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22.12.2015 07:53

Ihr Geld: Wir brauchen Chinas Geld

Staatsfonds. Der Name klingt harmlos. Ist er aber nicht. Denn bei Staatsfonds handelt es sich um mächtige Investoren, die weltweit mehr als fünf Billionen US-Dollar verwalten.

Zu ihren bevorzugten Anlagezielen gehören deutsche Unternehmen. Und deshalb könnten viele von ihnen jetzt zur Gefahr werden. Denn der niedrige Ölpreis lässt die Einnahmen etwa des norwegischen und der arabischen Staatsfonds nur noch dürftig sprudeln. Und das könnte dazu führen, dass die Mega-Investoren vermehrt Geld aus börsennotierten Unternehmen in Deutschland abziehen.(1)

Industrie 4.0 im Visier

Hoffung kommt allerdings aus China. Der Staatsfonds CIC, immerhin der drittgrößte der Welt, will allen Anschein nach in Deutschland auf Einkaufstour gehen. „Wir sehen uns nach verschiedenen Objekten um”, zitierte das Handelsblatt CIC-Chefinvestor Li Keping. Der Fokus liege dabei auf Firmen, die vom Trendthema Industrie 4.0 profitieren.(2) Industrie 4.0 bedeutet: Maschinen kommunizieren selbstständig mit anderen Maschinen.

Und da will nun ausgerechnet China bei uns mitbestimmen, denken Sie? Zum Glück, denke ich. Viele mittelständische Maschinenbauer aus dem MDax profitieren vom Industrie-4.0-Trend und damit indirekt auch vom geplanten Engagement des CIC. Kuka wäre ein gutes Beispiel. Der Roboter- und Anlagenbauer sei eine reinrassige Wette auf die "Industrie 4.0", findet  Analyst Philippe Lorrain von der Berenberg-Bank.(3) Er bestätigte zuletzt das Kursziel von 88 Euro.(4)

22 Prozent Kusgewinn möglich

Noch optimistischer blickt die Société Générale in die Zukunft. Die französische Großbank sieht den Aktienkurs in zwölf Monaten bei 99 Euro.(5) Mit der Aktie könnten Sie also, wenn alles gut geht, rund 22 Prozent Kursgewinn einfahren. Angesichts der erneut sehr guten Quartalszahlen ist das keineswegs aus der Luft gegriffen. Von Juli bis September 2015 stieg der Auftragsbestand gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent, die Umsätze um 34 Prozent. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern allerdings legte nur um 1,9 Prozent zu.(6) Christian Cohrs von Warburg Research erkennt bei Kuka bereits ein nachlassendes organisches Wachstum, was die langjährige Kursrally abschwächen könnte – die Kuka-Aktie hat in den vergangenen fünf Jahren 400 Prozent zugelegt. Chors` Kursziel liegt bei nur 64 Euro. (7) Das entspricht einem Kursabschlag von 21 Prozent!

Charttechnisch folgt die Kuka-Aktie nach wie vor einem soliden Aufwärtstrend. Seit Jahresanfang tut sich der Kurs aber sichtbar schwer. Bereits drei Mal wurde die Unterstützung bei 65 Euro gestestet. Auch das jüngste Allzeithoch bei 85 Euro hielt nur kurz. Jetzt muss sich zeigen, ob der jüngste Rückschlag auf 81 Euro nur ein Ausrutscher ist.

Ein Discountzertifikat bringt noch mehr – 23,5 Prozent

Keine Frage, die Kuka-Aktie sollten Sie weiterhin auf dem Radar behalten. Vielleicht ist es im Moment erst einmal sinnvoll, über Alternativen nachzudenken - ein Discountzertifikat. Davon gibt es insgesamt 737 auf die Kuka-Aktie. Bei einem Anlagehorizont von einem Jahr erscheint vor allem das Papier der DZ-Bank mit der WKN DG4V3D sehr viel versprechend.

Damit bekommen Sie am Laufzeitende genau so viel zurück, wie die Aktie wert ist. Der Cap befindet sich bei 90 Euro. Das heißt, die DZ-Bank zahlt maximal 90 Euro. Das gilt auch dann, wenn die Kuka-Aktie in einem Jahr bei etwa 91, 95 oder 100 Euro notiert. Dafür bietet Ihnen das Discountzertifikat einige Vorteile: Sie bezahlen aktuell fast zehn Prozent weniger als für die Kuka-Aktie. Sollte die in zwölf Monaten genau so viel wert sein wie heute, streichen Sie mal eben 10,7 Prozent Rendite ein. Als Aktionär bliebe Ihnen nur die Dividendenrendite von 0,73 Prozent. Kommt es zur maximalen Rückzahlung von 90 Euro, erzielen Sie sogar eine Rendite von fast 23,5 Prozent.

Trotzdem die Risiken nicht vergessen

Trotz der attraktiven Chancen, sollten Sie die Risiken nicht außer acht lassen. Bei einer echten Kursrally wäre die Kuka-Aktie die bessere Wahl – wobei das tatsächlich erst ab einem Kursniveau von 99,60 Euro zum Ende der Laufzeit des Zertifikates der Fall wäre. Trotz des Preisnachlasses sind auch mit dem Discountzertifikat Verluste möglich. Dazu käme es aber erst, wenn die Kuka-Aktie am Laufzeitende weniger als wert ist, als Sie zu Beginn für das Discountzertifikat bezahlt haben. Weiteres Trostpflaster: Mit dem Discountzertifikat machen Sie stets weniger Verluste als mit der Aktie. Das gilt allerdings nicht, wenn die DZ-Bank zahlungsunfähig werden würde. Dann kann es zum Totalverlust kommen, egal wie sich die Kuka-Aktie entwickelt hat.

Quellen:

  1. http://www.welt.de/finanzen/article150010604/
    Die-heimliche-Gefahr-fuer-die-deutsche-Wirtschaft.html
  2. https://www.comdirect.de/inf/news/detail.html?
    ID_NEWS=435080937&NEWS_HASH=
    cc9efddbd491776de5f4a402e581bc4eea781f&
    NEWS_CATEGORY=TOP_NEWS_
    ALL&RANGE=1Y&OFFSET=0&BLOCKSIZE=20
  3. http://www.deraktionaer.tv/video/kuka-aktie-einer-
    der-besten-mdax-werte-ueberhaupt-50181888.html
  4. http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2015-
    11/35747740-berenberg-belaesst-kuka-auf-buy-
    ziel-88-euro-322.htm
  5. http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2015-
    12/35796071-socgen-belaesst-kuka-auf-buy-ziel-
    99-euro-322.htm
  6. http://www.kuka-ag.de/res/AG/financial_reports/
    kuhdrei33/kuka_q3_2015_d_save.pdf
  7. http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2015
    -12/35911286-warburg-research-
    hebt-ziel-fuer-kuka-auf-64-euro-sell-322.htm

 

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