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08.08.2017 14:33

Villeroy & Boch: Große Tradition und null Dynamik

Mit 30% Plus seit Jahresanfang hat Villeroy & Boch deutlich besser abgeschnitten als die deutschen Indices. Trotz der Kursrally lockt das Unternehmen nach wie vor mit einer stattlichen Dividendenrendite von 2,9%. Dazu ist das 1748 gegründete Traditionshaus eine astreine Familienfirma: Börsennotiert sind nur die stimmrechtslosen Vorzüge, während die Stammaktien bei den Nachfahren der Gründer liegen.

Mit 30% Plus seit Jahresanfang hat Villeroy & Boch deutlich besser abgeschnitten als die deutschen Indices. Trotz der Kursrally lockt das Unternehmen nach wie vor mit einer stattlichen Dividendenrendite von 2,9%. Dazu ist das 1748 gegründete Traditionshaus eine astreine Familienfirma: Börsennotiert sind nur die stimmrechtslosen Vorzüge, während die Stammaktien bei den Nachfahren der Gründer liegen.

Trotzdem sehen Income-Investoren das im saarländischen Mettlach ansässige Unternehmen eher kritisch. Denn neben der Rendite vermag nur die nahezu idealtypische Ausschüttungsquote von knapp 50% wirklich zu gefallen. Hinter der Kontinuität steht hingegen ein dickes Fragezeichen. Zwar hat Villeroy & Boch in den letzten sieben Jahren sechsmal die Dividende angehoben. Doch 2010 sind die Aktionäre gänzlich leer ausgegangen – Krisen-Crash-Test nicht bestanden.

Darin spiegeln sich die zyklischen Risiken des Geschäfts wider. Teure Bad-Keramik und ambitioniert gepreistes Porzellan leistet man sich eben nur in guten Zeiten. Nur das Ultra-Highend-Segment ist etwas konjunkturresistenter, doch davon ist Villeroy & Boch ein gutes Stück entfernt – genauso wie von den eigenen Dividenden-Bestmarken. Die datieren nämlich aus den Jahren 2000-03, als jeweils 0,55 Euro je Aktie ausgeschüttet wurden. In diesem Jahr gab’s hingegen nur 0,53 Euro.

Erst 2018 dürfte, wenn alles glatt läuft, ein neuer Rekord aufgestellt werden. Doch insgesamt ist das zu wenig Dynamik – eine solche Konstellation müsste durch eine deutlich höhere Rendite oder zumindest eine blütenweiße Historie kompensiert werden. Mit den aktuellen Kennzahlen ist die Aktie aber nicht einmal ein Fall für die Watchlist.

VILLEROY & BOCH VZ. DividendenAdel-Profil

Christian W. Röhl ist Unternehmer und Kapitalmarkt-Stratege – vor allem aber Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet. Einblicke in seinen Investment-Alltag gibt der Autor des manager magazin-Bestsellers „Cool bleiben und Dividenden kassieren“ in Vorträgen und Seminaren sowie auf seinem Blog DividendenAdel und bei Twitter (@CWRoehl).

Das DividendenAdel-Profil und der Kommentar sind zum angegebenen Datum auf Basis der zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Informationen erstellt und hernach nicht aktualisiert worden. Sämtliche Inhalte nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Genauigkeit. Die Inhalte dienen im übrigen nur der Information und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der erwähnten Wertpapiere dar. Keinerlei Haftung für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden.

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Christian W. Röhl ist Unternehmer, Kapitalmarkt-Stratege – und Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet. Einblicke in seinen Investment-Alltag gibt der Autor des manager magazin-Bestsellers "Cool bleiben und Dividenden kassieren" auf seinem Blog DividendenAdel sowie in Vorträgen und Workshops.

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