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03.05.2016 16:55

Ihr Geld: Der neue Hipster kommt aus einer alten Garage

Analyst: „Gemessen an den derzeit bekannten Produkten, halte ich Microsoft sogar für innovativer als Apple.“

Seitdem klar ist, dass Apple‘s Wachstum nicht endlos ist und die Apple-Aktie vor wenigen Tagen ordentlich eins auf die Mütze bekommen hat, wagen sich immer mehr Microsoft-Anhänger auf die Bildfläche und zeigen offen ihre Zuneigung für den Technologiekonzern aus Redmond. Für Patrick Moorhead, Branchenanalyst und früherer Strategiechef bei AMD, steht sogar fest: „Gemessen an den derzeit bekannten Produkten, halte ich Microsoft sogar für innovativer als Apple.“(1)Nicht, dass Apple plötzlich „out“ wäre. Vielmehr scheint Microsoft wieder als „hip“ zu gelten. Das angestaubte Image des alten Tech-Dinosauriers scheint auf einmal Vergangenheit.

 

Ich irre, also bin ich

Das liegt vor allem an Satya Nadella, der bei Microsoft seit 2014 am Ruder ist. Die verschiedenen Abteilungen des Konzerns kooperieren wieder miteinander, statt sich wie Konkurrenten gegenseitig das Leben schwer zu machen. Microsoft lebt ferner eine Kultur des Scheiterns: Es wird experimentiert und ausprobiert. Das fördert Innovationen. Nadella hat den Mitarbeitern die Angst genommen, neue Produkte zu entwickeln – selbst auf die Gefahr hin, dass daraus ein Flop wird. Amazon, Google und Co. haben gezeigt, dass in der digitalen Welt nur so Erfolg möglich ist.

 

 

Selbstverständlich macht Microsoft nach wie vor das meiste Geld mit seinen Klassikern, dem Betriebssystem Windows und Microsoft Office. Die Zukunft, so Nadellas Plan, liegt aber in der virtuellen Realität, der vernetzten Welt. Dazu gehören Server- und Cloud-Dienste ebenso wie Software- und Hardware, die nicht mehr nur einmal verkauft werden, sondern deren Nutzung an die Bezahlung einer regelmäßigen Lizenzgebühr gekoppelt ist. Zugleich drückt Microsoft aufs Innovations-Pedal. Die Datenbrille „Hololens“ etwa blendet künstliche Objekte dreidimensional in die reale Welt ein.(2) Displays werden künftig ohne direkten Kontakt Bewegungen der Hand erkennen.(3)

 

Ein steiniger Weg, den die Börse bislang akzeptiert

Der Weg, bis sich der erhoffte Erfolg auch in den Geschäftszahlen niederschlägt, ist allerdings noch lang. Vorerst hat Microsoft mit schwächelnden Umsätzen und Erträgen zu kämpfen. Ein schrumpfender PC-Markt, die schwache Weltkonjunktur und teure Übernahmen machen dem Konzern zu schaffen. Dabei erwarten Analysten noch nicht einmal, dass es binnen weniger Monate oder Jahre steil bergauf geht. Entsprechend honoriert wurden zuletzt bereits Zahlen, die weniger schlecht ausfielen als erwartet. Der Aktienkurs kletterte bis 56,50 US-Dollar. Bei knapp 60 US-Dollar liegt das Allzeithoch von Dezember 1999.

 

 

Bei 49 US-Dollar kam die Notbremse

Die schwachen Ergebnisse im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (Umsatz: minus 6,0%, Gewinn: minus 25%) schickten den Aktienkurs dennoch erst einmal wieder Richtung Süden. Dabei erwies sich jedoch die Unterstützung um 49 US-Dollar als solides Auffangnetz. Charttechniker werten das als positives Signal, welches dadurch verstärkt wird, dass kurz zuvor die 200-Tage-Linie nach unten durchbrochen wurde. Das nämlich führt oftmals zu weiter deutlich fallenden Kursen. Sollte die Microsoft-Aktie das Niveau von über 49 US-Dollar in den nächsten Wochen halten, ist zunächst ein erneuter Anstieg auf 55 bis 56 US-Dollar denkbar. Im umgekehrten Fall drohten spürbare Kursrücksetzer – zunächst bis zur Unterstützung bei 41 US-Dollar, danach bis zur Haltelinie bei etwas über 35 US-Dollar.

 

8,6% verdienen, ohne das die Microsoft-Aktie steigen muss

Was halten Sie von folgendem Deal? Statt die Aktie des Technologie-Riesen Microsoft kaufen Sie das Bonuszertifikat der Deutschen Bank mit der WKN XM5Z6G. Es läuft bis zum 16.06.2017 und bietet bei einem Preis von 50,63 Euro die Chance auf 8,6% Rendite. Das entspräche einer Jahresrendite von rund 7,6%. Die Microsoft-Aktie muss dafür noch nicht einmal steigen. Solange die Barriere bei 35 US-Dollar während der gesamten verbleibenden Laufzeit nicht verletzt wird, zahlt Ihnen die Deutsche Bank pauschal 55 Euro zurück. 55 Euro deshalb, weil der Bonuslevel bei 55 US-Dollar liegt und das Bonuszertifikat währungsgesichert ist. Ein US-Dollar entspricht deshalb immer einem Euro. Bei einer unverletzten Barriere bestimmt der Bonuslevel die Höhe der Rückzahlung.

 

Und das sind die Risiken

Sollte die Microsoft-Aktie trotz des Sicherheitspuffers von fast 31% die Barriere während der Laufzeit nur einmal berühren oder unterschreiten, verfällt der Anspruch auf die 55 Euro. Die Höhe der Rückzahlung hängt ab diesem Moment allein vom Kursstand der Microsoft-Aktie am Laufzeitende ab. Dazu zwei Anmerkungen: Mehr als 55 Euro gibt es auch nach Berühren der Barriere nicht zurück. Das Bonuszertifikat besitzt einen Cap bei 55 US-Dollar. Kurse der Microsoft-Aktie darüber haben keine Relevanz. Bei einem Kurs unter 50,63 US-Dollar würden Sie zudem einen Verlust erleiden, da Sie dann weniger zurück bekämen, als Sie für das Bonuszertifikat bezahlt haben.

 

Sie würden allerdings nie mehr verlieren als mit der Microsoft-Aktie. Denn das Bonuszertifikat besitzt kein Aufgeld. Dividenden bekommen Sie allerdings nicht. Auch von einem stärker werdenden US-Dollar profitieren Sie wegen des festen Wechselkurses nicht. Als Käufer des Bonuszertifikates sollten Sie allerdings nie vergessen, dass bei einer Zahlungsunfähigkeit der Deutschen Bank Ihr gesamtes Kapital auf dem Spiel steht – unabhängig von der Kursentwicklung der Microsoft-Aktie.

 

 

 

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