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12.01.2016 08:00

Ihr Geld: Eisenbahnen für Vorderasien

Die iranische Regierung soll am Know-how von Siemens interessiert sein, um die in die Jahre gekommenen Eisenbahn-Infrastruktur zu modernisieren.

Im Moment schaut die deutsche Wirtschaft vor allem auf China. Zu Recht. Doch schon bald könnte der Iran neue Wachstumsimpulse für heimische Unternehmen bringen. Die bestehenden völkerrechtlichen Sanktionen gegen das Land in Vorderasien sollen schrittweise aufgehoben werden. "Alle sitzen in den Startlöchern", erklärte Volker Treier, Außenwirtschaftschef beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) jüngst gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.(1)

Nachholbedarf gäbe es laut Treier in fast allen Bereichen: Öl- und Gasförderung, Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Luftverkehr, Pharma- und Ernährungssektor sowie erneuerbare Energien. Das deutsch-iranische Handelsvolumen könnte sich in den nächsten drei Jahren gegenüber heute auf fünf Milliarden Euro verdoppeln und in fünf bis sieben Jahren sogar auf zehn Milliarden Euro steigen. Bereits in den 1970er Jahren war der Iran für die deutsche Wirtschaft der zweitwichtigste Exportmarkt außerhalb Europas hinter den USA.

Siemens soll Irans Eisenbahn-Netz auf Vorderman bringen

Besonders grosse Hoffnungen macht sich dabei Siemens. Iranischen Medienberichten zufolge ist man am Know-how der Münchner interessiert, um die in die Jahre gekommenen Eisenbahn-Infrastruktur zu modernisieren. Konkret steht die Elektrifizierung einer etwa 500 Kilometer langen Strecke von Teheran nach Maschar, der Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke von Teheran nach Isfahan sowie die Lieferung von 500 Passagierzügen im Raum.(2) Für Siemens wäre das ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zurück zu einem profitablen Unternehmen. Bereits Anfang Dezember 2015 hatte Vorstandschef Joe Kaeser angekündigt, mehr Geld für Forschung und Entwicklung auszugeben, um neue Ideen für wachstumsstarke Geschäftsfelder zu entwickeln.(3)

Positive Impulse sind jedoch alles andere als sicher

Analysten begrüssen mehrheitlich die Bemühungen des Technologieriesen. Gleichzeitig profitiert das Unternehmen von neuen Trends wie dem Internet der Dinge. Die Vergangenheit hat allerdings gezeigt, dass neue Aufträge und höhere Ausgaben bei Siemens nicht zwangsläufig zu besseren Geschäftszahlen führen. Ausserdem muss das konjunkturelle Umfeld stimmen – und hier spielt neben Europa im Moment eben noch China die entscheidende Rolle. Entsprechend uneins sind sich Analysten hinsichtlich der Wachstumsaussichten. Die aktuellsten Kursziele reichen von 84 Euro bis hin zu optimistischen 110 Euro. Aktuell notiert die Aktie knapp unter 83 Euro und bewegt sich damit am unteren Ende des nunmehr seit 2013 andauernden charttechnischen Seitwärtstrends.

Am 26. Januar präsentiert Siemens die ersten Quartalszahlen für das bereits laufende Geschäftsjahr 2016. Zugleich findet in München die Hauptversammlung statt, bei der eine Dividende von 3,50 Euro vorgeschlagen wird. Im Moment würde das einer Rendite von knapp 4,2% entsprechen. Langfristig dürfte sich der Einstieg bei Siemens – auch aufgrund des jüngsten Kursrücksetzers – sicher lohnen. Kurzfristig könnten jedoch Aktienanleihen eine gute Alternative zum Direktinvestment sein, wenn Sie nur von einem geringen Kurspotenzial der Siemens-Aktie ausgehen und sich eine feste Verzinsung Ihres Kapitals statt einer Dividende sichern wollen.

7,9% Rendite, wenn Siemens am 21.10.2016 auf oder über 67,42 Euro notiert

Die Aktienanleihe Plus der UBS mit der WKN UBS29A beispielsweise bringt Ihnen am 28.10.2016 eine Zinszahlung in Höhe von 56,83 Euro – egal wie sich die Siemens-Aktie entwickelt. Das enstpricht bezogen auf die 1.000 Euro Nennwert und der etwas mehr als zwölfmonatigen Gesamtlaufzeit einem jährlichen Zinskupon von 5,5% und ist einiges mehr als Sie mit der Dividende abstauben könnten. Unterm Strich sind für Sie sogar rund 7,9% Rendite per annum drin, da Sie einschliesslich bislang angelaufener Stückzinsen beim Kauf weniger als 1.000 Euro zahlen müssen.

Der Basispreis liegt bei 84,28 Euro. Entscheidender ist allerdings die Barriere bei 67,42 Euro. Am Laufzeitende gilt: Nur wenn die Siemens-Aktie am 21.10.2016 oberhalb 67,42 Euro schliesst, erhalten Sie neben den Zinsen auch die 1.000 Euro Nennwert zurück – und erzielen so die genannte Rendite. Im anderen Fall bucht Ihnen die UBS zu den Zinsen 11,86 Aktien des Münchener Technologiekonzerns (Bruchteile gibt es in bar) zum dann massgeblichen Kurs ins Depot.

Womit wir bei den Risiken wären

Im Fall einer Aktienlieferung käme es unweigerlich zu einem Verlust, da der Zinsertrag den Verlust des Aktienpakets nicht ausgleichen kann. Bei einem Aktienkurs von 67 Euro etwa würden die 11,86 Siemens-Anteile 794,62 Euro wert sein. Für Sie von Vorteil ist allerdings, dass die Barriere zum einem nur am 21.10.2016 relevant ist, vorherige Kursstände der Siemens-Aktie darunter also unerheblich sind, und sich zum anderen unterhalb einiger wichtiger Unterstützungslinien befindet. Bedenken sollten Sie ausserdem, dass Sie bei einem steigenden Siemens-Kurs mit der Aktienanleihe das Nachsehen haben, da damit mehr als 7,9% Rendite nicht möglich sind. Das Emittentenausfallrisiko gilt es ebenfalls zu beachten. Eine Zahlungsunfähigkeit der UBS kann unabhängig von der Börseentwicklung zum Totalverlust führen.

 

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