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17.12.2015 11:31

Ihr Geld: Danke, Janet!

Da ist sie, die Zinswende. Nicht hier, in Europa. In den USA. Das macht Lust auf eine 5,2 % Rendite bei fast 40 % Sicherheitspuffer.

Gestern hob die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die kurzfristigen Zinsen, wie von vielen Marktbeobachtern erwartet, von 0,25 auf 0,50 % an. "Wir sind auf dem Weg in die Normalität. Die US-Konjunktur läuft solide, der Arbeitsmarkt hat Vollbeschäftigung erreicht.", kommentiert der Chefvolkswirt der deutschen Förderbank KfW, Jörg Zeuner, die Zinserhöhung.(1) Sieben Jahre lang hatte die Fed den Leitzins am Boden gehalten.

Das von Fed-Präsidentin Janet Yellen nun eingeleitete Wendemanöver am US-Zinsmarkt hat weitreichende Bedeutung, auch für die Aktienmärkte. Denn steigende Zinsen gelten gemeinhin als Gift für die Börse. Dahinter steckt die Idee, dass mit den Zinsen auch die Renditen für US-Staatsanleihen anziehen – was vor allem Dividendentitel weniger attraktiv macht. Bei US-Bankaktien hingegen ist das anders. Sie bieten in aller Regel nur eine geringe Dividendenrendite.

Das kennen wir schon: US-Privat-, Firmen- und Immobilienkredite ziehen an

Gleichzeitig könnten US-Banken von steigenden Zinsen profitieren. Erstens lassen sich im Kreditgeschäft höhere Zinsmargen erzielen. Zweitens könnten höhere Renditen Anleger dazu bringen, ihr Kapital aktiver anzulegen, was höhere Kommissionserträge einbringen würde.(2) Gleichzeitig wirkt sich die robuste US-Wirtschaftslage positiv auf die Nachfrage nach Privat- und Firmen-Krediten aus.(3) Der boomende US-Häusermarkt lässt vor allem die Nachfrage nach Immobilienkrediten ansteigen.(4)

Und tatsächlich: Bereits seit längerem machen viele US-Geldinstitute wieder kräftig Kasse.(5) So erzielte beispielsweise die Bank of America im dritten Quartal 2015 einen Gewinn von 4,5 Milliarden US-Dollar. Das Jahr zuvor musste man aufgrund einer Milliardenstrafe wegen dubioser Hypothekengeschäfte noch einen Verlust von 232 Millionen US-Dollar hinnehmen.(6) Am Markt kamen die Zahlen gut an. Der Aktienkurs der Bank of America hat sich in den vergangenen vier Jahren nahezu verdreifacht.

Kein Selbstläufer

So verlockend ein Investment in den US-Bankentitel auch scheint - Es bestehen nicht unerhebliche Risiken. So musste die Bank of America zuletzt kräftig sparen, um Kosten zu senken. Wie viele andere Geldhäuser muss sich auch die Bank of America weiteres Kapital beschaffen, um die neuen Eigenkapitalanforderungen zu erfüllen (7). Die Ratingagentur Standard & Poor’s stufte zudem die Bonitätsnote von acht großen US-Banken, darunter die der Bank of America, um eine Stufe herunter, da diese nicht mehr auf eine Notfallrettung durch den Staat zählen können.(8)

Charttechnisch hängt die Aktie aktuell in einer Range zwischen 15 und 18 US-Dollar fest. Ein Ausbruch nach oben würde den Kurs schnell in Richtung 19 US-Dollar und darüber hinaus katapultieren. Nach unten wären hingegen Kursrücksetzer bis um 14, 13 oder 11 US-Dollar möglich. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass sich der Aktienkurs noch eine Weile seitwärts bewegt.

5,2 % Rendite bei fast 40 % Sicherheitspuffer

Für ein solches Szenario bietet sich der Kauf eines Bonuszertifikates mit Cap an. Ein Papier der Deutschen Bank mit der WKN XM8GVK beispielsweise bietet auf Jahressicht eine Renditechance von 5,2 %. Das wären deutlich mehr als die mageren 1,2 % Dividendenrendite. Die Aktie der Bank of America müsste dafür noch nicht einmal steigen. Im Gegenteil, sie könnte sogar fast 40 % an Wert verlieren. Denn solange sie die Barriere bei elf Dollar bis zum Laufzeitende am 21. Dezember 2016 nicht berührt, zahlt die Deutsche Bank die Bonuszahlung von 18 Euro aus. Steigt der Kurs der Bank-of-America-Aktie über 18 Euro, erhalten Anleger aufgrund des eingebauten Caps aber trotzdem nur den Bonus von 18 Euro. 

Die Risiken nicht vergessen

Sollte die Barriere touchiert oder unterschritten werden, geht die Bonuszahlung unweigerlich verloren und Anleger wären direkt an den Kursverlusten der Aktie beteiligt. Da das Bonuszertifikat aktuell aber ein Abgeld von gut 3,6 % aufweist – also weniger kostet als die Aktie – würde ein Verlust geringer ausfallen als bei einem Direktinvestment in die Aktie. Weiterer Vorteil: die Währungsabsicherung (quanto). Wechselkursänderungen zwischen Dollar und Euro spielen keine Rolle. Die Deutsche Bank rechnet immer zum Kurs von 1:1 um. Davon unberührt bleibt jedoch die Tatsache, dass im Fall einer Insolvenz der Deutschen Bank, unabhängig von der Wertentwicklung des Bonuszertifikates, ein Totalverlust möglich ist.

Quellen:

(1) http://de.reuters.com/article/topNews/
idDEKBN0TZ2PW20151216

(2)  http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/
Zinswende--alle-Augen-auf-Amerika/story/28369638

(3)  http://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/
boersenwelt-presseschau-bank-of-america-die-zinswette-laeuft_
H1159733329_193560/

(4)  http://finanzmarktwelt.de/aktuell-stimmung-am-us-hausmarkt-
so-gut-wie-seit-2005-nicht-mehr-20658/

(5)  http://www.n-tv.de/wirtschaft/US-Banken-machen-wieder-sattes-
Plus-article16137446.html

(6)  http://investor.bankofamerica.com/phoenix.zhtml?c=71595&
p=irol-newsArticle&ID=2096911#fbid=enO-NNLPYYA

(7) http://de.reuters.com/article/companiesNews/
idDEKCN0SQ1QM20151101

(8)  http://www.cash.ch/news/alle/sp-senkt-rating-von-acht-us-
banken-3396707-448

 

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