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29.02.2016 09:00

Ihr Geld: Verwandelt der Osterhase einen US-Dollar in einen Euro?

Die Parität des US-Dollar zum Euro, ein US-Dollar wäre einen Euro wert, schien zuletzt wieder etwas in weite Ferne gerückt. Vergangene Woche verlor die Gemeinschaftswährung nochmals deutlich an Wert. Kostete ein Euro Montag Morgen noch um die 1,11 US-Dollar, waren Freitag weniger als 1,0925 US-Dollar. Konjunktursorgen...

Die Parität des US-Dollar zum Euro, ein US-Dollar wäre einen Euro wert, schien zuletzt wieder etwas in weite Ferne gerückt. Vergangene Woche verlor die Gemeinschaftswährung nochmals deutlich an Wert. Kostete ein Euro Montag Morgen noch um die 1,11 US-Dollar, waren Freitag weniger als 1,0925 US-Dollar. Konjunktursorgen und eine geringe Inflation in der Eurozone machen es für Marktteilnehmer wahrscheinlicher, dass es im März zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik durch die EZB kommt. Gleichzeitig stärkten gute Konjunkturdaten aus den USA den US-Dollar. Die Rechnung der Investoren lautet so: Die Zinsen bleiben in der Eurozone tendenziell niedrig, die in den USA könnten weiter steigen. Das macht den US-Dollar als Geldanlage attraktiv, den Euro nicht.

Umsatz- und Gewinn-Turbo

Für europäische Exportunternehmen ist das freilich gut. Nach neuesten Berechnungen des Beratungsunternehmens Ernst&Young stieg der Umsatz der DAX-Konzerne, die bislang ihre Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2015 vorgelegt haben, um insgesamt 7% auf 726 Milliarden Euro. Die meisten von ihnen verzeichneten zudem einen Gewinnzuwachs.(1)

Öl marschiert Richtung 40 US-Dollar

Ordentlich Bewegung gab es vergangene Woche auch am Ölmarkt. Nachdem der Preis für ein Barrel der Sorte Brent zunächst Richtung 33 US-Dollar marschierte, stieg er am Freitag zeitweise über 37 US-Dollar. Treiber waren zum einen Aussagen der Internationalen Energieagentur (IEA), die in den nächsten fünf Jahren mit einem drastischen Ölpreisanstieg rechnet (s. dazu auch die „Ihr Geld: Öl wird teurer?“ vom 25.2.2016). Zum anderen gab es Spekulationen darüber, Russland und die OPEC-Staaten könnten eine Förderbegrenzung beschließen. Die Wochenbilanz für Brent: +4%.

Aktienmärkte schließen im Plus, trotz durchwachsener Meldungen

An den Aktienmärkten ging hingegen die Berg- und Talfahrt weiter. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) meldete vergangene Woche einen Exportrekord für die deutschen Maschinenbauer und Elektroindustrie. Das war eine gute Nachricht. Eine andere lautete, dass deutsche Verbraucher laut dem Marktforschungsunternehmen GfK weiterhin Freude am Konsum haben. Auf der anderen Seite wächst bei deutschen Unternehmern die Furcht vor einer Konjunkturabkühlung. Der Ifo-Geschäftsklimaindex gab zum dritten Mal in Folge nach und fiel von 107,3 Punkten im Januar auf 105,7 Punkte im Februar. Am Ende schloss der DAX die Woche dennoch mit einem respektablen Plus von 1,33% ab. Beim MDAX und SDAX waren es etwas weniger. Nur der TecDAX notierte im Minus.

Eine neue Mega-Börse entsteht

Auf Unternehmensseite war die Meldung über die geplante Fusion der Deutschen Börse mit der London Stock Exchange das Highlight der Woche. Beide Finanzplätze wollen durch den Zusammenschluss ihre Position im hart umkämpften Markt verteidigen. Der rechtliche Sitz soll London sein. Die Aktienkurse der Unternehmen reagierten am Tag der Bekanntgabe, dem 23.02.2016, mit deutlichen Kurssprüngen nach oben. Der Anteilschein der Deutschen Börse schloss mit einem Wochengewinn von 3,58%. Die Aktie der London Stock Exchange legte am eigenen Börsenplatz sogar um 20,08% zu.

Neue Stimmungs-Bilder aus den USA – und auch Asien

Wie es an den Finanzmärkten weiter geht, könnte diese Woche einmal mehr vom Einkaufsmanager-Index für das Verabeitende Gewerbe in den USA (ISM PMI Manufacturing) abhängen, der am Dienstag veröffentlicht wird. Hinzu kommen am Freitag die neuesten US-Arbeitsmarktdaten. Auch für die Eurozone stehen Arbeitslosenzahlen auf dem Radar (Dienstag). Im Euro-Währungsraum lag die Quote im Dezember 2015 bei 10,4%, in Deutschland bei niedrigen 6,2%. Experten rechnen mit einem ähnlichen Niveau für den Monat Januar 2016.

Bereits heute gibt es erste Vorabzahlen für die Preisentwicklung in der Eurozone. Die Inflationsrate dürfte tendenziell eher gefallen als gestiegen sein. Davon zumindest gehen Marktteilnehmer merheitlich aus. Ihren Blick sollten Anleger allerdings auch nach Asien richten. In Japan etwa werden ebenfalls allerhand Daten veröffentlicht, unter anderem zur Industrieproduktion und zum Einzelhandel. In China stehen der Caixin Einkaufsmanager-Index für den Produktions- und Dienstleistungsektor an. Beide Stimmungsbarometer hatten Anfang des Jahres zu einen historisch schlechte Börsenstart geführt.

Weitere deutsche Unternehmen melden ihre 2015er Zahlen

Vor allem bei deutschen Unternehmen geht es diese Woche mit Meldungen zu Jahresabschlüssen und Quartalsberichten weiter. Am Dienstag beispielsweise präsentiert MorphoSys seine Geschäftszahlen für 2015. Im Jahr 2014 lief es weniger gut für das Biotech-Unternehmen. Der Aktienkurs verlor seit 2015 mehr als die Hälfte an Wert. Ebenfalls am Dienstag stellt Zalando seine Ergebnisse für 2015 vor. Der Online-Händler für Schuhe und Mode wächst trotz einer gewissen Marktsättigung noch immer überdurchschnittlich stark. Am Tag darauf treten eine ganze Reihe weiterer großer Unternehmen mit ihren offiziellen 2015er-Zahlen an die Öffentlichkeit: Adidas, Axel Springer, Continental, Evonik, Jungheinrich und Vonovia.

Frische Quartalszahlen liefert am heutigen Montag Isra Vision. Der Spezialist für Oberflächeninspektion sollte vom wachsenden Markt für Bildverarbeitungssysteme profitieren. Zuletzt zeigte sich der Aktienkurs etwas stabiler als der Gesamtmarkt. Auch aus der Schweiz kommen neue Unternehmensdaten. Der Industriekonzern Georg Fischer präsentiert am Dienstag sein aktuelles Zahlenwerk. Die Geschäfte sind solide und entwickeln sich stabil. Am Mittwoch liefert der Logistiker Kühne&Nagel. Trotz starkem Franken und schwächelnder Weltkonjunktur können sich die Eidgenossen gut behaupten. Der Aktienkurs kämpft sich langsam, aber stetig nach oben.

 

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