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13.12.2018 16:55

Zinsen weekly: Renditerückgang gestoppt. Vorsichtige Entwarnung in Bezug auf Italien und Brexit. EZB- und Fed-Sitzung im Fokus.

Beruhigen sich die Gemüter zum Jahresausklang vielleicht doch noch ein wenig? An den Rentenmärkten hat sich jedenfalls der Abwärtstrend bei den Renditen nicht fortgesetzt. Der positive Stimmungsimpuls ging vor allem von Chinas Regierung aus, die eine Senkung des Zollsatzes für Autos aus den USA von 40 % auf 15 % angekündigt hat. Italiens Angebot an die EU, das Budgetdefizit von 2,4 % auf 2,04 % zu senken, hat den Risikoaufschlag der italienischen Anleihen weiter sinken lassen. Die EU-Kommission ist angeblich nicht mit diesem Zugeständnis Italiens zufrieden. Allerdings könnte die Kommission in Erklärungsnot geraten, da Frankreichs Regierung in Reaktion auf die gewaltsamen Proteste im Land kräftige Ausgabenerhöhungen angekündigt hat. Zuletzt hat das Misstrauensvotum gegen die britische Premierministerin Theresa May noch für Hochspannung gesorgt. Sie hat es überstanden und jetzt streiten sich die Kommentatoren, ob die Position Mays gestärkt oder geschwächt ist. Angesichts der beeindruckenden Nerven aus Stahl, über die die Regierungschefin offensichtlich verfügt, tendieren wir zu der Ansicht, dass es ihr am Ende doch noch gelingt, den Brexit-Vertrag in der jetzigen Form durchzubekommen. Der heutige (13.12.) EU-Gipfel, bei dem man außerplanmäßig mit May auch über den Brexit sprechen wird, könnte dazu beitragen, wenn die EU bereit ist Zusatzprotokolle zu liefern, ohne dass der Ausstiegsvertrag geändert wird.

Heute tagt die Europäische Zentralbank (EZB). Es dürfte erneut bestätigt werden, dass das Anleiheankaufprogramm am Ende des Jahres ausläuft und man ab Januar nur noch fällige Anleihen reinvestiert. Diesbezüglich ist darauf zu achten, ob Draghi Details darüber verlauten lässt, wie flexibel das Reinvestitionsprogramm sein wird. Es ist bisher unklar, ob sich im Zuge der weiteren Ankäufe Laufzeitschwerpunkte verschieben werden und inwieweit bspw. Fälligkeiten aus Staatsanleihen in den Ankauf von Unternehmensanleihen investiert werden. Ein weiteres Thema könnte sein, ob man einen neuen Langfristtender (TLTRO) auflegt. Hintergrund ist, dass 2019 die Funding-Mittel aus dem 2016er TLTRO als unterjährige Mittel in der Bilanz etwa italienischer Banken auftauchen, was regulatorisch als weniger stabile Refinanzierung gewertet wird. Die größte Herausforderung für Draghi dürfte sein, das aktuelle Umfeld einzuordnen. Zuletzt wurde offiziell von „ausgeglichenen Risiken“ berichtet. Angesichts der Datenlage ist eine derartige Einschätzung weniger glaubwürdig. Kommunikativ dürfte es der EZB darum gehen, jeglicher Phantasie, dass man das Ende von QE noch hinauszögern könnte, den Wind aus den Segeln zu nehmen

In der kommenden Woche steht die Fed-Sitzung auf der Agenda, in dessen Vorfeld US-Präsident Trump schon prognostiziert hat, dass Fed-Chef Jerome Powell zum Leitwesen des Präsidenten die Zinsen anheben wird.  Ansonsten ist noch auf die PMI-Geschäftsklimaindizes und den Ifo-Index zu achten, die möglicherweise eine Stabilisierung der Konjunktur in der Eurozone signalisieren werden


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