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15.08.2017 16:43

Schloss Wachenheim: Stößchen – wenn man Small Caps mag

Sprichwörtliche Sektlaune herrscht derzeit bei den Anteilseignern der Schloss Wachenheim AG. Der Aktienkurs der Trierer Perlwein-Kellerei hat sich in den vergangenen vier Jahren mehr als verdoppelt. Dazu gab’s von 2010 bis 2016 sieben Dividenden-Anhebungen in Serie. Die Höhe der diesjährigen Ausschüttung wird wegen des versetzten Geschäftsjahres (30.06.) zwar erst in der zweiten Septemberhälfte endgültig bekannt sein. Alles andere als eine weitere Erhöhung wäre gemessen an den bisherigen Informationen zur operativen Entwicklung jedoch eine faustdicke Überraschung.

Sprichwörtliche Sektlaune herrscht derzeit bei den Anteilseignern der Schloss Wachenheim AG. Der Aktienkurs der Trierer Perlwein-Kellerei hat sich in den vergangenen vier Jahren mehr als verdoppelt. Dazu gab’s von 2010 bis 2016 sieben Dividenden-Anhebungen in Serie. Die Höhe der diesjährigen Ausschüttung wird wegen des versetzten Geschäftsjahres (30.06.) zwar erst in der zweiten Septemberhälfte endgültig bekannt sein. Alles andere als eine weitere Erhöhung wäre gemessen an den bisherigen Informationen zur operativen Entwicklung jedoch eine faustdicke Überraschung.

Zum DividendenAdel zählt das mit Marken wie Faber, Nymphenburg, Feist oder Kleine Reblaus in nahezu jedem Supermarkt präsente Unternehmen aber dennoch nicht. Denn 2009 wurde die Ausschüttung in den Wirren der Finanzkrise komplett gestrichen – obwohl Schloss Wachenheim traditionell mit einer sehr moderaten Payout-Quote arbeitet. Früher wurde oft nicht einmal ein Fünftel des Gewinns an die Aktionäre ausgekehrt und auch der aktuelle Drei-Jahres-Durchschnitt zeugt mit gut 30% von immenser Vorsicht.

Hinter der Kontinuität steht im Krisenfall also ein Fragezeichen. Dafür lockt das 1888 gegründete Traditionshaus, das in Deutschland hinter Rotkäppchen-Mumm und Henkell die Nummer drei ist, mit einer durchaus akzeptablen Rendite von 2,7%. Dazu ist die Aktie auch nach der jüngsten Rally nicht zu teuer. Das Kurs/Gewinn-Verhältnis liegt unter 14, das Kurs/Umsatz-Verhältnis bei 0,5. Nur zum Vergleich: Schnaps-Konzerne wie Diageo oder Davide-Campari – zugegebenermaßen deutlich margenstärker – werden mit dem Drei- bis Fünffachen der Erlöse bewertet.

Dennoch kommt Schloss Wachenheim nicht über die Rolle einer Depotbeimischung hinaus. Weil der Börsenwert sich nur auf knapp 150 Mio. Euro beläuft und 70% der Anteile bei den Alteigentümern der 1996 in die AG eingebrachten Sektkellerei Faber liegen, ist der handelbare Streubesitz verschwindend gering. Im letzten halben Jahr sind an allen deutschen Börsen pro Tag im Durchschnitt nicht einmal Stücke im Gegenwert von 50.000 Euro umgegangen. Wer da zu fairen Preisen zum Zuge kommen will, braucht also  Geduld, Fingerspitzengefühl und eine Leidenschaft für Small Caps. Die allerdings wird auch in Naturalien belohnt: Nach übereinstimmender Aussage einschlägig erfahrener Aktionäre zählt Schloss Wachenheim zu den kulinarischen Highlights im Hauptversammlungskalender.

SCHLOSS WACHENHE DividendenAdel-Profil

Christian W. Röhl ist Unternehmer und Kapitalmarkt-Stratege – vor allem aber Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet. Einblicke in seinen Investment-Alltag gibt der Autor des manager magazin-Bestsellers „Cool bleiben und Dividenden kassieren“ in Vorträgen und Seminaren sowie auf seinem Blog DividendenAdel und bei Twitter (@CWRoehl).

Das DividendenAdel-Profil und der Kommentar sind zum angegebenen Datum auf Basis der zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Informationen erstellt und hernach nicht aktualisiert worden. Sämtliche Inhalte nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Genauigkeit. Die Inhalte dienen im übrigen nur der Information und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der erwähnten Wertpapiere dar. Keinerlei Haftung für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden.

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