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17.07.2017 20:00

Tractor Supply: Agrar-Handel für Anti-Zykliker

Nur wenige Themen sind an der Börse momentan dermaßen unbeliebt wie Einzelhandel und Landwirtschaft. Dass der Marktwert von Tractor Supply sich seit Frühjahr 2016 nahezu halbiert hat, macht dennoch stutzig. Denn der US-Agrar-Filialist, der an 1.700 Standorten alles bereithält, was kleinere und mittlere Farmer so brauchen, ist weiterhin auf Wachstumskurs.

Nur wenige Themen sind an der Börse momentan dermaßen unbeliebt wie Einzelhandel und Landwirtschaft. Dass der Marktwert von Tractor Supply sich seit Frühjahr 2016 nahezu halbiert hat, macht dennoch stutzig. Denn der US-Agrar-Filialist, der an 1.700 Standorten alles bereithält, was kleinere und mittlere Farmer so brauchen, ist weiterhin auf Wachstumskurs.

Im vergangenen Jahr konnten Umsatz und Gewinn um knapp 10% gesteigert werden, weshalb die Aktionäre sich über eine von 0,24 auf 0,27 US-Dollar aufgestockte Quartalsdividende freuen durften – die achte Erhöhung in Folge, seit Tractor Supply 2010 erstmals ausgeschüttet hat. Und auch die nächsten Anhebungen sind absehbar, denn der Payout liegt nicht einmal bei einem Drittel. Hinzu kommen allerdings umfangreiche Aktienrückkäufe. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Gesellschaft für rund 300 Mio. US-Dollar eigene Anteile aus dem Markt genommen, wobei natürlich kräftig Geld verfeuert wurde.

Das operative Geschäft gedeiht hingegen. Zwar stagnieren die flächenbereinigten Umsätze, weshalb Tractor Supply derzeit nur durch Neueröffnungen wächst. Weil diese aus dem Cashflow finanziert werden können, scheint das Risiko jedoch überschaubar. Gleichwohl schwebt über der Firma natürlich das Damoklesschwert Amazon – was, wenn der E-Commerce-Multi in das Geschäft mit großem und kleinem Landwirtschaftsgerät einsteigt? Ausschließen sollte man das nicht, allerdings verfügt Tractor Supply nicht zuletzt aufgrund seiner Eigenmarken über eine loyale Kundenbasis. Überdies sind viele Artikel aus dem Sortiment schlichtweg zu groß und zu schwer für den Versandhandel.

Wer schon über ein gut diversifiziertes Depot verfügt und eine antizyklische Spezialität hinzufügen möchte, kann ein Engagement wagen. Erfreulicherweise wird die Aktie nachmittags auch in Deutschland oft zu erträglichen Spreads quotiert. Aber Vorsicht: Mit einem KGV von 15 ist Tractor Supply (noch) kein Schnäppchen, sondern wohl einfach angemessen bewertet – nachdem die Firma 2015/16 schlichtweg überteuert war. 

TRACTOR SUPPLY DividendenAdel-Profil

Christian W. Röhl ist Unternehmer und Kapitalmarkt-Stratege – vor allem aber Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet. Einblicke in seinen Investment-Alltag gibt der Autor des manager magazin-Bestsellers „Cool bleiben und Dividenden kassieren“ in Vorträgen und Seminaren sowie auf seinem Blog DividendenAdel und bei Twitter (@CWRoehl).

Das DividendenAdel-Profil und der Kommentar sind zum angegebenen Datum auf Basis der zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Informationen erstellt und hernach nicht aktualisiert worden. Sämtliche Inhalte nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Genauigkeit. Die Inhalte dienen im übrigen nur der Information und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der erwähnten Wertpapiere dar. Keinerlei Haftung für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden.

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Christian W. Röhl ist Unternehmer, Kapitalmarkt-Stratege – und Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet. Einblicke in seinen Investment-Alltag gibt der Autor des manager magazin-Bestsellers "Cool bleiben und Dividenden kassieren" auf seinem Blog DividendenAdel sowie in Vorträgen und Workshops.

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