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26.11.2015 08:12

Ihr Geld: Werden Sie zum Dividenden-Yuppie

Der Duden beschreibt einen Yuppie als einen jungen, karrierebewussten Stadtmenschen, der großen Wert auf seine äußere Erscheinung legt. Sie müssen nicht karrierebewusst handeln, aber renditestrebend. "Ihr Geld" liefert Ihnen Ideen.

Der Duden beschreibt einen Yuppie als einen jungen, karrierebewussten Stadtmenschen, der großen Wert auf seine äußere Erscheinung legt. Heutzutage kommt die Bezeichnung mit negativer Konnotation daher. Wenn Sie den Begriff einmal auf Ihre Geldanlage beziehen, ließe sich aus „karrierebewusst“ vielleicht „renditestrebend“ machen und die angesprochene Eitelkeit könnte sich in einen ausgeprägten Hang nach cleveren Investments wandeln. Daran kann ich – so gesehen – nichts Ehrenrühriges finden. Bezeichnen Sie sich doch selbst in diesem Sinn als „Geldanlage-Yuppie“ auf der Suche nach cleveren Investments.

Was sind Ihre nächsten Schritte als Yuppie? – Vermutlich werden Sie Ihre Geldanlage selbst in die Hand nehmen, um unabhängig entscheiden zu können. Warum nicht. Zudem werden Sie sich informieren, um Ihre Entscheidungen zu untermauern. Auf jeden Fall. Möglicherweise kommen Sie zu dem Schluss, dass Aktien als Anlageklasse eine gute Wahl sind, da unter anderem die Renditechancen denen von Anleihen, Festgeld oder Immobilien deutlich überlegen sind. Okay. Doch werden Sie Ihren Risikoappetit auch zügeln oder sagen wir: aktiv steuern können, um Ihre Kursverluste zu mindern?

Für Cleverle: Nur auf die Dividende zielen
Sich selbst zu zügeln hat in vielen Lebensbereichen Vorteile. Auch am Finanzmarkt müssen Sie nicht immer volles Risiko gehen. Die Mehrzahl der Deutschen möchte das auch gar nicht. Konkret könnte eine Idee sein, möglichst nur auf die Dividende eines Unternehmens zu schielen, ohne allzu große Kursrisiken einzugehen. Das ist mit einem Aktienengagement bekanntlich nicht möglich.

Die Daimler-Aktie als Beispiel: Die Aktie zählt trotz des Aussetzens der Dividenden für das Krisenjahr 2009 zu den Top-Dividenden-Aktien im DAX. Das Handelsblatt Research Institute sieht den Stuttgarter Konzern mit einer erwarteten Dividendenrendite von 3,9% für das Geschäftsjahr 2015 als Nr. 6 der DAX-Dividendenzahler für das laufende Jahr**. Übrigens noch vor BMW (Nr. 9 mit 3,3% erwarteter Dividendenrendite).

Kurze Anmerkung in eigener Sache: Wenn Sie an dieser Stelle eine ausgiebige Einschätzung zu der Aktie erwarten, muss ich sie enttäuschen: Ich bin – was die Börse angeht – Opportunist. Meinungen über Kursverläufe tendieren dazu enttäuscht zu werden. Mit einer Ausnahme: Über lange Zeiträume steigen Aktien immer. Das jedenfalls lehrt uns die Geschichte*.

Youngtimer der Geldanlage
Sie landen im Kontext defensiver Anlageansätze vermutlich schnell bei Discount-Zertifikaten – einem Youngtimer der Geldanlage, sozusagen das Volumenmodell der Anleger-Mittelklasse. Sie gewähren einen Abschlag (Discount) auf den aktuellen Kurs des Basiswertes. Durch diesen „Rabatt“ können mögliche Kursverluste des Basiswertes während des Anlagezeitraums abgefedert werden. Im Gegenzug ist die Teilhabe an einem Kursanstieg durch den sogenannten Cap begrenzt, und der Anleger verzichtet auf eine mögliche Dividende. Soweit die Definition. So viel zur Dividende.

Der Kniff folgt sogleich: Inhaber von Discount-Zertifikaten erhalten durchaus eine gewisse Teilhabe an den am Finanzmarkt erwarteten Dividenden. Die Konditionen von Discount-Zertifikaten verbessern sich nämlich für Neueinsteiger umso mehr, je höher die Dividendenerwartungen der Finanzmarktteilnehmer sind.

So lässt sich mit dem Discount-Zertifikat DG6J92 eine maximale Rendite von 3,09% erzielen. Das erzielen Anleger, wenn der Kurs der Daimler-Aktie am 20. Mai 2016 oberhalb von 65,00 Euro notiert. Daimler zahlt voraussichtlich am 6. April 2016 die Dividenden für das Geschäftsjahr 2015, daher muss die Laufzeit des Zertifikates darüber hinausgehen.

Warum 65,00 Euro? Weil die Aktie von ihrem Niveau bei 78,45 Euro bis Mitte Mai 2016 sogar um 13,45 Euro fallen dürfte und Zertifikateinhaber würden immer noch die angesprochenen 3,09% vereinnahmen. Das ist nicht ganz die Dividendenrendite, aber fast. Der Chart der Daimler-Aktie zeigt zudem deutliche Unterstützungen bei knapp 60,00 Euro und lässt auch im Bereich von bis 65,00 Euro auf unterstützende Käufe hoffen. Diese Vorgehensweise schließt auch keine Aktienkursverluste aus, aber eliminiert auf Grund des Discounts die ersten knapp 20,00%. Nochmal für angehende Dividenden-Yuppies: Sie streben nach der ausschließlichen Vereinnahmung der Dividende ohne Aktienkurs-Risiko. Das Mittel der Wahl könnte ein Discount-Zertifikat sein, das aufgrund der aktuellen Marktumstände die angestrebte Zielrendite fast erreicht, selbst wenn der Aktienkurs um knapp 20,00% fällt.

Ist das ein Deal?

Wichtig: Die Risiken
Die oben genannten Discount-Zertifikate haben auch einige Nachteile. So entsteht beispielsweise ein sog. „Emittentenausfallrisiko“, bei dem Sie als Anleger all Ihr Geld verlieren, wenn im konkreten Fall die emittierende Bank Insolvenz beantragt und gleichzeitig Ihr Zertifikat nicht mehr zurückkaufen möchte.

Zudem schwanken die Preise des Zertifikates mit dem Aktienkurs. Diese Schwankungen können durchaus enorm sein und auch zu Verlusten führen – bis hin zum Totalverlust, wenn die Daimler-Aktie bei 0,00 Euro notiert.

Freunden Sie sich auch mit dem Gedanken an, dass Anlageberater den Satz „Kursgewinne aus der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Kursgewinne“ nicht ohne Grund in ihre Werbung mit hineinschreiben. Die immer wiederkehrenden, teils dramatischen Aktiencrashs zeigen Ihnen, dass Kursverluste entstehen und Ihnen wehtun können.

Ihr Heiko Weyand

 

*Quelle: http://www.finanzen.net/index/DAX/Seit1959

** Quelle: Handelsblatt Research Institute, Stand: 25.11.2015,
www.handelsblatt.com/downloads/
12586408/5/dividenden-2016.pdf

 

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