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20.12.2018 17:45

Zinsen weekly: Aus für QE in der Eurozone: Nettoanleihekäufe enden zum Jahreswechsel. Renditen weiter auf dem Rückzug.

Nachdem die Rentenmärkte auf beiden Seiten des Atlantiks zwischenzeitlich etwas Federn lassen mussten, sind die Renditen zuletzt wieder zurückgegangen. Zehnjährige Bund-Renditen liegen bei knapp über 0,20 %, ihre zehnjährigen US-Pendants bei unter 2,80 %. Die zweijährigen Treasuries rentieren noch bei 2,65 % − das ist schon erstaunlich vor dem Hintergrund, dass diese Anfang November auf fast 3,00 % gestiegen waren. Zurückzuführen ist der Renditerückgang vor allem auf die deutlich gesunkenen Zinserhöhungserwartungen an die Fed und die zunehmenden Konjunkturrisiken sowohl für die USA als auch für die Eurozone. Aus der konjunkturellen Abschwächung in der Eurozone leiten die Marktteilnehmer ebenfalls einen späteren Beginn der geldpolitischen Normalisierung seitens der EZB ab.

Die Fed hat auf ihrer Zinssitzung am 19. Dezember einen vorsichtigeren Kurs eingeschlagen. Zwar hat sie die Zielspanne für die Fed Funds Rate erneut um 25 bp auf nun 2,25 bis 2,50 % erhöht, aber ihre Kommunikation in Bezug auf weitere Zinsanhebungen ist dovisher geworden. Es soll nur noch „einige weitere graduelle Erhöhungen“ statt „weitere graduelle Erhöhungen“ geben. Zudem rechnen die FOMC-Mitglieder jetzt im Median für 2019 nur noch mit zwei Zinsanhebungen (zuvor drei) und 2020 mit einem Zinsschritt. Die EZB hat ihrerseits auf ihrem Treffen am 13. Dezember den Ausstieg aus den Nettoanleihekäufen zum Jahresende beschlossen. Die sich aus Fälligkeiten von Anleihen ergebenden Volumina werden aber weiterhin am Kapitalmarkt reinvestiert und zwar „noch lange nach einer ersten Zinsanhebung und grundsätzlich so lange wie notwendig“. Die „forward guidance“, wonach eine erste Zinsanhebung nicht vor Ende des Sommers 2019 stattfindet, wurde nicht verändert. Die Konjunkturrisiken für die Eurozone schätzt die EZB unverändert als insgesamt ausgeglichen ein, auch wenn sich die Waagschale in Richtung Abwärtsrisiken bewegt. Die Kommunikation der Notenbank zeigt, dass sie ungerne jetzt schon den weiteren Pfad ihrer geldpolitischen Normalisierung verschieben würde.

Die Konjunkturdaten aus der Eurozone machen es sehr schwer, nicht zunehmend an eine Konjunktureintrübung zu glauben. So ist der ifo-Geschäftsklimaindex im Dezember das vierte Mal in Folge zurückgegangen, wobei sowohl die Geschäftserwartungen als auch die Einschätzung der aktuellen Lage gesunken sind. Noch befindet sich der Gesamtindex zwar im Boombereich, er könnte jedoch demnächst auf einen Abschwung hindeuten. Bei dem Index für das verarbeitende Gewerbe ist das schon der Fall. Auch mit Blick auf die Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone sind die Rezessionsrisiken zuletzt gestiegen, denn diese befinden sich weiter in einem Abwärtstrend. In den kommenden Tagen sollten die Finanzmärkte mit der Weihnachtspause ruhiger werden. Die eine oder andere Datenveröffentlichung steht aber noch an (US-Auftragseingänge, US-Verbrauchervertrauen).


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Quelle

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