21.02.2018, 10:47 Commerzbank

Irgendein Deal ist besser als gar kein Deal

USD: Vielleicht können die Fed Minutes vom 31. Januar dem USD weiteren Rückenwind geben. Denn das Statement im Anschluss an die FOMC-Sitzung gab zwar nicht viel her. Das FOMC hob die Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage an, so dass einem Zinsschritt im März nichts mehr im Weg steht, und dieser ist vom Markt auch bereits vollkommen eingepreist. Interessanter könnten aber die Diskussionen der FOMC-Mitglieder über die einzelnen Themen sein, die in den Minutes detailliert aufgeführt werden. Denn aufgrund der Rotation der Regional Heads sind 2018 mit Loretta Mester von der Cleveland Fed und John Williams von der San Francisco Fed zwei Falken ins FOMC geflogen. Zwar ist mit Raphael Bostic (Atlanta Fed) auch gleichzeitig eine Taube neu eingeflattert, aber generell könnte sich der Ton innerhalb des FOMC leicht ins Falkenhafte verschoben haben, was in den Minutes zum Ausdruck kommen und den Dollar noch etwas weiter nach oben schieben könnte.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV43JZ Long EUR/USD Faktor: 5
CD910C Short EUR/USD Faktor: -5

GBP: Erst droht Großbritannien, den Zahlungsverpflichtungen aus der Brexit-Rechnung nicht nachzukommen, sollte die EU kein gutes Handelsabkommen anbieten. Nun scheint das EU Parlament eine Resolution zu erarbeiten, die angeblich mehr Flexibilität in den Verhandlungen zur zukünftigen Handelsbeziehung mit dem UK und einen privilegierten Zugang zum Binnenmarkt ermöglichen sollen. In Vorfreude auf einen „weichen Brexit“ wertete das Pfund auf diese Meldung gestern auf. Ich mahne zur Vorsicht. Denn maßgeschneiderte Assoziierungsabkommen müssen vom EU Parlament, dem Rat und allen 27 Ländern ratifiziert werden und setzen in der Regel die Akzeptanz von EU-Regularien voraus. Letzteres möchte das UK ja gerade vermeiden. Außerdem ist noch lange nichts gesagt über das, was am Ende wirklich dabei herauskommen wird. Denn auch ein gutes Assoziierungsabkommen kann nicht besser sein als eine volle EU-Mitgliedschaft. Ich kann dieser Meldung deshalb nicht viel Positives für das Pfund abgewinnen, außer vielleicht der Tatsache, dass der Worst Case, sprich das Szenario des „no deal“, damit unwahrscheinlicher wird. Jetzt setzt sich erst einmal Premierministerin Theresa May mit ihrem Kabinett am Donnerstag zum Brainstorming zusammen, um ein Konzept zu erarbeiten, wie sich die Regierung die künftige Beziehung mit der EU vorstellt, das sie dann nächste Woche in einer Rede darlegen möchte, bevor die Verhandlungen mit der EU im März wieder aufgenommen werden. Hoffen wir mal, dass sich die Regierung endlich auf eine Linie einigen kann, damit überhaupt einmal klar wird, welche Positionen gegenüber der EU vertreten werden sollen. Bis jetzt herrscht hier nämlich immer noch Mangelware.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV0V44 Long EUR/GBP Faktor: 5
CV0V49 Short EUR/GBP Faktor: -5

SEK: Die schwachen schwedischen Inflationszahlen vom Januar (-0,9% ggü. Vm, 1,7% ggü. Vj) haben klar gemacht, weshalb die Riksbank ihre Inflationsprognose auf der letzten Sitzung nach unten revidiert hat. Sie rechnet nur noch mit 1,8% im CPIF (Kernrate mit konstanten Hypothekenzinsen) für 2018, in erster Linie aufgrund einer schwächeren Preisentwicklung im Dienstleistungssektor. Sofern keine weiteren negativen Überraschungen in den nächsten Monaten kommen, liegt sie damit auch richtig. Aber der unterliegende Trend schwächt sich etwas ab – eine Entwicklung, die es in den nächsten Monaten zu beobachten gilt. Die neuesten Daten sprechen für eine weiterhin vorsichtige Riksbank, die zwar auf Basis der guten wirtschaftlichen Entwicklung und einer Inflation nahe am Inflationsziel in der zweiten Jahreshälfte mit ersten Zinserhöhungen beginnen dürfte, dabei aber sehr behutsam vorgehen wird. Die SEK-Verluste allein nach den Januar-Zahlen gestern sind nicht gerechtfertigt, da diese in das Bild der Riksbank passen. Wenn jedoch in den kommenden Monaten weitere Inflationsergebnisse nach unten überraschen und sich der Inflationsausblick eindeutig verschlechtert, wird die Riksbank erste Zinserhöhungen zeitlich weiter nach hinten verschieben. Dann wären schwächere SEK-Kurse angebracht.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV0V4C Long EUR/SEK Faktor: 5
CV0V4F Short EUR/SEK Faktor: -5

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