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08.12.2015 07:22

Ihr Geld: Hallo, schnelles Internet!

Fragen Sie mal Menschen unter 30: Spielfilme, Reportagen, Musikkonzerte oder TV-Serien über das Internet zu schauen, ist schon heute populär – dank Streaming, Smart-TV und Tablets.

Normales Fernsehen gilt längst als out.*. Voraussetzung dafür ist ein schneller Internetzugang, ein Breitband-Anschluss. In Großstädten ist das in aller Regel kein Problem, auf dem Land schon. Bei mehr als 30% der hiesigen Haushalte geht es im Internet eher gemächlich vorwärts.** Noch dramatischer sieht es auf Unternehmensseite aus: Nur 25% der Unternehmen in Deutschland mit zehn und mehr Beschäftigten verfügte 2014 über einen turboschnellen Internetanschluss. Drei von vier also nicht.***

Die Bundesregierung will deshalb 2,7 Milliarden Euro für den Breitbandausbau bereitstellen.** Der Bonner Konzern ist laut Umfragen nicht nur der bekannteste, sondern mit weitem Abstand auch beliebteste Internetprovider Deutschlands. Der Marktanteil liegt trotz eines leichten Rückgangs in den vergangenen Jahren nach wie vor bei über 41%.****

2,7 Milliarden Euro für 1,4 Millionen Haushalte

Anders als die überwiegende Konkurrenz setzt die Deutsche Telekom beim Breitbandausbau auf die sogeannte Vectoring-Technologie, die das bereits bestehende Kupferkabel für Telefonleitungen fürs Internet optimiert. Noch im Dezember dieses Jahres würden 1,4 Millionen Haushalte in Deutschland Vectoring-fähig gemacht, heißt es aus der Konzernzentrale in Bonn.***** Kritik, die Vectoring-Technologie sei eine Brückentechnologie, die den Glasfaserausbau verzögere, wies Deutschland-Chef Niek Jan van Damme zurück. Der Vectoring-Ausbau sei um den Faktor fünf schneller und den Faktor zehn günstiger als ein reiner Glasfaserausbau.******

Unterstützung bekommt er dabei von der Monopolkommission: „Für einen zügigen und umfassenden Ausbau hochleistungsfähiger Breitbandnetze kommt der Vectoring-Technologie eine hohe Bedeutung zu“, heißt es im aktuellen Sondergutachten. Gleichzeitig machen die Wissenschaftler aber auch klar, dass die Nutzung der Vectoring-Technologie allen Internetanbietern offenstehen sollte. Ein Ausschluss von Wettbewerbern, wie von der Bundesnetzagentur zuletzt unter bestimmten Bedingungen empfohlen, dürfe es nicht geben.*******

Wenig Bewegung

Trotz einer treuen Kundschaft und richtungsweisender Technik – einen leichten Stand hat die Deutsche Telekom nicht, vor allem nicht in Deutschland. Die Umsätze und Gewinne kommen seit Jahren nicht vom Fleck.******** Wen wundert’s: Die Produkte und Dienstleistungen der Bonner sind nicht die billigsten. Wer, wie viele Privatnutzer, auf den Preis schauen muss, findet auch bei der Konkurrenz, was er sucht – für weniger Geld. Zugleich hat der ehemals staatliche Konzern nach wie vor mit einem immensen Kostenblock zu kämpfen. Stichwort: ehemalige Beamte.

Die fundamentale Lage spiegelt sich auch im Kursverlauf der Telekom-Aktie wider. Seit dem Kursdebakel Anfang der 2000er Jahre war mit dem Telekom-Anteilsschein kaum ein Stich zu machen. Wer nicht zum richtigen Zeitpunkt eingestiegen ist, so wie zuletzt 2013, konnte sich im Prinzip nur auf die üppige Dividende als Renditebringer verlassen. Konnte, wohl gemerkt. Inzwischen reißt die jährliche Ausschüttung nämlich auch keinen mehr vom Hocker. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei knapp 3,3%.

4,2% p.a. Renditechance statt Dividende

Tauschen Sie die Chance auf die Dividende doch gegen eine Aktienanleihe auf die Deutsche Telekom! Am Derivatemarkt finden sich aktuell fast 3.000 Wertpapiere mit fester Zinszahlung. Bei einer Aktienanleihe der DekaBank mit der WKN DK0FRS gibt es zum Beispiel 3,0% Zinsen pro Jahr auf 1.000 Euro Nennwert je Aktienanleihe. Die Laufzeit endet im Februar 2017. Die Emittentin zahlt einmal Anfang März nächsten Jahres zunächst 14,92 Euro Zinsen (für das erste halbe Jahr Laufzeit) und ein Jahr später noch einmal 30,00 Euro. Die Aktienanleihe notiert zurzeit unter pari, kostet als weniger als 100% ihres Nennwerts.

Unterm Strich lassen sich so trotz bereits angelaufener Stückzinsen  - das sind Zinsen, die bereits durch die zurückliegende Laufzeit angefallen sind und bis zum nächsten Zinstermin verrechnet werden – aufs Jahr gerechnet knapp 4,2% Rendite erwirtschaften. Das ist mehr als ein Aktionär durch die Dividende erzielen kann. Der andere große Vorteil ist, dass der Basispreis mit 12,93 Euro mehr als 20 % unterhalb des Aktienkurses und in der Nähe einer größeren charttechnischen Unterstützung liegt. Selbst wenn die Deutsche Telekom also gut ein Fünftel ihres Börsenwertes verlieren würde, bekämen Anleger noch den Nennwert zurück.

Die Risiken nicht vergessen

Notiert der Aktienkurs der Deutschen Telekom am Laufzeitende unter dem Basispreis, darf die DekaBank 77,34 Aktien ins Depot buchen (Bruchteile in bar) statt den Nennwert in bar zurückzuzahlen. Es kann dadurch zu Verlusten kommen. Während der Laufzeit kann der Kurs der Aktienanleihe zudem fallen, wenn der Aktienkurs der Deutschen Telekom stark nachgibt. Außerdem haben Anleger nichts von einer Aktienkursrally. Dafür müsste allerdings auch erst der Widerstand 17,10 Euro durchbrochen werden. Nicht zuletzt besteht bei Aktienanleihen ein generelles Emittentenausfallrisiko.

* Quelle 1

** Quelle 2

*** Quelle 3

**** Quelle 4

***** Quelle 5

****** Quelle 6

******* Quelle 7

******** Quelle 8

 

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