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05.01.2016 08:00

Ihr Geld: Schwächeanfall beim DAX

Autsch! Minus 4,3 %!

Autsch! Minus 4,3 %! So viel büßte der DAX am ersten Handelstag 2016 ein. Am Ende standen 10.283,44 Punkte auf der Kurstafel der Frankfurter Wertpapierbörse. Das ist der schlechteste Jahresstart seit 25 Jahren. Und wer war daran schuld? Genau: China. Die Industrie im Riesenreich schwächelt weiter. Der Einkaufsmanagerindex des Wirtschaftsmagazins «Caixin» fiel auf 48,2 Punkte. Und das ist für die deutsche Großkonzerne alles andere als ein gutes Zeichen. Denn China ist ein wichtiger Absatzmarkt. Entsprechend verschnupft reagierte der DAX.

Investmentanalyst Uwe Streich von der LBBW nimmt die Sache gelassen: „Da die Gewinne der DAX-Unternehmen auch 2016 weiter steigen dürften, sollte sich nach und nach wieder eine positive Sicht der Dinge etablieren.“ Ende des Jahres sieht er den DAX wieder bei gut 11.800 Punkten. Doch so ein verpatzter Start ins Börsenjahr kann lange nachwirken. Und wer weiß, ob wegen China nicht noch einige Gewinnerwartungen nach unten geschraubt werden müssen. Anlagestratege Ralf Zimmermann vom Bankhaus Lampe hält einen DAX-Rückgang bis auf 8.500 Punkte für möglich, wenn die Gewinnsorgen steigen.(1)

Vertrauen in deutsche Bluechips auf Tiefstand

Alles andere als beruhigend ist auch das sinkende Grundvertrauen der Anleger in deutsche Bluechip-Aktien. Der Strategische Bias des Beratungsunternehmens sentix nämlich ist erneut gefallen – auf den tiefsten Stand seit 52 Wochen. Und das verheißt laut sentix-Analyst Julien Müller nichts Gutes: „Es ändert sich zuerst die Grundüberzeugung der Anleger, bevor Positionen angepasst werden.“ Mittelfristig gehen die 928 befragten privaten und institutionellen Investoren also von fallenden Kursen aus.(2)

In diesem Moment könnte man noch schnell seine (im Gewinn stehende) DAX-Position schließen, abwarten und Tee trinken. Vielleicht möchten Sie aber auch aus wenig aussichtsreichen Börsensituation etwas machen? Sie wissen vermutlich schon, dass Zertifikate dafür allerhand Möglichkeiten bieten. Eine davon sind Bonuszertifikate. Anleger erzielen damit auch bei einer Seitwärtsbewegung des Basiswerts eine ansprechende Rendite. Selbst bei leicht fallenden Notierungen gehen sie nicht leer aus. Dann lassen Sie uns mal schauen…

Fast 10 % Rendite trotz fallendem DAX

Bonuszertifikate gibt es nicht nur auf Einzelaktien, sondern auch auf Indizes wie den DAX. Davon gibt es rund 4.500 Stück, die im November oder Dezember 2016 fällig werden – und damit mittelfristig eine interessante Alternative zum Direktinvestment in DAX darstellen. Ins Auge sticht dabei ein bis 23. Dezember 2016 laufendes Bonuszertifikat der DZ-Bank mit der WKN DG5WDA. Der Schein besitzt eine Barriere, die bei 8000 Punkten liegt. Außerdem gibt es einen Cap bei 11.300 Punkten. Anleger können damit aufs Jahr gerechnet maximal bis zu 9,6 % verdienen.

Soweit die Eckdaten. Was das Bonuszertifikat als Alternative zum direkten DAX-Engagement interessant macht, ist folgendes: Die beinahe 10% Rendite gibt es auch dann, wenn der deutsche Bluechip-Index während der Laufzeit Richtung 8.000 Punkte zusteuert. Solange die Barriere nicht berührt oder unterschritten wird, zahlt die DZ-Bank am Laufzeitende pauschal 113 Euro zurück. Bevor es aber dazu kommt, müsste der DAX zum einen seinen aktuellen Aufwärtstrend verlassen sowie wichtige charttechnische und auch psychologische Unterstützungen durchbrechen.

Kein Bullenprodukt, aber auch nichts für reine Bären

Der Cap bei 11.300 Punkten stört im Übrigen nur bedingt. Zwar begrenzt er die Gewinnchancen – mehr als 113 Euro gibt es nicht zurück (Bezugsverhältnis des Bonuszertifikates zum DAX: 1:100). Der DAX trifft bei diesem Niveau allerdings auf eine signifikante Widerstandszone. Erst wenn der Sprung über 11.500 Punkte gelingt, sind weitere, deutliche Kurssteigerungen zu erwarten. Dann wären Anleger mit dem Bonuszertifikat im Nachteil. In Anbetracht des miserablen Starts ins Börsenjahr könnte das also eine Überlegung wert sein.

Die Risiken nicht vergessen

Zu den größten Risiken zählt eine verletzte Barriere. Ab diesem Moment besteht kein Anspruch mehr auf die Bonuszahlung von 113 Euro am Laufzeitende. Der Rückzahlungsbetrag entspricht dann allein dem Indexstand, entsprechend dem Bezugsverhältnis. Durch das geringe Aufgeld von 0,53 % müssten Anleger aber gegebenfalls nur minimal höhere Kursverluste verkraften als bei einem DAX-Investment. Wichtig: Der Cap als Obergenze bleibt bestehen. Nicht zuletzt besteht bei Zahlungsunfähigkeit der DZ-Bank unabhängig vom Börsengeschehen ein Totalverlustrisiko. Da die DZ-Bank allerdings der Sicherungseinrichtung des BVR angehört, sind Anlagebeträge bis 100.000 Euro geschützt.(3)

 

Quellen:

1.

2.

3.

 

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