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21.03.2016 08:15

Ihr Geld: Die fünfte Woche im Plus

Der DAX kratzt an der Marke von 10.000 Punkten. Vielleicht wird es diese Woche was.

Da waren sie wieder, die 10.000 Punkte im DAX. Erst am Montag, dann noch mal am Mittwoch. Donnerstag rutsche der deutsche Aktienindex allerdings wieder schlagartig unter 9.800 Punkte, um sich anschließend wieder an die 10.000-Punkte-Marke heran zu pirschen. Auf Wochensicht reichte es dann dennoch für ein Plus von gut 1,2%. Das beste aber ist: Es war die fünfte Handelswoche, die mit einem Kursgewinn endete. Inzwischen wird es wieder etwas „grüner“ beim Performance-Überblick.

Und sie bewegt sich doch

Für Bewegung sorgte vergangene Woche unter anderem die US-Notenbank. Die Fed beließ wie erwartet den Leitzins bei 0,25 bis 0,5 %. Notenbank-Chefin Janet Yellen machte aber klar, dass für dieses Jahr sind nur noch zwei Zinsschritte avisiert werden mit einem Anstieg auf 0,9 %. Angedacht waren mal vier. Als Grund für die Zurückhaltung wurden die Risiken in der Weltwirtschaft angeführt. Die US-Börse quittierte das mit einem deutlichen Kursplus.

Am deutschen Aktienmarkt brachte der nach der Fed-Sitzung stark gestiegene Euro den erwähnten Knick nach unten am Donnerstag. Weniger stark steigende Zinsen in den USA bedeuten einen schwächeren US-Dollars, sprich stärkeren Euro. Dass der DAX sich schnell wieder berappelte, lag vor allem an den guten Jahres- und Quartalszahlen vieler deutscher Unternehmen. Sixt etwa meldete ein neues Rekordjahr, ebenso wie die Lufthansa.

Die Schäfchen sind aber noch nicht im Trockenen

In den kommenden Monaten könnte es für Unternehmen allerdings schwerer werden, Geld zu verdienen. Das Wirtschaftsforschungsinstitut RWI senkte seine BIP-Prognose für Deutschland für das laufende Jahr um 0,4 Punkte auf 1,4 %. „Die Dynamik des Welthandels hat sich deutlich verlangsamt, und der Zusammenhalt in der EU hat sich jüngst deutlich verschlechtert“, erklärte RWI-Konjunkturexperte Roland Döhrn. Das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) liegt mit seiner BIP-Schätzung von 1,5 % ebenfalls unter der Annahme der Bundesregierung von 1,7 %.(1)

Auch der weiter steigende Ölpreis könnte sich als Wachstumsdämpfer erweisen. Vergangene Woche verteuerte sich das Barrel der Sorte Brent abermals und kostete am Freitag mehr als 41 Dollar. Teures Öl erhöht bei energiehungrigen Unternehme, etwa aus dem Transportsektor, die Kosten. Das drückt auf die Gewinne. Für weiter steigende Aktienkurse braucht es aber dringend weiter steigende Unternehmensgewinne. Denn erstens wirken die geldpolitischen Geschenke der Notenbanken allein nicht mehr als Kurstreiber. Zweitens haben der DAX und andere große Indizes durch den jüngsten Kursanstieg wieder ein stattliches Bewertungsniveau erreicht. Mit einem 12,5er-KGV für das laufende Jahr ist der DAX zwar noch lange nicht überteuert, aber eben auch kein Schnäppchen mehr wie noch vor drei oder vier Wochen.

Vorerst werden noch mal Spitzenzahlen erwartet

In der aktuellen Woche dürften zumindest einige Unternehmen erst einmal weiter gute Geschäftszahlen vorlegen. Dazu gehören unter anderem der Optoelektronik-Konzern Jenoptik (am Dienstag), der schon im Vorfeld einen deutlichen Gewinnsprung bekannt gab. Auch Schmiermittelhersteller Fuchs Petrolub (ebenfalls Dienstag) und Foto-Spezialist Cewe (Mittwoch) dürften starke Zahlen vermelden. Am Donnerstag werden sich dem wohl auch der Ticketanbieter CTS Eventim und das auf Cloud-Computing spezialisierte IT-Unternehmen Cancom anschließen. In den USA muss am Mittwoch unter anderem Starbucks seinen Aktionären Rechenschaft ablegen. Der Wachstumskurs der Kaffeehauskette scheint ungebremst.

Stimmungsindikatoren hierzulande und BIP-Zahlen aus den USA

Auf Konjunkturseite werden vor allem der am Dienstag anstehende ifo-Geschäftsklimaindex und das ZEW-Konjunkturbarometer mit Spannung erwartet. Beide Indikatoren geben Aufschluss über die Stimmung und die Erwartungen der Unternehmen und Kapitalmarktteilnehmer in Deutschland.Zum Jahresstart hatten sich die Barometer deutlich verschlechtert. Zumindest bei den Erwartungen könnte es nun zu einer (kleinen) Verbesserung kommen. Die Sorgen um die konjunkturellen Risiken dürften aber vorerst weiter bestehen bleiben.

Am Donnerstag gibt es noch die aktuellen Zahlen zum GfK-Konsumklimaindex. Marktteilnehmer gehen von einer weiterhin stabilen Entwicklung des hiesigen Konsums aus. Am selben Tag folgen noch die ersten Vorabdaten zu den Einkaufsmanagerbefragungen (PMIs) im verarbeitenden Gewerbe und Dienstleistungssektor – sowohl für Deutschland als auch die Eurozone ingesamt. Spannend kann es dann noch einmal am Freitag werden, wenn die Marktteilehmer mit Argusaugen auf die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt der USA für das 4. Quartal 2015. Gerechnet wird mit einem Plus von 1,0%. Teilweise liegen die Schätzungen aber auch darunter.

 

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