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24.05.2016 09:34

Ihr Geld: China geht einkaufen

Kuka und Aixtron haben beide Kaufofferten von chinesischen Unternehmen

Es wäre eine Übernahme mit Ansage, die von Kuka durch Midea. Denn die Offerte des chinesischen Haushaltsgeräteherstellers vom vergangenen Mittwoch kommt nicht überraschend. Ende Dezember schrieb ich über die möglichen Ambitionen Chinas, sich an deutschen Unternehmen zu beteiligen („Wir brauchen Chinas Geld“). Auch die Favoriten wurden genannt: Profiteure des neuen Megatrends „Industrie 4.0“, darunter auch der Roboter- und Anlagenbauer Kuka. Damals stellte ich Ihnen ein Discountzertifikat mit einem Discount von fast 10,0% und einem Cap bei 90 Euro vor. Daraus ergab sich eine maximale Renditechance von 23,5% zum Laufzeitende Mitte Dezember 2016.

Taktik: Anlageziel erreicht

Von dem für viele Marktbeobachter sehr großzügigen Übernahmeangebot Mideas in Höhe von 115 Euro je Aktie (1) hat inzwischen auch das Discountzertifikat profitiert. Nachdem die Kuka-Aktie zwischenzeitlich einen Sprung auf über 114 Euro machte und aktuell bei um die 109 Euro notiert, zog auch der Preis des Discountzertifikates ordentlich an. Bei einem Verkauf bekämen Sie im Moment knapp 89 Euro (Geld-Kurs). Bezahlt hätten Sie damals 72,92 Euro – eine Rendite (vor Kosten und Steuern) von gut 22%. Ihr Renditeziel wäre damit fast erreicht. Doch was ist jetzt zu tun? – Sie haben zwei Möglichkeiten: Entweder Sie behalten das Discountzertifikat und setzen darauf, dass Sie am Laufzeitende die maximal möglichen 90 Euro zurückbekommen – und damit die aktuell bereits erreichte Rendite noch um ein wenig erhöhen. Oder Sie verkaufen das Discountzertifikat vorzeitig, nehmen den Gewinn mit und schauen sich nach einem neuen, attraktiven Investment um.

Meine Überzeugung: Verkaufen Sie

Ich plädiere für die zweite Variante. Zwar soll Kuka laut Midea im Fall einer Übernahme unabhängig und in Deutschland an der Börse notiert bleiben – was durchaus für die erste Möglichkeit spräche. Bis zum Laufzeitende des Discountzertifikates Mitte Dezember 2016 sind es aber noch gut sieben Monate. Eine Zeit, in der an der Börse viel passieren kann. Und das für 1,5-Prozentpunkte mehr Rendite. Kein wirklich guter Deal, oder? Immerhin empfehlen einige Analysten bereits, die Kuka-Aktie abzustossen und Gewinne mitzunehmen.(2) Also besser verkaufen und sich nach etwas attraktiverem umschauen.

An Aixtron finden Chinesen ebenfalls Gefallen

An Alternativen mangelt es nicht. Wenn Sie beim Thema China und Übernahmen in Deutschland bleiben wollen, lohnt Aixtron einen Blick. Auch beim deutschen Halbleiter-Ausrüster wollen chinesische Investoren zugreifen. Fujian Grand Chip Investment (FGC), hinter dem der mit rund 20 Milliarden US-Dollar ausgestattete Halbleiter-Staatsfonds Sino IC steckt, bietet 6,00 Euro je Anteilschein.(3) Vor dem Angebot dümpelte die Aixtron-Aktie zwischen 4,00 und 4,50 Euro. Anfang Februar stand sie sogar bei nur drei Euro. Denn anders als Kuka geht es Aixtron im Moment alles andere als gut. Es mangelt an Aufträgen für die Spezialmaschinen. Man schreibt rote Zahlen. Mit FGC als neuem Eigner könnte sich das Unternehmen einen leichteren Zugang zum chinesischen Markt und damit bessere Geschäfte in ganz Asien erhoffen. Nach Abgabe des Übernahmeangebots stieg der Aktienkurs bereits auf über 5,50 Euro.

6,7% Rendite bei 28% Abstand zum Cap

Jetzt noch in die Aktie von Aixtron zu investieren, dürfte wahrscheinlich bei Ihnen wie bei mir ein flaues Bauchgefühl auslösen. Die Zertifikate-Industrie hat aber auch hier spannende Produkte, mit denen Sie mit deutlich weniger Risiko etwas verdienen können. Allein im Bereich der Discountzertifikate gibt es an die 490 verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist das bis 12. Dezember 2016 laufende Papier der Citigroup mit der WKN CW1NXQ. Der Cap liegt bei 4,00 Euro und damit rund 28% unter dem aktuellen Kurs der Aixtron-Aktie. Schließt diese am Laufzeitende auf oder über 4,00 Euro, zahlt die Citigroup pauschal 4,00 Euro an Sie zurück. Bei einem aktuellen Kaufpreis von 3,75 Euro, ergibt sich mit dem Discountzertifikat am Laufzeitende eine Renditechance von etwa 6,7% – oder 12,4% per annum.

Analog zur Entwicklung bei der Kuka-Aktie haben Sie mit dem Discountzertifikat zudem die Chance, auch schon früher diese Rendite (annähernd) zu erreichen. Sollte das Angebot der Chinesen für Aixtron weiter bestehen – oder sogar aufgestockt werden – und die Aixtron-Aktie auf dem aktuell hohen Niveau verbleiben oder noch zulegen, wird sich auch der Preis des Discountzertifikates tendenziell nach oben Richtung 4,00 Euro bewegen. Wichtig: Mehr als die 4,00 Euro sind mit dem Discountzertifikat nicht drin.

Und bloß nicht die Risiken vergessen

Auch wenn das Discountzertifikat durch den Discount von 32,2% sehr viel Sicherheit bietet, sind Verluste nicht ausgeschlossen. Sollte nämlich die Aixtron-Aktie am Laufzeitende unter 4,00 Euro notieren, zahlt die Citigroup so viel zurück, wie die Aktie am Ende des Tages wert ist. Liegt dieser Betrag unter dem Kaufpreis des Discountzertifikates, machen Sie einen Verlust. Allerdings würde das Minus, und darum mag ich Discountzertifikate, aufgrund des typischen Kursabschlags niedriger ausfallen als mit der Aktie selbst. Nicht vergessen dürfen Sie jedoch das Emittentenrisiko: Bei einem Zahlungsausfall der HypoVereinsbank besteht die Möglichkeit, den gesamten Kapitaleinsatz unabhängig von der Kursentwicklung der Aixtron-Aktie zu verlieren.

 

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