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31.05.2016 10:28

Ihr Geld: Ein Amerikaner geht auf die Straße

Drei violette und zwei rote Buchstaben – in den USA ist FedEx als Paketzusteller und Kurierdienstleister so bekannt wie hierzulande die drei roten Buchstaben des Deutsche-Post-Logistikers DHL

Drei violette und zwei rote Buchstaben – in den USA ist FedEx als Paketzusteller und Kurierdienstleister so bekannt wie hierzulande die drei roten Buchstaben des Deutsche-Post-Logistikers DHL. Das könnte sich bald ändern. Seit vergangener Woche nämlich zählt FedEx mit zu den größten Paketzustellern in Europa. Für 4,4 Milliarden Euro schluckten die US-Amerikaner den niederländischen Konkurrenten TNT Express. Die EU-Kommission hatte zuvor, anders als bei UPS, grünes Licht für den Deal gegeben.(1)

Europa im Visier

UPS wollte TNT Express sogar für 5,2 Milliarden Euro kaufen. FedEx hat die Niederländer also 800 Millionen Euro günstiger bekommen. Das scheint ein gutes Zeichen zu sein. Vielversprechend sind auch die Ambitionen von David Binks, dem Präsidenten von FedEx Europe: Der Brite will FedEx in Europa bekannter und den anderen Großen der Branche, DHL und UPS, Kunden abstreitig machen. Binks sieht dabei vor allem im Online-Handel Potenzial. Die Logik ist simpel: Immer mehr Menschen kaufen per Mausklick ein und lassen sich die Sachen nach Hause schicken. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie künftig des Öfteren mal einen Laster mit dem Schriftzug FedEx sehen. Oder einen mit TNT Express. Der Name soll nämlich vorerst noch bestehen bleiben.

Die neue Erfolgsformel: Straße plus Luftransport

FedEx selbst liefert weltweit rund 11,5 Millionen Pakete aus, TNT Express lediglich eine Millionen. Die Zustellmenge war es allerdings auch nicht, die FedEx bewegt hat, 4,4 Milliarden Euro auszugegeben. Was die Niederländer für FedEx so attraktiv macht, ist das gut ausgebaute Straßennetzwerk in mehr als 40 Ländern. Es passt perfekt zur Strategie des US-Logistikers. FedEx beliefert seine meist großen Kunden bislang nämlich vor allem aus der Luft, per Flugzeug.

Viel Licht, aber auch etwas Schatten

An der Börse wurde die Übernahme von TNT Express entsprechend gefeiert. Bereits Anfang des Jahres, nach Bekanntgabe der Kaufabsicht, legte die FedEx-Aktie kräftig zu. Charttechnisch ergaben sich dadurch einige positive Signal. Zum einen wurde der Aufwärtstrend aus dem Jahr 2009 bestätigt. Zum anderen gelang der Sprung zurück über die 200-Tage-Linie, die inzwischen sogar wieder anfängt, leicht nach oben zu drehen. Aktuell kämpft die Aktie mit einem Widerstand zwischen 163 und 167 US-Dollar. Sollte dieser bald überwunden werden, wären Kursbewegungen in Richtung des bisherigen Allzeithochs bei rund 184 US-Dollar durchaus möglich. Aktuell notiert die FedEx-Aktie bei knapp 164,50 US-Dollar.

Doch bekanntlich kann es an der Börse auch immer anders kommen als gedacht. Kursrückschläge wären dabei nicht nur aus charttechnischer Sicht denkbar, falls sich der Widerstand doch als zäher Brocken erweisen sollte. Auch fundamental stehen bei FedEx nicht alle Signale auf grün. Zwar steigt der Umsatz. Beim Gewinnwachstum tut sich der US-Logistiker aber schwer. Ein strenges Sparprogramm, billiger Treibstoff und günstige Wechselkurse haben den Ertrag im 3. Quartal 2016 (endete am 29.2.2016) zwar ansteigen lassen.(2) Auf Dauer dürfte das allein aber nicht reichen, um die Erträge nach oben zu schrauben. Die Übernahme von TNT Express könnte sich immerhin als Schlüssel zu mehr Profitabilität und damit Wachstum entpuppen. Sie muss es aber nicht.

Ein Bonuszertifikat mit verkürzter Barriere-Beobachtung

Wenn Sie noch unentschlossen sind, dann greifen Sie doch statt zur Aktie zu einem Bonuszertifikat. Damit können Sie an einem Kursanstieg der FedEx-Aktie partizipieren. Gleichzeitig können Ihnen leichte Kursrücksetzer egal sein. Sie können trotzdem etwas verdienen. Für den Basiswert FedEx ist die Auswahl an Bonuszertifikaten allerdings sehr überschaubar. Genauer gesagt gibt es nur zwei Papiere, die jeweils von der Commerzbank emittiert wurden. Bei beiden handelt es sich um sogenannte Capped-Bonus-Pro-Zertifikate. Dort ist die Barriere nur die letzten drei Monate der Laufzeit „scharf“ geschaltet.

Interessant erscheint das kürzer laufende Capped-Bonus-Pro-Zertifikat mit der WKN CR52GP. Die Laufzeit endet am 15.12.2016. Die Barriere liegt bei 157,79 US-Dollar (es gelten dei Kurse an der New Yorker Börse) und ist ab dem 15.09.2016 aktiv. Das heisst, dass es erst ab diesem Tag zu einem Barrierebruch kommen kann. Fällt die FedEx-Aktie innerhalb des dreimonatigen Zeitraums nicht auf oder unter 157,79 US-Dollar, erhalten Sie am Laufzeitende nach aktuellem Stand mindestens 173,98 Euro zurück. „Aktuell“ deshalb, weil das Zertifikat nicht währungsgesichert ist und der Betrag bei einem unveränderten Wechselkurs von 1,11 US-Dollar pro Euro gilt.

13,55% Rendite ohne Kursanstieg. Bis zu 34,05% bei stark steigenden Notierungen

Das Wort „mindestens“ bezieht sich auf die Tatsache, dass die 173,98 Euro dem Bonuslevel von 193,82 US-Dollar entsprechen. Sollte die FedEx-Aktie am Laufzeitende über 193,82 US-Dollar notieren, würden Sie eins zu eins mitverdienen – bis zum Cap bei 228,79 US-Dollar. Bei einem unveränderten Wechselkurs des Euro zum US-Dollar bekämen Sie also maximal 205,38 Euro zurück. Zum Vergleich: Aktuell kostet das Capped-Bonus-Pro-Zertifikat etwa 153,20 Euro. Aufgrund der Zahlen ergeben sich für Sie bei einer unverletzten Barriere folgende Renditechancen: eine Bonusrendite von 13,55% und eine maximale Rendite von 34,05%.

Bevor Sie jetzt gleich Hals über Kopf das Capped-Bonus-Pro-Zertifikat ordern, sollten Sie diese drei Erwartungen mit mir teilen. Erstens: Sie gehen tendenziell von einem steigenden FedEx-Kurs aus. Immerhin beträgt der Abstand zur (erst ab dem 15.09.2016 aktivierten) Barriere derzeit nicht einmal fünf Prozent. Zweitens: Sie rechnen bis Mitte Dezember allerdings nicht mit einem Kursanstieg der FedEx-Aktie auf über 228,79 US-Dollar. Dann nämlich wäre der Kauf der Aktie die bessere Wahl. Drittens: Sie erwarten keine starke Abwertung des US-Dollars zum Euro. In dem Fall könnte der Verlust bei der Umrechung von US-Dollar in Euro einen Großteil der Rendite auffressen.

Diese Risiken sollten Sie unbedingt kennen

Für den Fall, die Barriere wird zwischen dem 15.09.2016 und 15.12.2016 von der FedEx-Aktie berührt oder unterschritten, entfällt der Anspruch auf die Bonuszahlung. Am Laufzeitende würde dann allein der tatsächliche Stand der FedEx-Aktie an der New Yorker Börse die Höhe der Rückzahlung bestimmen – in Euro umgerechnet. Zur Info: Der Cap bleibt losgelöst von einem Barriereereignis bestehen. Nicht außer Acht lassen sollten Sie auch das Emittentenausfallrisiko. Bei einer Zahlungsunfähigkeit der Commerzbank können Sie Ihren gesamten Kapitaleinsatz verlieren, unabhängig vom Kursverlauf der FedEx-Aktie.

 

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