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05.04.2016 09:00

Ihr Geld: Charts helfen bei der Wahl der Wertpapiere

Die Charttechnik kann ein Wegweiser bei der Zertifikatesuche sein. So einfach geht's!

Doppel-Top, Aufwärtstrendkanal, Candlestick-Muster, Widerstandszone, Bullenfalle – die Welt der technischen Chartanalyse ist faszinierend und verwirrend zugleich. Oft steht sie der fundamentalen Analyse, also dem Auswerten von Unternehmens- und Bilanzkennzahlen gegenüber, idealerweise ergänzen sich beide Arten. Die Puristen unter den Technischen Analysten interessieren jedoch Kennzahlen wie Umsatz- und Gewinnentwicklung, Kurs-Gewinn- oder Kurs-Buchwert-Verhältnis nicht. Es zählt die Suche nach Mustern und Formationen sowie die Arbeit mit errechneten Indikatoren, die sich aus den Kursreihen von Aktien und Indizes ergeben.

Charttechnik als Wegweiser bei der Zertifikatesuche

Bei der Auswahl eines Zertifikates können Sie sich ebenfalls der Charttechnik bedienen. Bei der Auswahl von Zertifikaten kann ein relevantes Kursniveau für die Wahl einer Barriere oder eines Cap interessant sein. Dieses Kursniveau lässt sich oft genug aus der Charts ableiten. Für ein Bonuszertifikat mit Cap etwa reicht es mitunter zu wissen, wie tief die Barriere am besten liegen sollte, um die Wahrscheinlichkeit eines Bruchs dieser Kursschwelle abzuschätzen. Eine intakte Barriere ist bei einem Bonuszertifikat die Vorausetzung für die Bonuszahlung am Laufzeitende. Ob die Aktie, auf die sich das Bonuszertifikat bezieht, weiter steigt, spielt bei der Variante mit Cap hingegen eine untergeordnete Rolle.

Doch genug der Theorie. Jetzt geht es in die Praxis. Mit der Aktie von Lanxess. Der 2005 aus einer Abspaltung von Bayer entstandene Spezialchemiekonzern machte mit den Geschäftszahlen für 2015 klar, dass die jüngste Krise überwunden ist.(1) Der Blick auf den Chart vermittelt einen anderen ersten Eindruck: Das sieht nicht gut aus. Seit 2013 kennt der Aktienkurs von Lanxess tendenziell nur eine Richtung – abwärts. Es hat sich ein Abwärtstrendkanal gebildet, in dem sich der Kurs schwankend nach unten bewegt. Mitte vorigen Jahres hat sich sogar ein weiterer, kleiner Abwärtstrendkanal innerhalb des großen etabliert. Erst wenn die Aktie aus dieser Formation nach oben ausbricht, besteht für Chartanalysten überhaupt die Hoffnung, auch den übergeordneten irgendwann einmal zu verlassen. Kurse jenseits der 50-Euro-Marke scheinen vorerst also Zukunftsmusik zu sein.

Eine wichtige Unterstützung sagt, wo die Barriere liegen sollte

Ein bisschen weiter in die Vergangenheit geschaut, fallen Ihnen ganz sicher gleich vier wichtige Punkte ins Auge, an denen die Lanxess-Aktie regelmäßig nach oben abgeprallt ist. Es scheint, als sei im Umfeld von knapp 35 Euro die Nachfrage angestiegen, so dass der Aktienkurs drehte. Das kann durchaus als solide Haltezone bezeichnet werden. Oder anders ausgedrückt: Die Unterstützung könnte einen fallenden Lanxess-Kurs auch das nächste Mal erfolgreich stoppen.

Hält sich die Lanxess-Aktie über 30 Euro, können Sie in knapp sechs Monaten 5,2% erwirtschaften

Für Sie bedeutet das, sich ein Bonuszertifikat mit Cap zu suchen, dessen Barriere unter 35 Euro liegt und noch nicht touchiert wurde. Davon gibt es auf Sicht von bis zu sechs Monaten immerhin 250 Stück. Besonders interessant erscheint ein Papier der Deutschen Bank mit der WKN XM6Z1T. Die mögliche Rendite in nicht mal sechs Monaten: 5,24%. Auf ein ganzes Jahr gerechnet sind das 11,25% p.a. Die wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass die Lanxess-Aktie bis zum finalen Bewertungstag, dem 16.09.2016, nicht auf oder unter die Barriere bei 30 Euro fällt. In diesem Fall zahlt die Deutsche Bank am 21.09.2016 pauschal 45 Euro an Sie zurück. Das enstpricht dem Bonuslevel. Aktuell notiert die Lanxess-Aktie bei rund 43 Euro; das Bonuszertiifkat kostet knapp 42,76 Euro.

Und was, wenn die Barriere gerissen wird?

Sollte der Kurs der Lanxess-Aktie die Barriere berühren oder unterschreiten, entfällt der Anspruch auf die Bonuszahlung. Sie bekommen dann je Bonuszertifikat nur soviel zurückbezahlt, wie die Aktie des Spezialchemieunternehmens am Laufzeitende wert ist. Steht sie beispielsweise bei 28 Euro sind es dementsprechend 28 Euro. Hat die Aktie sich nach dem Barrierebruch wieder gefangen und notiert bei 40 Euro, bekommen Sie 40 Euro zurück. Mehr als 45 Euro gibt es wie auch im Fall einer intakten Barriere nicht. Der Cap entspricht bei einem Bezugsverhältnis von eins zu eins dem Höchstbetrag, den das Zertifikat auszahlen kann.

Und auch die anderen Risiken nicht vergessen

Durch das Abgeld (das Bonuszertfiifkat kostet weniger als der Basiswert) von gut 0,5% fällt ein etwaiger Verlust mit dem Bonuszertifikat nur geringfügig höher aus als mit der Lanxess-Aktie, die zusätzlich eine Dividendenrendite von 1,6% bietet. Beim Kauf des Bonuszertifikates müssen Sie auf die Dividende verzichten. Kommt es zur Zahlungsunfähigkeit der Deutschen Bank müssen Sie zudem mit einem Totalverlust Ihres Kapitals rechnen, unabhängig vom Kursstand der Lanxess-Aktie.

 

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