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03.05.2017 10:32

DZB Marktmonitor: Renditen bleiben unter Druck

Bonus und Express leiden unter niedrigeren Marktschwankungen – Angebote mit Kapitalschutz profitieren nur leicht von Vola-Rückgang

Die Zertifikatekonditionen stehen weiterhin stark unter dem Eindruck der euphorischen Aktienmärkte. Unsicherheiten weichen und mit ihnen die hohen Prämien bei einigen wichtigen Produkttypen. Das gilt für Discountzertifikate und Aktienanleihen, aber auch für die im DZB Marktmonitor beobachteten Bonuspapiere und den Express. Bei drei Jahren Laufzeit und 30 Prozent Puffer für den Euro Stoxx 50 können die teilnehmenden Emittenten derzeit im Durchschnitt nur eine Expressprämie von 8,4 Prozent pro Jahr darstellen (ohne Innenprovision). Damit finden die positiven Tendenzen der letzten Wochen ein jähes Ende und der Indikator liegt jetzt wieder so tief wie letztmals im August 2015. Noch dramatischer sieht der Einbruch bei Bonuszertifikaten mit Gewinngrenze aus. Die Maximalrendite ist unter sechs Prozent gerutscht (5,4 %), was seit mehr als zwei Jahren nicht mehr der Fall war. Vom Rekordtief aus dem Mai 2014 bei 4,3 Prozent bleibt sie aber noch ein ganzes Stück entfernt.

Für neue Kapitalschutzzertifikate sind die niedrigen Volatilitäten hingegen vorteilhaft. Optionen, die dort für die Beteiligung am Aktienmarkt sorgen, sind jetzt schließlich günstiger zu haben. Einen stärkeren Einfluss haben aber die Marktzinsen. Diese sind weiter niedrig, allerdings nicht mehr am Tiefpunkt. Beides zusammen sorgt für eine Stabilisierung der Konditionen. Bei voller Sicherung zum Lauf-zeitende in acht Jahren wäre jetzt eine Beteiligungsrate an steigenden Indexständen von 38,2 Prozent möglich beziehungsweise eine volle Beteiligung bis 122 Prozent. Sowohl Deka als auch LBBW bieten derzeit entsprechende Papiere an. Dort liegt der Cap sogar erst bei 135 Prozent – allerdings bei zehn Jahren Laufzeit.

DZB Marktmonitor - Konzept und Hintergrund

DZB Marktmonitor ist die kommentierte Übersicht zu den aktuellen Benchmark-Konditionen für sechs klassische Zertifikate-Strukturen. Als Datenbasis dienen Preisindikationen, die drei Emittenten dem Zertifikateberater wöchentlich für die Auswertung zur Verfügung stellen. Die Rahmenbedingungen (Struktur, Laufzeit, Puffer, Basiswert) bleiben dabei immer gleich, so dass Trends bei den jeweils darstellbaren Ertragschancen bzw. Partizipationsraten ablesbar werden. Denn diese verändern sich je nach Marktumfeld und hängen von verschiedenen Parametern wie Zinsen und Volatilitäten ab. Ziel des Marktmonitors ist es, dem Leser günstige Zeitfenster für die einzelnen Zertifikatetypen aufzuzeigen und ihm eine Vergleichsbasis für reale Angebote an die Hand zu geben. Bei den abgebildeten Papieren selbst handelt es sich nicht um reale Angebote.

Der Zertifikateberater ist Deutschlands führende und unabhängige Fachpublikation für strukturierte Produkte. Über 50.000 Investmentprofessionals lesen das exklusiv für die Anlageberatung publizierte Magazin.

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