auch Ausnahmen wie Harley-Davidson. Während die spätestens durch den 1969 abgedrehten Film „Easy Rider“ zur Legende gewordenen Zweiräder nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben, macht die Aktie der Traditionsfirma aus Milwaukee auf der Langstrecke wenig Spaß. Der Kurs dümpelt mehr als ein Drittel unterhalb der vor der Finanzkrise erreichten Bestmarken – und liefert damit ein ziemlich exaktes Spiegelbild der fundamentalen Situation.

Louis Vuitton, Hermès, Ferrari: Ikonische Marken sind zumeist auch grandiose Investments. Doch es gibt auch Ausnahmen wie Harley-Davidson. Während die spätestens durch den 1969 abgedrehten Film „Easy Rider“ zur Legende gewordenen Zweiräder nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben, macht die Aktie der Traditionsfirma aus Milwaukee auf der Langstrecke wenig Spaß. Der Kurs dümpelt mehr als ein Drittel unterhalb der vor der Finanzkrise erreichten Bestmarken – und liefert damit ein ziemlich exaktes Spiegelbild der fundamentalen Situation.

Denn seit 2007 ist das Geschäft nicht mehr richtig in Gang gekommen. Vor zehn Jahren lag der Umsatz leicht über 6 Mrd. US-Dollar, im letzten Jahr ein bisschen darunter – und in der laufenden Rechnungsperiode könnte sogar die Fünf-Milliarden-Marke nach unten durchbrochen werden. Ähnlich die Entwicklung der Gewinne, die unter erratischen Schwankungen von über 900 Mio. US-Dollar in 2007 auf zuletzt unter 700 Mio. US-Dollar gefallen sind.

Keine Spur also vom großen Boom und der Kauflust der „Best Ager“, die sich – sobald die Kinder aus dem Haus sind – einen teuren Jugendtraum erfüllen und auf einer Harley-Davidson in den Sonnenuntergang brettern. Stattdessen eine Restrukturierung nach der anderen. Immerhin wurde bei der Dividende Gas gegeben: Seit der geharnischten Kürzung 2009 gab’s sieben Anhebungen in acht Jahren und mit aktuell 0,37 US-Dollar je Aktie ist die Ausschüttung höher als je zuvor.

Anders als viele Unternehmen, die trotz stockender Geschäfte steigende Dividenden zahlen, hat Harley-Davidson den Payout noch nicht ausgereizt. Ausgeschüttet wird nur knapp ein Drittel der Gewinne. Man könnte also durchaus noch einige Jahre am Business herumschrauben, bevor die Aktionäre darunter leiden müssten. Ganz und gar nicht entspannt ist dagegen die mit einer Debt-to-Asset-Ratio von 68% absurd hohe Verschuldung des Konzerns. Für die damit einhergehenden Risiken stellt die Dividendenrendite von 3,1% keine angemessene Prämie dar – und dass Harley-Davidson mit einem angesichts des Legenden-Status geradezu lächerlichen KGV von 14 gehandelt wird, hat eben leider triftige Gründe. Selbst echte Fans sollten ihr Geld lieber in eine neue Sportster XL 1200C stecken als in die Aktie.

HARLEY-DAVIDSON DividendenAdel-Profil

Christian W. Röhl ist Unternehmer und Kapitalmarkt-Stratege – vor allem aber Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet. Einblicke in seinen Investment-Alltag gibt der Autor des manager magazin-Bestsellers „Cool bleiben und Dividenden kassieren“ in Vorträgen und Seminaren sowie auf seinem Blog DividendenAdel und bei Twitter (@CWRoehl). Das DividendenAdel-Profil und der Kommentar sind zum angegebenen Datum auf Basis der zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Informationen erstellt und hernach nicht aktualisiert worden. Sämtliche Inhalte nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Genauigkeit. Die Inhalte dienen im übrigen nur der Information und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der erwähnten Wertpapiere dar. Keinerlei Haftung für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden. Offenlegung von Interessenskonflikten: Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung direkt oder mittelbar keine Positionen in den erwähnten Wertpapieren. Der Autor beabsichtigt nicht, innerhalb von 36 Stunden nach Veröffentlichung direkt oder mittelbar Transaktionen in den erwähnten Wertpapieren zu tätigen.

Christian W. Röhl ist Unternehmer, Kapitalmarkt-Stratege – und Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet. Einblicke in seinen Investment-Alltag gibt der Autor des manager magazin-Bestsellers "Cool bleiben und Dividenden kassieren" auf seinem Blog DividendenAdel sowie in Vorträgen und Workshops.

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