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02.02.2016 09:00

Ihr Geld: Darf ich es wagen, Dir mein Geleit anzutragen?

Manchmal muss man der Realität ins Auge sehen. Der DAX steht aktuell nicht gut da. Sie sollten aber nicht prognostizieren, sondern pragmatisch investieren.

Manchmal muss man der Realität ins Auge sehen. Fast unglaublich fern klingt das alte DAX-Hoch bei gut 12.374 Punkten, das vor knapp einem Jahr im April 2015 erreicht wurde. Der Januar als statistisches Ebenbild der Kursentwicklung für das Gesamtjahr lässt zwar durchaus hoffen, dass das Börsenjahr 2016 nicht vollständig im Desaster endet. Die meisten Anleger werden aber inzwischen einsehen, dass selbst ein Erreichen des Zwischenhochs von Ende November 2015 bei 11.382 Punkte ein Erfolg wäre.

Dirk Müller, der den meisten Anlegern besser als Mr. DAX bekannt sein dürfte, ist der Ansicht, dass das „Börsenjahr 2016 ein Ritt auf der Rasierklinge wird“ und Anleger alle Jahresprognosen besser nicht als Richtschnur für die DAX-Entwicklung 2016 nehmen sollten. Erstens würden die Banken mit ihren Prognosen ohnehin meist daneben liegen. Zweitens seien die Weltfinanzmärkte mittlerweile ein derart komplexes Gebilde geworden, dass es besser wäre in Szenarien zu denken.(1)

Zerbrechen Sie sich nicht den Kopf. Investieren Sie clever.

Ich persönlich mache mir ohnehin nicht die Mühe, die Marktentwicklung zu prognostizieren, um gar gegen den Markt unbedingt Recht zu behalten, ob der DAX am Ende des Jahres eher bei 11.000 oder gar 12.000 Punkte steht – oder bei 8.000 Punkten und tiefer. Charttechnisch scheint der Aktienindex zumindest angeschlagen. Aber machen Sie es doch einfach wie ich. Behalten Sie ihre Aktien oder zumindest die, von denen sie langfristig besonders überzeugt sind. Und legen Sie sich parallel ein taktisches Wertpapier ins Depot, etwa in Form eines Reverse-Bonuszertifikates auf den DAX.

Das eröffnet Ihne die Möglichkeit, nicht nur bei fallenden DAX-Notierungen mitzuverdienen, sondern auch dann eine Rendite zu erzielen, wenn der deutsche Aktienindex auf der Stelle tritt oder bis Jahresende leicht steigt. Einfach gesprochen handelt es sich bei einem Reverse-Bonuszertifikat nämlich um ein auf den Kopf gestelltes Bonuszertifikat – der Bonuslevel liegt unterhalb des aktuellen DAX-Niveaus, die Barriere darüber. Solange der DAX bis zum Laufzeitende nicht auf oder über die Barriere steigt, gibt es eine feste Bonuszahlung. Notiert er zum Schluss unter den Bonuslevel, profitieren Sie vom Index-Rückgang. Aus Verlusten beim DAX werden so Gewinne.

Der DAX bleibt unter 11.900 Punkte und Sie verdienen mindestens 6,2% p.a.

Um es aber gleich vorwegzunehmen: Reverse-Bonuszertifikate sind keine Eier legende Wollmilchsau. Sie besitzen Chancen und Risiken. Nehmen wir als Beispiel ein bis zum 16.12.2016 laufendes Reverse-Bonuszertifikat der Deutschen Bank mit der WKN XM8AA0. Der Bonuslevel liegt bei 8.500 Punkten. Die Barriere wurde bei 11.900 Punkten fixiert. Außerdem gibt es einen sogenannten Reverse-Level bei 18.000 Punkten. Dazu gleich mehr. Das Reverse-Bonuszertifikat kostet aktuell gut 90 Euro.

Je nach DAX-Stand ergeben sich für Sie unterschiedliche Erfolgsszenarien.

Erstes Szenario: Der DAX bleibt die gesamte Laufzeit über unter 11.900 Punkte und steht am 16.12.2016 bei 10.000 Punkten. Die Deutsche Bank zahlt dann pauschal 95 Euro (Bonusbetrag) zurück, was 5,5% Rendite entspricht – oder 6,2% per annum.

Zweites Szenario: Der DAX berappelt sich im Laufe des Jahres und schafft am Laufzeitende einen Indexstand von 11.200 Punkte. Die Barriere wurde nicht berührt. Sie bekommen wieder 95 Euro zurück.

Drittes Szenario: Der DAX bricht ein und schließt am 16.12.2016 bei 7.500 Punkten. In dem Fall zahlt die Deutsche Bank 105 Euro zurück und Sie erzielen eine Rendite von 16,6%. Warum 105 Euro, wollen Sie wissen? Die Deutsche Bank zieht vom Reverse-Level (18.000 Punkte) den DAX-Stand (7.500 Punkte) ab und multipliziert den Wert mit dem Bezugsverhältnis von 0,01.

Denken Sie an die speziellen Eigenschaften des Reverse-Bonuszertifikates

Generell sollten Sie noch Folgendes über das Reverse-Bonuszertifikat wissen. Theoretisch profitieren Sie bis zu einem DAX-Rückgang auf null Punkte. Der Rückzahlungsbetrag lautete dann 180 Euro (gerechnet wird wie oben). Das ist zugleich die maximal mögliche Rückzahlungshöhe. Berührt der DAX die Barriere, entfällt der Anspruch auf die 95 Euro Bonuszahlung. Wie viel Sie am Laufzeitende von der Deutschen Bank zurückbekommen, errechnet sich dann allein aus dem DAX-Schlussstand. Dann käme es beispielsweise zum vierten Szenario: Bei 12.000 Punkten erhalten Sie beispielsweise 60 Euro (gerechnet wird wie oben). Wenn Sie also rund 90 Euro für das Wertpapier gezahlt hätten, läge Ihr Kursverlust bei rund 33%.

Und das Worst-Case-Szenario nicht vergessen

Zu einem Totalverlust Ihres Kapitals kommt es nach Adam Riese, wenn der DAX bei Fälligkeit auf oder über 18.000 Punkten, dem Reverse-Level, notiert. Das Gleiche kann Ihnen passieren, sollte die Deutsche Bank während der Laufzeit zahlungsunfähig werden. Stichwort: Emittentenausfallrisiko. Ach ja, das Reverse-Bonuszertifikat besitzt im übrigen ein Aufgeld von rund 8,5%. Das ist bei Reverse-Bonuszertifikaten, speziell auf den DAX, nicht ungewöhnlich. Sie sollten jedoch wissen, dass durch den Aufschlag die Ertragschancen über den Bonusbetrag hinaus gedämpft werden und etwaige Verluste höher ausfallen, als wenn Sie das Reverse-Bonuszertifikat ohne Aufgeld bekommen hätten.

 

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