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22.02.2016 09:00

Ihr Geld: Füße still halten. Skeptisch bleiben. Chancen wahren.

Das Katz und Maus-Spiel an der Börse geht weiter. Vielleicht finden auch Sie ein paar "Sonderangebote",

Das Katz und Maus-Spiel an der Börse geht weiter. Nach einer zuvor verkorksten Woche herrschte vergangenen Montag bis Freitag an den Aktienmärkten wieder Sonnenschein. Alle wichtigen Indizes legten ordentlich zu, die deutschen mit 4,7% bis 6,6% sogar besonders stark. Gerade Charttechniker schauen im Moment besonders genau auf den Kursverlauf des DAX, nachdem dieser von unter 9.000 Punkten zeitweise auf über 9.500 Punkte gestiegen war. Denn durch den Sprung stellt sich die Frage: Handelt es sich abermals nur um eine Bullenfalle im aktuellen Bärenmarkt? Oder entpuppt sich der Kursrückgang seit Jahresbeginn jetzt als Bärenfalle in einem langfristigen Bullenmarkt?

Bloß nicht alles verkaufen!

Zugegeben, Chartanalysten zu verstehen ist nicht immer leicht. Was sie am Ende aber herauszufinden versuchen, ist im Prinzip dasselbe, was die meisten von Ihnen – mich eingeschlossen – derzeit brennend interessiert: Die Frage, ob die Aktienkurse weiter in den Keller fallen oder wir es im Moment nur mit einer kurzen Kurskorrektur zu tun haben. Dann könnte die 2009 begonnene Aktienhausse weiterlaufen. Ich muss Ihnen sagen: Niemand kann diese Frage mit 100% Sicherheit beantworten. Bert Flossbach, Mitbegründer der bekannten Vermögensverwaltung Flossbach von Storch, sagte in einem Interview: „Der größte Fehler wäre, jetzt noch gute Aktien zu verkaufen." Denn das aktuelle Umfeld zeige keine Parallelen zum Krisen-Jahr 2008, so der Querdenker.(1) Damals stand das weltweite Finanzsystem am Rande des Abgrunds.

Für Bert Flossbach spiegeln die Börsenkurse derzeit nämlich nicht nur die fundamentalen Faktoren wider, sondern auch die Emotionen der Anleger. Und das führt kurzfristig gern mal zu heftigen Über- oder Untertreibungen.(2) Die sich daraus ergebenen Kursschwankungen würden Chancen eröffnen, meint auch der erfahrene Kapitalmarktstratege Philipp Vorndran, der zum Team von Bert Flossbach gehört. Dabei gelte es, die sich „dabei ergebenden Sonderangebote“ zu erkennen und zu nutzen.(3)

Für viele deutsche Unternehmen schlägt die Stunde der Wahrheit...

In der laufenden Woche wird sich herausstellen, wo es solche Sonderangebote geben könnte. Auf deutscher Seite werden eine ganze Reihe von Unternehmen ihre Quartals- und Jahreszahlen präsentieren. Bei Ströer zum Beispiel laufen die Geschäfte bestens (mehr dazu in „Ihr Geld: Ernst Litfaß 2.0“ vom 16.2.2016). Der Vermarkter für Außenwerbung bringt morgen seine 2015er-Geschäftszahlen heraus. DAX-Dauerläufer Fresenius stellt am Mittwoch seine Ergebnisse für 2015 vor. Analysten erwarten erneut Bestwerte und zudem eine höhere Dividende.

Bereits heute präsentieren Xing, Betreiber des gleichnamigen deutschsprachigen Social-Business-Netzwerkes, und Europas Marktführer für Online-Tickets, CTS Eventim, das neueste Zahlenwerk. Beide Unternehmen wachsen rasant, was sich im Kursverlauf der Aktien widerspiegelt. Am Donnerstag gibt es zudem Zahlen vom Maschinenbauer Dürr, von der Deutschen Telekom, Henkel, Hochtief, Bayer und ProSiebenSat1. Einen Tag später folgen das Chemiekonzern BASF, welches sein Geschäft mit Industrielacken veräußert, der Krankenhausbetreiber Röhn-Klinikum sowie Salzgitter und Gerry Weber, die beide Rechenschaft über ihre enttäuschende Geschäftsentwicklung ablegen müssen.

...und für viele internationale Unternehmen

Auch außerhalb Deutschland wird es reihenweise Meldungen zu Quartals- und Jahresergebnissen hageln. Anleger werden dabei unter anderem auf den Rohstoffkonzern BHP Billiton (Montag) schauen und welche Spuren die gefallenen Rohstoffpreise hinterlassen haben. Der Aktienkurs legte zuletzt stärker zu als der Gesamtmarkt. Hewlett-Packard wird am Dienstag seine anhaltende Schwäche offiziell erklären müssen. Eher mit Freude dürften am Mittwoch die Augen auf Airbus gerichtet sein. Die Auftragsbücher des Raum- und Luftfahrtkonzerns sind randvoll, die Zahl der Auslieferungen steigt und der schwache Euro hilft ebenfalls.

Stimmung, Vertrauen und Preisentwicklung

Selbstverständlich haben auch diese Woche wieder einige Konjunkturdaten und Stimmungsindikatoren das Potenzial, die Kurse an den Aktienmärkten stärker in die eine oder andere Richtung zu bewegen. Los geht es heute mit der Befragung der Einkaufsmanager in der Eurozone sowie in Deutschland und Frankreich. Angesichts der unruhigen Börsenlage und den durchwachsenen Konjunkturdaten sind bei den sogenannten PMIs kaum positive Überraschungen zu erwarten. Das gilt gleichfalls für den am Dienstag veröffentlichten ifo-Geschäftsklima-Index. Das Stimmungsbarometer der deutschen Unternehmen gab bereits im Januar nach.

In den USA zeigt sich am Dienstag, wie hoch zum einen das Konsumentenvertrauen als wichtige Wachstumsstütze noch ist und ob der Aufwärtstrend am Häusermarkt (Vorabzahlen zum S&P/CaseShiller-Hauspreisindex) weiter anhält. Da der Konsum auch hierzulande das A und O des Wirtschaftswachstums ist, werden Marktteilnehmer die Meldung der GfK aus Nürnberg am Mittwoch ebenfalls mit Spannung erwarten.

Am selben Tag dürfte sich darüber hinaus die nach wie vor niedrige Inflationsrate in der Eurozone bestätigen. Auch die am Freitag veröffentlichte Entwicklung der Verbraucherpreise in Japan, Frankreich und Deutschland birgt kein Überraschungspotenzial. EZB-Chef Mario Draghi kann also weiterhin mit allen geldpolitischen Mitteln versuchen, die niedrige Inflationsrate zu bekämpfen.

Schützenhilfe durch Notenbanken bleibt erhalten

Zinserhöhungen sind in der Eurozone aktuell ohnehin kein Thema. Auch die US-Notenbank Fed wird Volkswirten und Händlern zufolge dieses Jahr die Zinsschraube weit weniger stark anziehen als geplant.(4) Das könnte schlussendlich die Aktienmärkte diesseits und jenseits des Atlantiks tendenziell wieder nach oben treiben. Zuletzt tat es das immerhin. Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es auch dafür (natürlich) nicht. Bewahren Sie sich deshalb nach wie vor eine gesunde Portion Skepsis!

 

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