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18.05.2016 09:28

Ihr Geld: Was Muttertag und Ökostrom verbindet

An Muttertag deckten Erneuerbare Energien bis zu 87,6% des gesamten Strombedarfs in Deutschland. Eine Chance für Unternehmen.

Als 1914 in den USA zum ersten Mal Muttertag gefeiert wurde, dachte wahrscheinlich niemand an Ökostrom – zumindest nicht in der heutigen Form. Muttertag? Ökostrom? Sie wollen wissen, was beides miteinander zu tun hat? Nun, eigentlich nichts. Als jedoch vor rund zwei Wochen viele Kinder ihrer Mutter wieder zum Ehrentag gratulierten, deckten Erneuerbare Energien bis zu 87,6% des gesamten Strombedarfs in Deutschland. Das war ein neuer Rekord, wie die Berliner Energiewende-Denkfabrik Agora meldete.(1) Die Erklärung ist einfach: Am diesjährigen Muttertag schien nicht nur die Sonne besonders intensiv und lang. Es wehte auch ein recht ordentlicher Wind. Entsprechend viel Energie wurde aus den beiden wichtigsten Ökostrom-Quellen, Sonne und Wind, gewonnen.

Fast der gesamte Strom kam durch Sonne und Wind

Sie meinen, die 87,6% seien ein absoluter Ausnahmewert und Erneuerbare Energien würden immer noch in den Kinderschuhen stecken? Täuschen Sie sich nicht. An einem durchschnittlichen Sonnentag mit etwas Wind liegt der Anteil an der Stromerzeugung hierzulande bereits um die 60 bis 70%. Mit einer durchschnittlichen Quote von 30% waren Erneuerbare Energien, zu denen im übrigen auch Biomasse und Wasserkraft gehören, 2015 sogar der stärkste Energieträger in Deutschland.

Angesichts solcher Zahlen, müssten Solaraktien ordentlich Gewinne abwerfen. Zumindest theoretisch. Praktisch aber mussten deutsche Unternehmen der Photovoltaik-Industrie vor einigen Jahren kräftige Hiebe aus Fernost einstecken. China überschwemmte den Markt mit billigen Solarmodulen und brachte die heimische Industrie an den Rand des Ruins.(2) Die Aktie des einstigen Vorzeige-Unternehmens Solarworld etwa ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Allein die eingeführten Importzölle der EU retteten die deutsche und auch gesamteuropäische Branche vor dem Untergang.(3)

Die Powerwall von Tesla wird bereits unterstützt

SMA Solar Technology gehört zu den wenigen Mitgliedern, bei denen inzwischen eine Art Trendwende zu erkennen ist. Das Unternehmen aus Niestetal nahe Kassel produziert und vertreibt allerdings keine klassischen Solarmodule, sondern Solarwechselrichter. Ohne diese technischen Anlagen wären Solaranlagen praktisch nutzlos. Denn Solarmodule erzeugen aus Sonne Gleichstrom. Was Unternehmen und Sie zu Hause jedoch brauchen, ist Wechselstrom. Die Stromwechselrichter von SMA Solar machen genau das. Und sie sind inzwischen sogar „smart“, wie es auf Neuhochdeutsch heißt. Die Anlagen von SMA Solar steuern auch den Strombedarf und bieten zudem die Voraussetzung, Solarstrom in Batterien zu speichern. Die Powerwall von Tesla wird bereits unterstützt. So lässt sich mit dem tagsüber gewonnenen Solarstrom nachts das Elektroauto aufladen.

In Nordhessen gelingt die Wende

Das neue Geschäftsjahr startete für die Nordhessen erfreulich. Der Umsatz stieg im ersten Quartal 2016 gegenüber dem Vorjahr um 12,0% auf 253,8 Millionen Euro. Dabei machten sich unter anderem die Zuwächse bei Solaranlangen auf Gewerbeflächen bemerkbar. Aber auch die Verlagerung des regionalen Schwerpunkts von Europa auf Nord- und Südamerika trug zum Erlösanstieg bei. Dank des radikalen Sparkurses konnte man unterm Strich sogar wieder einen Gewinn in Höhe von 18,8 Millionen Euro erzielen. Ein Jahr zuvor kam es noch zu einem Verlust von 7,9 Millionen Euro.(4) Mit den Zahlen übertraf SMA Solar die Erwartungen der meisten Analysten. Die sehen angesichts der Wachstumsmärkte Energiemanagement und Smart-Home auch noch weiteres Wachstumspotenzial für das TECDAX-Unternehmen. Die Kursziele liegen derzeit bei 56 bis 58 Euro.(5) Zuzeit kostet die Aktie der SMA Solar um die 46 Euro.

Einen Skeptiker gibt es immer

Eine Bank bürstet allerdings etwas gegen den Strich. Die Citigroup sieht zwar ebenfalls ausreichend Wachstumsfantasie, senkte jüngst aber das Kursziel von 56 auf 52 Euro und ließ die Einstufung bei „neutral“. Zum einen hält nämlich der Preisdruck in der Branche weiter an, zum anderen dürften auch bei SMA Solar nicht gleich wieder die Bäume in den Himmel wachsen. Die Aktie legte binnen Jahresfrist um immerhin mehr als 210% zu und markierte im Januar bei 56 Euro ein neues 4-Jahres-Hoch. Seitdem präsentiert sich der Kursverlauf deutlich nervöser und rutschte zwischenzeitlich sogar unter die 40-Euro-Marke. Die 200-Tage-Linie wurde allerdings nicht unterschritten, was Charttechniker als positives Signal werten.

30 Euro für die SMA-Solar-Aktie? Egal, Sie verdienen trotzdem 5%

Sollte die Trendlinie durchbrochen werden, wären aktuell Kursrückschläge bis 40 Euro wahrscheinlich. Im weiteren Verlauf – sollte diese Unterstützung nicht halten – sind sogar Kurse um 30 Euro denkbar. Notierungen über 50 Euro könnten hingegen als starkes Zeichen für einen erneuten Angriff auf das Hoch bei 56 Euro gesehen werden. Keine leichte Entscheidung für Anleger wie Sie und ich. Schließlich ist und bleibt die Aktie von SMA Solar vorerst ein spekulatives Investement. Doch es gibt einen Weg, wie Sie trotz 35% Kursverlust der SMA-Solar-Aktie noch gut 5,0% verdienen können: Kaufen Sie doch einfach das Discountzertifikat der Deutschen Bank mit der WKN XM53P0. Damit erzielen Sie am Laufzeitende, dem 15.12.2016, auch dann noch die maximale Rendite, wenn die SMA-Solar-Aktie bei lediglich 30 Euro notiert. Dort liegt der Cap des Discountzertifikates

Die Rechnung ist denkbar einfach: Schließt die SMA-Solar-Aktie an besagtem 15.12.2016 auf oder über 30 Euro, erhalten Sie von der Deutschen Bank 30 Euro zurück. Bei einem Kaufpreis für das Discountzertifikat von 28,55 Euro macht das für Sie einen Ertrag von 5,08% – oder 8,50% per annum. Ob die Aktie vor dem Laufzeitende einmal unter 30 Euro notierte, ist im übrigen ohne Bedeutung. Discountzertifikate besitzen keine Barriere, wie etwa Bonuszertifikate. Sie sollten allerdings bedenken, dass Sie mit dem besprochenen Discountzertifikat nie mehr als 5,08% verdienen. Der Cap begrenzt die Rückzahlung auf höchstens 30 Euro.

Verluste sind trotz hohem Sicherheitspuffer aber möglich

Halten Sie sich außerdem stets vor Augen, dass es trotz des großzügigen Preisnachlasses (Discount) von fast 40% zu Verlusten kommen kann. Schließt die SMA-Solar-Aktie am Laufzeitende unter 30 Euro, bekommen Sie von der Deutschen Bank eine SMA-Solar-Aktie geliefert. Liegt deren Kurs unter dem Kaufpreis des Discountzertifikates (28,55 Euro), machen Sie Verluste. Immerhin verlieren Sie durch den hohen Discount deutlich weniger als ein Aktionär. Aber: Alle Berechnungen und Überlegungen werden in dem Moment hinfällig, wenn die Deutsche Bank zahlungsunfähig wird. Dann kann es unabhängig vom Kursverlauf der SMA-Solar-Aktie zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen.

 

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