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21.12.2015 11:05

Ihr Geld: Die Fed kam, sah und lieferte

Irgendwie hatten alle fest damit gerechnet, und am Ende kam sie auch, die Leitzinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve auf 0,5 Prozent. Wirklich entspannt starteten die Aktienmärkte vergangene Woche aber nicht.

Der Dax fiel am Montag zunächst bis auf 10.131 Punkte. Auch der MDax, SDax und TecDax gaben nach, ebenso wie der europäische Euro-Stoxx-50, der amerikanische S&P-500 und der japanische Nikkei-225.

Bessere Stimmung, mehr Wachstum

Das war es dann aber auch schon. Vor allem die mehrheitlich guten konjunkturellen Nachrichten trieben die Kurse ab Dienstag hierzulande wieder nach oben. So meldete das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), dass sich die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten im Dezember zum zweiten Mal in Folge aufgehellt hätten – sogar deutlich mehr als erwartet. Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands sank hingegen zwar leicht. Für die Zukunft bleiben die Firmenlenker aber trotzdem unverändert optimistisch.

Deutsche Wirtschaftsinstitute sehen die hiesige Wirtschaft daher auf einem stabilen Wachstumskurs. Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel hat seine BIP-Prognose für 2016 sogar leicht angehoben. Die deutsche Wirtschaft soll im nächsten Jahr um 2,2 Prozent zulegen (bislang 2,1 Prozent). Treibende Kraft seien die nach wie vor hohen Einkommenszuwächse, niedrige Ölpreise, Rentenerhöhungen und Steuersenkungen, die den Konsum stärken. Selbst der deutsche Außenhandel bleibt auf Expansionskurs.

Erste Gewinnmitnahmen drücken das Plus

Die Aktienkurse noch einmal befeuert hat dann die Zinsentscheidung der Fed. In den Medien hagelte es reihenweise Kommentare, die das Wendemanöver mehrheitlich positiv beurteilten. Diskussionsstoff gab es allerdings bei der Frage um Geschwindigkeit der kommenden Zinserhöhungen. Die Fed plant nach eigenen Aussagen „graduelle” Zinsschritte. Ende 2016 soll der Leitzins bei 1,375 Prozent stehen.(1) An der Börse setzten kurz nach dem Zinsentscheid der Fed bereits erste Gewinnmitnahmen ein. Der S&P-500 schloss auf Wochenbasis sogar leicht im Minus. Der Dax schaffte ein Plus von knapp zwei Prozent.

Rohstoffe weiter im Sinkflug, Blackberry steigt um 18 Prozent

Der Euro gab durch die Zinserhöhung der Fed wie von vielen Anlegern erwartet nach und notierte zuletzt wieder deutlich unter 1,09 US-Dollar. Rohstoffe werden zudem immer billiger. Der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent fiel weiter und kostet zwischenzeitlich fast nur noch 36,50 US-Dollar. Auch Metalle wie Nickel, Zink und Kupfer erreichten die niedrigsten Stände seit 2009 oder sogar 2003.

Auf Unternehmensseite gab die Woche relativ wenig Spannendes zu vermelden. Mit viel Spannung erwartet wurden allerdings die Zahlen von Blackberry. Und dort gab es eine handfeste Überraschung: Im abgelaufenen Quartal konnte der Smartphone-Hersteller erstmals seit mehr als zwei Jahren seine Erlöse verglichen mit dem Vorquartal wieder steigern. Außerdem ging der Verlust stark zurück.(2) Der Aktienkurs von Blackberry legte kräftig zu. Auf Eurobasis ging es vergangene Woche um mehr als 18 Prozent nach oben.

Um fast 15 Prozent legte auch der Aktienkurs von Carl Zeiss Meditec zu – und das, obwohl Probleme mit der Halbleitertechnik auf die Bilanz des Optik-Konzerns drücken. Die gut laufenden anderen Geschäftsfelder und der schwache Euro gleichen das aber mehr als aus. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2014/15 (endete am 30. September) stieg um fünf Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, der Gewinn von 190 auf 208 Millionen Euro.

Chinas Wirtschaft und US-Verbraucher stehen im Fokus

In den nächsten zwei Wochen bis zum Jahreswechsel dürfte es an der Börse traditionell ruhig zugehen. Dennoch stehen einige Termine an, die für stärkere Bewegungen sorgen könnten. Am Neujahrstag etwa wird der chinesische Einkaufsmanagerindizes für Dezember veröffentlicht, der als besonders wichtiger Indikator für die sozialistische Volkswirtschaft gilt. Medienberichten zufolge gehen die chinesischen Wirtschaftsplaner in Peking von einem anhaltenden Abwärtsdruck auf die Konjunktur aus. Die Planungs- und Reformkommission NDRC empfiehlt deshalb unter anderem weitere Zinssenkungen und eine Abwertung der Landeswährung Yuan, um den Export anzukurbeln.(3)

Bereits einen Tag vor Heiligabend werden in den USA Daten zu den Konsumausgaben, sowie Einkommen der Privathaushalte veröffentlicht. Die Ergebnisse sind besonders wichtig, da der private Konsum gut zwei Drittel des Bruttoinlandsproduktes der Vereinigten Staaten ausmacht. Im November hatte sich die Verbraucherstimmung laut des Conference Board stark eingetrübt. Der entsprechende Indikator fiel um 8,7 Punkte auf 90,4 Zähler.(4) Ansonsten liefert unter anderem Hornbach am heutigen Montag Quartalszahlen.

Quellen:

  1. http://boerse.ard.de/aktien/us-notenbank-hebt-
    die-zinsen-an100.html
  2. http://de.reuters.com/article/companiesNews/
    idDEKBN0U11RK20151218
  3. http://de.reuters.com/article/economicsNews/
    idDEKBN0U30AH20151220
  4. http://www.faz.net/agenturmeldungen/adhoc/
    usa-konsumklima-truebt-sich-stark-ein-13929870.html

 

 

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