Themenspecial: Zinsanlagen

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Keine Rendite ohne Risiko

Ausfallrisiko

Funktionsweise Express-Zertifikate

Die wohl wichtigste Regel bei der Geldanlage lautet „Keine Rendite ohne Risiko“. Neben der möglichen Rendite muss das damit verbundene Risiko deshalb immer ebenso stark in eine Investitionsentscheidung einbezogen werden. Während sich die Renditechance anhand von Kupon und Kaufpreis genau berechnen lässt, ist das Risiko allerdings nicht derart konkret in Zahlen fassbar. Für den Investor stellt sich dabei vor allem die Frage, wie wahrscheinlich die Rückzahlung des Nominalbetrags ist. Mit anderen Worten: Wie solvent ist der Emittent der Anleihe? Der Ausfall eines Emittenten ist das größte Risiko für den Anleger. Bei Emittenten mit schwacher Bonität sind deshalb höhere Kupons zu erwarten.

Ein besonders hohes Zinsversprechen ist somit gleichzeitig ein Indiz für erhöhtes Risiko. Doch nicht immer ist auf eine korrekte und effiziente Preisbildung am Markt Verlass. Denn eine Nullrendite bei Bundesanleihen würde ja theoretisch bedeuten, dass hierbei keinerlei Ausfallrisiko besteht. Darüber, ob dies wirklich zutrifft, lässt sich allerdings streiten und es muss davon ausgegangen werden, dass auch bei den hoch bewerteten deutschen Wertpapieren zumindest ein Restrisiko besteht.

Ein weiterer Weg zur Einschätzung von Bonitäten führt über die Bewertungen von Ratingagenturen, die Länder und Unternehmen auf ihrer Notenskala einordnen. Außerdem geben die am Credit-Markt gehandelten Preise für Kreditausfallversicherungen Aufschluss über die Bonitätseinschätzung der dort aktiven professionellen Handelsteilnehmer. Je teurer die Absicherung gegen einen Kreditausfall ist, desto schwächer stufen die Marktteilnehmer die Solvenz des jeweiligen Unternehmens oder Staates ein. Allerdings sind die Preise für die sogenannten Credit Default Swaps (CDS) für Privatanleger meist nicht einsehbar.

Kommt es beim Emittenten tatsächlich zu einem Ausfall, kann dies für den Anleger im schlimmsten Fall den Totalverlust bedeuten. Meist wird die betroffene Anleihe allerdings zu einem Restwert zurückgezahlt. Wie hoch der Restwert ausfällt, ermittelt in der Regel die International Swaps and Derivatives Association (ISDA) bei einer Auktion. Diese Organisation, die für Transparenz auf dem Markt der Kreditderivate sorgen soll, entscheidet außerdem im ersten Schritt darüber, ob die jeweiligen Schwierigkeiten eines Unternehmens oder eines Landes überhaupt als „Kreditereignis“ gewertet werden.

International Swap and Derivatives Association (ISDA)

Die International Swaps and Derivatives Association (ISDA) ist eine Handelsorganisation von Teilnehmern am Markt für OTC-Derivate mit derzeit über 800 Mitgliedern aus knapp 60 Ländern, die sich zum Ziel setzt, den Handel privat gehandelter Derivate auf vielfältige Weise zu vereinfachen. Bekannt ist die Vereinigung dabei hauptsächlich durch die von ihr entwickelten und herausgegebenen ISDA Master Agreements, eine Reihe von Rahmenverträgen für den Handel mit spezifischen OTC-Produkten, in denen grundlegende vertragliche Verpflichtungen zwischen den handelnden Parteien festgelegt sind.

Der Hauptsitz der ISDA befindet sich in New York.

Quelle: Wikipedia.de
Links: Wikipedia, ISDA