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13.12.2018 08:05

Euro: Ausblick 2019


Seit Anfang des Jahres neigte der Euro zur Schwäche. Allerdings verzerrt der Blick auf den EUR-USD-Wechselkurs das Bild. Der Euro hat zwar seit Anfang des Jahres 6 % gegenüber dem US-Dollar an Wert verloren, aber der handelsgewichtete Euro-Wechselkurs steht bislang nur knapp 1 % im Minus. Wichtige Gegengewichte waren die Seitwärtsbewegung gegenüber der chinesischen Währung und die leichte Aufwertung gegenüber dem britischen Pfund.

 

Im nächsten Jahr dürfte der Euro gegenüber dem US-Dollar seinen Wendepunkt markieren. Dabei ist die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank von wesentlicher Bedeutung. Wir gehen davon aus, dass die EZB die Nettoanleihekäufe Ende des Jahres beendet und die Leitzinswende zunächst beim Einlagenzinssatz in der zweiten Jahreshälfte 2019 vollzieht. Im Frühjahr 2020 dürfte schließlich der Einlagenzinssatz wieder bei null liegen und der Hauptrefinanzierungssatz erstmals angehoben werden. Die Unsicherheit um diesen Ausstiegsplan ist jedoch hoch. Sollte die EZB in 2019 nicht die Leitzinswende vollziehen, dürfte es auch für den Euro ein weiteres Jahr der Schwäche werden.

Risikofaktoren für Konjunktur und Inflation gibt es zahlreich: Italien, Brexit, Protektionismus, Unruhen in Frankreich, Probleme in der deutschen Automobilindustrie, oder den Ölpreis.

 

Zusätzlichen Rückenwind aus den USA könnte der Euro von der US-Notenbank bekommen, sollte die Fed die Kritik von US-Präsident Donald Trump aufgreifen und den Zinserhöhungszyklus deutlich früher als erwartet beenden. Geldpolitische Wendepunkte sind stets mit erhöhter Unsicherheit verbunden. Für den Euro ist mit einer mühsamen und volatilen Rückkehr zur Stärke zu rechnen.

 

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