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25.02.2016 09:00

Ihr Geld: Öl wird teurer? Dann denken Sie doch mal an Zement

Die Internationale Energieagentur rechnet langfristig mit stark steigenden Ölpreisen. Zwei Investmentideen.

Um den Ölpreis sind heiße Diskussionen entbrannt. Steigt er wieder oder fällt er weiter? Der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge könnte es innerhalb von fünf Jahren einen drastischen Anstieg der Ölpreises geben. Als Grund nennt die IEA den „beispiellosen Verzicht auf Investitionen in die Fördertechnik“. Die Ausgaben sind 2015 um 24% gesunken und würden dieses Jahr wahrscheinlich noch einmal um 16% fallen. Einen Investitionsrückgang innerhalb von zwei Jahren hätte es zuletzt 1986 gegeben, meinte IEA-Chef Fatih Birol bei der Vorstellung des jüngsten Ölmarkt-Reports.(1)

Schnäppchen-Zeit durch Öl-Crash

Was liegt da näher, als sich ein paar Aktien ins Depot zu legen, die durch den gefallenen Ölpreis stark an Wert verloren haben und jetzt zum Schnäppchenpreis zu haben sind. Für die Europa-Aktienstrategen der UBS ist jetzt sogar eine sehr günstige Gelegenheit in solche Unternehmen zu investieren. Denn viele dieser Unternehmen seien an der Börse unterbewertet und besäßen Value-Charakter. Das Gegenteil dazu bilden im übrigen Unternehmen, deren Kurse durch das billige Öl stark zugelegt haben, etwa Fluggesellschaften.

Das Bild könne sich nun ändern. Stabilisiert sich der Ölpreis oder steigt er, sollte sich die Bewertungslücke schließen, so die Prognose der UBS. Mit der Folge, dass die Kurse der unterbewerteten Titel steigen, die der überwerteten fallen. In Europa sei die Schere zwischen unter- und überbewerteten Aktien inzwischen sogar so groß wie seit dem Jahr 2000 nur insgesamt vier Mal. Im Duchschnitt hätten dann Value-Aktien binnen zwölf Monaten jeweils um durchschnittlich 20% an Wert zugelegt.(3)

Steigender Öl-Preis könnte Zementnachfrage erhöhen

Warren Buffett kauft derzeit vor allem Aktien von unterbewerteten Öl-Unternehmen und -Zulieferern.(2) Auch wenn der berühmte Value-Investor manchmal etwas früh dran zu sein scheint, in den meisten Fällen hatte er den richtigen Riecher. Doch auch Unternehmen, die indirekt vom Ölpreisverfall betroffen sind, haben Aufholpotenzial. Ich sage nur: Zement. Der Zementhersteller LafargeHolcim erzielt einen Großteil seiner Umsätze in Schwellenländern. Dort wird der Grundstoff gebraucht, um Häuser, Straßen, Brücken und Flughäfen zu bauen. Speziell Russland und Brasilien jedoch macht der niedrige Ölpreis zu schaffen: Der Verkauf von Öl bringt weniger Einnahmen, Bauvorhaben müssen aufgeschoben werden, die Nachfrage nach Zement nimmt weniger dynamisch zu. Wenn der Ölpreis aber wieder steigt oder zumindest nicht mehr fällt, dürfte sich die Situation in den Ländern entspannen. Das könnte die Nachfrage nach Zement ankurbeln.

LafargeHolcim bekam die Probleme in den Schwellenländern 2015 deutlich zu spüren. Bereits in den ersten neun Monaten lagen Umsatz und Gewinn deutlich hinter den Erwartungen zurück. Am 17. März gibt es die Zahlen fürs Gesamtjahr 2015. Der Aktienkurs hat sich innerhalb der vergangenen zwölf Monate mehr als halbiert. Analysten senkten zuletzt reihenweise die Kursziele. Die meisten allerdings liegen immer noch weit über dem aktuellen Kurs der LafargeHolcim-Aktie. Zum Verkauf rät kaum jemand.(4)

Tausche LafargeHolcim-Aktie gegen Bonuszertifikat

Beim Blick auf den Kursverlauf der Aktie fällt es allerdings schwer, den Optimismus der Analysten zu teilen. Daher könnte sich ein defensiver Ansatz bezahlt machen. Vielleicht mit einem Bonuszertifikat? Damit setzen Anleger ebenfalls auf die Kursentwicklung der Aktie, bekommen gleichzeitig aber noch einen Sicherheitspuffer. Außerdem haben sie die Möglichkeit, auch bei einem seitwärts laufenden oder sogar leicht fallenden Aktienkurs etwas zu verdienen.

Auf die Aktie von LafargeHolcim gibt es nur wenige Bonuszertifikate, die ausschließlich von der BNP Paribas stammen. Besonders interessant ist das Papier mit der WKN PB28NK, dessen Laufzeit am 16.09.2016 endet. Die Barriere liegt bei 24 Euro. Dort stand die Aktie von LafargeHolcim zuletzt im März 2009. Hält sie sich bis zum Laufzeitende über der Barriere, zahlt Ihnen die BNP Paribas pauschal 36 Euro zurück. Entscheidend ist dabei der Kurs der Schweizer Aktie an der Euronext in Paris. Die Währung des Basiswerts ist also wie beim Bonuszertifikat der Euro. Es gibt kein Wechselkursrisiko.

21,3% Rendite per annum, wenn die Barriere bei 24 Euro hält

Bei einem Kaufpreis für das Bonsuzertifikat von 32,06 Euro, bringen die 36 Euro eine Rendite von 12,29%. Auf ein Jahr hochgerechnet sind es sogar 21,26%. Sollte die Barriere gerissen werden, die Aktie von LafargeHolcim berührt oder unterschreitet also die Kursschwelle, entfällt der Anspruch auf die 36 Euro Bonuszahlung. Dann entscheidet allein der Schlusskurs der Aktie von LafargeHolcim am 16.09.2016, wie viel Sie pro Bonuszertifikat zurückbekommen. Ist es weniger als der Kaufpreis, machen Sie Verluste. Ist es mehr, erzielen Sie einen Gewinn. Der eingebaute Cap bei 36 Euro führt auch hier dazu, dass Sie maximal 36 Euro ausbezahlt bekommen, selbst wenn die Aktie von LafargeHolcim darüber hinaus steigt. Auch auf die Dividende müssen Sie verzichten.

Denken Sie auch an die Risiken!

Ein Barrierebruch ist eines der größten Risiken, das Sie beim Bonuszertifikat beachten müssen. Durch das Abgeld von gut 2,5% fällt ein etwaiger Verlust allerdings geringer aus als der Kursrückgang der der LafargeHolcim-Aktie. Ein weiteres Risiko ist der mögliche Zahlungsunfähigkeit der BNP Paribas. Käme es dazu, können Sie Ihr eingesetztes Kapital, unabhängig von der Kursentwicklung der LafargeHolcim-Aktie, komplett verlieren.

 

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