Themenspecial: Zinsanlagen

powered by LBBW

Glossar

Glossar

Basiswert / Benchmark / Referenzzinssatz

Bei Anleihen mit variabler, nicht von Beginn an festgelegter Verzinsung hängt die Höhe der Ausschüttungen von einem Basiswert – oft auch Benchmark oder Referenzzinssatz genannt – ab. Dann bestimmt beispielsweise der Euribor-Zinssatz die Höhe der jeweiligen Auszahlungen.

Bonität

Die Kreditwürdigkeit eines Anleihe-Emittenten wird auch als Bonität bezeichnet. Die Bonität lässt Rückschlüsse auf die Wahrscheinlichkeit zu, mit der der Schuldner seine Zahlungsverpflichtungen vollständig und fristgerecht erfüllen wird.

Clean /Dirty Price

Der für Anleihen ausgewiesene Kurs in Prozent des Nominalwerts spiegelt in der Regel nicht den Zinsanspruch wider. Der sogenannten „Clean Price“ zeigt lediglich Preisveränderungen an, die auf Veränderungen von Einflussfaktoren wie Emittentenbonität, Zinsen oder Restlaufzeit zurückzuführen sind. Will ein Investor oder Interessent wissen, zu welchem Preis er die Anleihe verkaufen oder kaufen kann, müssen zusätzlich die bislang in der jeweiligen Zinsperiode aufgelaufenen Stückzinsen hinzugerechnet werden. Der Preis inklusive Stückzinsen wird auch „Dirty Price“ genannt.

Emittent

Anleihen können von Ländern, Bundesländern oder Unternehmen begeben werden. Wer eine Anleihe ausgibt, gilt als Emittent des Papiers. Von der Zahlungsfähigkeit des Emittenten hängt ab, ob Investoren am Laufzeitende ihr eingesetztes Kapital in vollem Umfang zurückgezahlt bekommen.

Euribor

Der Euribor ist der Zinssatz, zu dem sich europäische Banken untereinander für einen bestimmten Zeitraum Geld leihen. Er dient bei Anleihen häufig als Referenz. Der Euribor gibt somit vor, wie hoch die Verzinsung der Anleihe für die folgende Zinsperiode ausfällt. Bei halbjährlichen Zinszahlungen wird in der Regel der 6-Monats-Euribor genutzt, bei vierteljährlichen Ausschüttungen der 3-Monats-Euribor.

First-to-Default / linearer Basket

Bei Bonitätsanleihen, die sich auf mehrere Referenzschuldner beziehen, unterscheidet man zwischen dem „First-to-Default“-Ansatz (FTD) und dem geläufigeren „linearen“ oder „digitalen“ Ansatz. Bei der FTD-Methode gefährdet bereits ein Ausfall eines im Korb (Basket) enthaltenen Referenzschuldners die gesamte Anleihe. Fällt dagegen ein Unternehmen aus einem „linearen“ Korb aus, wird der Nominalbetrag nur anteilig reduziert.

Inflationsrate

Die Verzinsung von Inflationsanleihen hängt von der Inflationsrate ab. Um diese zu messen, können verschiedene Verbraucherpreisindizes herangezogen werden. Beispielsweise misst der HVPI ex Tabak der Eurozone (Harmonisierter Verbraucherpreisindex ohne Tabak) die Preissteigerung innerhalb der Eurozone anhand eines festgelegten Warenkorbs. Die Veränderung dieses Index im Vergleich zum entsprechenden Monat des Vorjahres zeigt die Inflationsrate an.

Kreditereignis

Tritt beim Emittenten oder Referenzschuldner ein sogenanntes Kreditereignis ein, spricht man von einem „Ausfall“ (Default). Dabei sind mögliche Kreditereignisse von der International Swaps and Derivatives Association (ISDA) genau definiert. Ein dort angesiedeltes Komitee entscheidet darüber, ob die Voraussetzungen für einen „Default“ erfüllt sind. Als mögliche Kreditereignisse gelten Insolvenz, Restrukturierung und Nichtzahlung (von Schulden).

Kupon / Zins

Die Ausschüttungen, die der Emittent während oder am Ende der Laufzeit einer Anleihe vornimmt, werden auch Kupons oder Zinsen genannt. Kupons und Zinsen sind in der Regel in Prozent p.a. angegeben. Ihre Höhe wird zur Ausgabe der Anleihe festgelegt.

Nominalbetrag / Nennbetrag

Der Nominalbetrag – auch Nennbetrag genannt – gibt die Stückelung der Anleihe vor. Üblich sind 1.000 Euro. Auf diesen Betrag bezieht sich im Folgenden der Kurs (z.B. 105% bei Nominalbetrag von 1.000 Euro = 1.050 Euro) und die Kupon-Zahlung (z.B. 3% = 30 Euro).

Pari

Ohne Berücksichtigung eines etwaigen Ausgabeaufschlags werden Anleihen zu 100 Prozent emittiert. Während der Laufzeit schwankt der Kurs der Anleihe aber. Notiert sie über 100 Prozent, nennt man dies auch „über pari“. Eine Notiz unter 100 Prozent heißt dem entsprechend auch „unter pari“.

Prozentnotiz

Der Kurs von Anleihen ist in der Regel nicht in Euro ausgewiesen. Anleihen notieren stattdessen in Prozent ihres Nominalwerts. Der Käufer erwirbt also keine bestimmte Stückzahl der Anleihe wie beispielsweise bei Aktien (Stücknotiz), sondern einen gewissen Nominalbetrag. Bei einem Kurs von 105 Prozent und einem Nominalwert von 1.000 Euro kann die Anleihe also beispielsweise zu 1.050 Euro plus Stückzinsen erworben werden.

Referenzschuldner

Bei Bonitätsanleihen hängen die Kupons und die Rückzahlung des vollständigen Nominalbetrags nicht nur von der Solvenz des Emittenten ab. Denn Anleger gehen dort ein weiteres Ausfallrisiko ein. Als sogenannter Referenzschuldner sind Unternehmen, aber auch Länder möglich. Um die Anleihe nicht zu gefährden, darf auch beim Referenzschuldner kein Kreditereignis wie Insolvenz oder Zahlungsunfähigkeit auftreten.

Rendite

Die Rendite, die der Anleger mit einer Anleihe vereinnahmt, errechnet sich aus dem Kaufpreis der Anleihe, den ausgezahlten Kupons und dem Veräußerungskurs. Die Rendite setzt sich also aus den Kupons einerseits und etwaigen Kursgewinnen andererseits zusammen.

Stückzinsen

Zinsen werden bei einer Anleihe nur an den festgelegten Zinsterminen ausgeschüttet. Bei einem vorzeitigen Verkauf der Anleihe stehen dem Verkäufer dennoch Zinsen für die bereits verstrichenen Tage innerhalb der laufenden Zinsperiode zu. Umgekehrt muss ein Käufer während der Laufzeit für den bereits aufgelaufenen Zinsanspruch aufkommen. Dieser wird mit den sogenannten Stückzinsen angegeben. Sie errechnen sich, indem der Jahreskupon auf die Tage einer Zinsperiode umgerechnet und der so ermittelte Tagessatz mit der Anzahl der bereits abgelaufenen Tage multipliziert wird.

Zinstermine

Die Ausschüttung der Zinsen erfolgt bei Anleihen oft in jährlichem Abstand. Möglich sind aber auch andere Frequenzen sowie eine einmalige Zahlung am Laufzeitende. Die Zinstermine geben die geplanten Auszahlungstage genau an.