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07.04.2016 08:50

Ihr Geld: Kein grünes Licht für Viagra und Botox

Irland ist nicht Panama. Der Pharmariese Pfizer wollte seine Fusionsplände mit Allergan dennoch steuerlich motiviert in Irland umsetzen. Nun erfolgte der Rückzieher.

Irland ist nicht Panama. Wohl aber ist Europas grüne Insel bei Unternehmen eine beliebte Steueroase. Denn die Abgaben an den Fiskus sind deutlich geringer als in vielen anderen großen Industrienationen, etwa den USA. Für den US-Pharmakonzern und Viagra-Hersteller Pfizer war das Grund genug, Ende November 2015 um die Hand des irischen Botox-Herstellers Allergan anzuhalten und als neuen Wohnsitz Irland vorzuschlagen. Allergan sagte schnell „ja“. Es sollte die größte Hochzeit der Branche werden. Die Vorbereitungen liefen bereits auf Hochtouren.

Gestern nun kam die Absage der 160 Milliarden US-Dollar schweren Mega-Fusion. Brandneue Regeln des US-Finanzministeriums schieben steuerlich motivierte Firmen-Hochzeiten einen Riegel vor.(1) Steuerflucht aus den USA? Nicht mit Herrn Präsident Barack Obama. Mit Allergan den Bund des Lebens eingehen und seine Steuern weiter brav in den USA bezahlen, kommt für Pfizer aber nicht in Frage. Allergan bekommt 150 Millionen US-Dollar und man geht wieder getrennte Wege. Pfizer selbst will jetzt wieder an seine alte Strategie anknüpfen und eine Aufspaltung des Konzerns bis zum Ende des Jahres prüfen.(2)

Pfizer sagt Hochzeit ab und die Börse jubelt

An der Börse kam der Rückzieher überraschend gut an. Der Kurs der Pfizer-Aktie schoss um mehr als 4,5% nach oben. Nicht, dass Investoren etwas gegen Firma-Hochzeiten hätten. Vielmehr ist klar, dass es für Pfizer außer den steuerlichen Vorteilen keinen wirklichen Grund gab, sich mit Allergan zusammenzuschließen. Pfizer verkauft in mehr als 150 Ländern Medikamente und Arzneimittel gegen klassische Zivilisations-Erkrankungen: Atemwege, Augen, Herz-Kreislauf, Nervensystem, Rheuma, HIV, Stoffwechsel, Krebs. Die Pipeline von Allergan braucht Pfizer also nicht. Gleichwohl muss sich nun zeigen, wie der Pharmariese auch ohne die Steueroase Irland ausreichend Wachstum generiert, um die Vorschusslorbeeren der Investoren zu rechtfertigen.

Charttechnisch hinterließ der gestrige Kurssprung deutliche Spuren. Schickte sich die Pfizer-Aktie bereits an, den im Herbst entstandenen Abwärtstrendkanal zu verlassen, gelang nun der deutliche Ausbruch nach oben. Für Chartanalysten ist das ein klares Kaufsignal. Als nächstes wartet jedoch bereits um 33,50 US-Dollar der nächste Widerstand. Nach unten sorgt eine größere Unterstützung bei 28 US-Dollar sowie eine kleinere bei 26,80 US-Dollar für Halt, sollte die aktuelle Kurs-Eurphorie ebenso schnell verpuffen wie sie entstanden ist.

Szenario: Die Pfizer-Aktie fällt nie um mehr als 29% und Sie erzielen 4,43% Rendite 

In einem solchen Fall würde sich das Capped-Bonuszertifikat mit der WKN CD3RAB bezahlt machen. Emittentin des ausgesprochen konservativen Papiers ist die Commerzbank. Notiert die Pfizer-Aktie bis zum Bewertungstag am 16.03.2017 immer über 23,40 US-Dollar, erhalten Sie sieben Tage später pauschal 33,50 Euro zurück. Bei einem Kaufpreis von 32,08 Euro bringt Ihnen das eine absolute Rendite von 4,43%. Die annualisierte Rendite beträgt 4,61%. Zu den Hintergründen: Bei 23,40 US-Dollar liegt die Barriere des Capped-Bonuszertifikates. Nur wenn sie die gesamte Laufzeit unverletzt bleibt, was erst bei einem Kursrückgang der Pfizer-Aktie von mehr als 29% passieren würde, gibt es den Bonus von 33,50 Euro. Dieser ergibt sich aus dem Bonuslevel von 33,50 US-Dollar. Da das Capped-Bonuszertifikat währungsgesichert ist, ist ein US-Dollar immer ein Euro.

Und immer an die Risiken denken

Mehr als 33,50 Euro bekommen Sie allerdings nicht zurück, auch wenn die Pfizer-Aktie in knapp einem Jahr darüber notiert. Dafür verantwortlich ist der Cap bei 33,50 US-Dollar. Kurse der Pfizer-Aktie darüber hinaus spielen keine Rolle. Das gilt auch für den Fall, dass die Barriere berührt oder unterschritten wird. In dem Fall entfällt der Anspruch auf die Bonusprämie. Am Laufzeitende erhalten Sie dann nur den aktuellen Kurswert der Pfizer-Aktie in bar zurück. Aber auch hier gilt: Ein US-Dollar ist gleich ein Euro. Bei Kursen unter 32,08 US-Dollar käme es folglich zu Verlusten – bis hin zum Totalverlust. Bei einer Zahlungsunfähigkeit der Commerzbank besteht ebenfalls das Risiko eines Totalverlustes des Kapitals.

 

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