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21.09.2017 14:00

Leifheit: Schuldenfrei, renditestark – und wachstumsschwach

Im Haushalt steht die Marke Leifheit seit 1959 für Zuverlässigkeit und Qualität. Gegenüber seinen Aktionären hat sich der Spezialist für’s Wäschetrocknen, Bügeln und Putzen dagegen mal ein paar Aussetzer geleistet. 2005 und 2008 wurde die Dividende komplett gestrichen. Seit der Finanzkrise läuft der Laden aber: Neun Jahre lang gab’s keine Kürzung, sondern sieben Erhöhungen und zuletzt sogar zwei Sonderausschüttungen.

Im Haushalt steht die Marke Leifheit seit 1959 für Zuverlässigkeit und Qualität. Gegenüber seinen Aktionären hat sich der Spezialist für’s Wäschetrocknen, Bügeln und Putzen dagegen mal ein paar Aussetzer geleistet. 2005 und 2008 wurde die Dividende komplett gestrichen. Seit der Finanzkrise läuft der Laden aber: Neun Jahre lang gab’s keine Kürzung, sondern sieben Erhöhungen und zuletzt sogar zwei Sonderausschüttungen.

Die Boni haben allerdings dafür gesorgt, dass der Payout außerhalb des DividendenAdel-Korridors liegt. Im Durchschnitt der letzten drei Jahre wurden mehr als 80% der Gewinne an die Anteilseigner überwiesen. Das freilich hat bei Leifheit Tradition: Das Geschäft ist eben nicht so kapitalintensiv, dass man großartige Reserven anlegen müsste. Im Gegenteil, alle Investitionen können aus dem Cashflow gestemmt werden – weshalb der Konzern, zu dem auch die Waagen der Marke Soehnle gehören, keinerlei Schulden hat.

Nur logisch, dass Leifheit zu den Nebenwerte-Favoriten vieler Income-Investoren gehört. Zwar hat sich die Aktie allein in den letzten fünf Jahren per saldo verdreifacht und damit mehr als doppelt so gut abgeschnitten wie der CDAX. Dennoch ist die Bewertung nicht überzogen: Das Kurs/Gewinn-Verhältnis liegt bei 18 und wenn man für das nächste Jahr mal vorsichtig mit einer Dividende von 1,20 Euro kalkuliert, errechnet sich aktuell eine Rendite von 4,3%.

Ursächlich dafür ist allerdings auch der jüngste Kursrutsch. Nachdem Leifheit wegen negativer Wechselkurseffekte, einiger Probleme im Vertrieb und höherer Marketingkosten die Jahresprognose kassieren musste, ist die Aktie von knapp 38,00 Euro auf unter 30,00 Euro eingeknickt. Käufe drängen sich dennoch nicht unbedingt auf – zumindest nicht, wenn man auf Ertragsdynamik Wert legt: Im laufenden Jahr dürfte der Konzern sogar weniger verdienen als 2014 und auch das mittelfristige Gewinnwachstum ist mit 2-3% p.a. eher mau.

LEIFHEIT AG DividendenAdel-Profil

Christian W. Röhl ist Unternehmer und Kapitalmarkt-Stratege – vor allem aber Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet. Einblicke in seinen Investment-Alltag gibt der Autor des manager magazin-Bestsellers „Cool bleiben und Dividenden kassieren“ in Vorträgen und Seminaren sowie auf seinem Blog DividendenAdel und bei Twitter (@CWRoehl).

Das DividendenAdel-Profil und der Kommentar sind zum angegebenen Datum auf Basis der zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Informationen erstellt und hernach nicht aktualisiert worden. Sämtliche Inhalte nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Genauigkeit. Die Inhalte dienen im übrigen nur der Information und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der erwähnten Wertpapiere dar. Keinerlei Haftung für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden.

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Christian W. Röhl ist Unternehmer, Kapitalmarkt-Stratege – und Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet. Einblicke in seinen Investment-Alltag gibt der Autor des manager magazin-Bestsellers "Cool bleiben und Dividenden kassieren" auf seinem Blog DividendenAdel sowie in Vorträgen und Workshops.

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