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11.10.2018 10:30

MÄRKTE AM MORGEN | Schwarzer Mittwoch bei DAX und S&P500

Der DAX ist am Mittwoch um 2,2 Prozent auf 11.712,5 Punkte eingebrochen, nachbörslich ging es sogar bis auf 11.600 Punkten nach unten.

Der DAX ist am Mittwoch um 2,2 Prozent auf 11.712,5 Punkte eingebrochen, nachbörslich ging es sogar bis auf 11.600 Punkten nach unten. Zwar waren sowohl die Zinsen für italienische, als auch für US-Anleihen weitgehend stabil, weshalb es von dieser Seite keinen Verkaufsdruck auf den DAX gab.

Dafür gab es eine Reihe anderer schlechter Nachrichten. So hat die Welthandelsorganisation WTO gewarnt, dass ein ausgewachsener Handelskrieg zwischen den USA und China das weltweite Handelsvolumen um 17,5 Prozent verringern könne. In dem Szenario könne die weltweite Wirtschaftsleistung um 1,9 Prozent belastet werden. Für zusätzlichen Verkaufsdruck beim DAX sorgte der Schweizer Hersteller von Vakuumventilen VAT Group. Er reagiert auf eine schwächere Nachfrage aus der Halbleiterindustrie mit Kurzarbeit für rund 400 Mitarbeiter.

Auf die Nachricht hin war die Infineon-Aktie um 4,4 Prozent eingebrochen und war damit der viertgrößte Verlierer im DAX. Das Papier des niederländischen Wettbewerbers NXP Semiconductors gab um 3,6 Prozent nach. Da die Halbleiterbranche zu den zyklischsten, also konjunkturabhängigsten, Sektoren überhaupt gehört und damit ein hervorragender Frühindikator ist, machten sich Investoren Sorgen über eine Eintrübung der Perspektiven für die Weltwirtschaft.

Im Rahmen des Ausverkaufs bei US-Technologieaktien ist die Wirecard-Aktie um 14,2 Prozent eingebrochen und war damit der größte Verlierer im DAX, vor SAP mit minus 4,9 Prozent. Hingegen legte die Aktie der Deutschen Telekom um 2,7 Prozent zu und war damit als Wert aus einer defensiven Branche gefragt. Die Aktie des französischen Luxusgüterherstellers LVMH ist um 7,1 Prozent eingebrochen, nachdem er vor einer schwächeren Nachfrage in China gewarnt hatte.

Ausverkauf bei US-Technologieaktien

Je länger der Handel in den USA lief, umso größer wurden die Verluste. Am Ende schloss der S&P500 mit einem Minus von 3,3 Prozent am Tagestief. Damit notiert er unter der 100-Tage-Linie von 2.822,4 Punkten. Das war der fünfte Tag in Folge mit einem Kursrückgang, das ist die längste Negativserie seit der Wahl von US-Präsident Donald Trump. Angeführt wurden die Verluste von den US-Technologieaktien, so stand bei Amazon ein Minus von 6,2 Prozent zu Buche, bei Apple von 4,6 Prozent, Netflix von 8,4 Prozent und Facebook von 4,1 Prozent.

Ähnlich wie beim DAX kamen auch beim S&P500 viele Zykliker unter die Räder, nachdem erneut eine Chemiefirma eine Gewinnwarnung abgegeben und auf die höheren Rohstoffkosten und die schwächere Nachfrage im Autobereich hingewiesen hatte. In dem Umfeld sank die Caterpillar-Aktie um 3,8 Prozent.

Bayer-Aktie erholt sich deutlich

Der DAX sinkt vorbörslich auf 11.500 Punkte, das ist das niedrigste Niveau seit Januar 2017. Die Bayer-Aktie springt um rund 5,0 Prozent nach oben, nachdem ein US-Gericht einem Antrag stattgegeben hat, den ersten Glyphosat-Prozess in wesentlichen Teilen neu aufzurollen, bei dem Bayer zu einer Zahlung von 289 Mio. Dollar verurteilt worden war. BMW übernimmt in China für 3,6 Mrd. Euro die Mehrheit von 75 Prozent an dem Joint Venture mit dem Partner Brilliance.

Der Brent-Preis gibt deutlich nach auf 82,0 Dollar je Barrel, hingegen ist Gold ziemlich stabil bei 1.193,0 Dollar je Unze. Um 14.30 Uhr werden die US-Inflationsdaten veröffentlicht. Die Zahlen zu den US-Öllagervorräten werden um 17 Uhr bekanntgegeben.

Hier geht es zu den wichtigsten Wirtschafts- und Unternehmensterminen der Woche: Termine der Woche

Quelle

BNP Paribas ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon fast die Hälfte in den vier Heimatmärkten Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg beschäftigt.

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