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14.04.2015 11:15

Ideen fürs Geld: Bis 4 Prozent mit etwas Distanz zu Volkswagen

62 Prozent!

Diesen gewaltigen Satz machte die Vorzugsaktie der Volkswagen AG in den letzten sechs Monaten. In diesem Zeitraum gab es nur zwei Aktien im Deutschen Aktienindex, die besser performten (K+S und Infineon, mit 65 bzw. knapp 70 Prozent). Aber bei denen ist man aktuell nicht „auf Distanz“ zum eigenen Vorstandsvorsitzenden. Das gibt’s nur in Wolfsburg, wo sich der höchstbezahlte Unternehmenslenker eines DAX-Unternehmens aktuell einer nur aus einem Satz bestehenden Attacke aus dem Mund des Aufsichtsratsvorsitzenden erwehren muss. Eine trotz der reißerischen Überschrift gute Zusammenfassung der Gemenge- und Stimmungslage ist der WELT-Artikel „Warum es irrsinnig ist, Winterkorn zu entmachten“.

Fundamental

In nahezu allen Geschichten über VW, Piëch und Winterkorn werden aktuell die ohne Zweifel herausragenden Leistungen Winterkorns herausgestellt. Toyota ist (vermutlich) früher eingeholt als erwartet, der Konzern macht Rekordgewinne und überhaupt. Sieht nicht alles blendend aus?

Nein! Sieht es nicht! Zum einen ist die seit Jahren kritisierte Profitabilität der Marke Volkswagen deutlich zu niedrig, was bei einer konjunkturellen Eintrübung (so etwas soll ja gelegentlich vorkommen) schnell zu Verlusten führen kann. Zum anderen steht die Automobilindustrie in den nächsten fünf bis zehn Jahren vor gewaltigen Umwälzungen, die unter anderem Zukunftsforscher Lars Thomsen in seinen Vorträgen (z.B. hier) sehr aufschlussreich erläutert. Elektromobilität und selbstfahrende Fahrzeuge sind nur zwei Themen, die schon heute für Aufsehen sorgen und denen in den nächsten Jahren eine Absatzexplosion bevorsteht. Und wann spricht man in diesem Zusammenhang von Volkswagen, wenn von den Innovationsführern die Rede ist?

Ein Aufsichtsrat hat nicht die Vergangenheit sondern die Zukunft im Auge zu behalten. Und wenn ein automobiles Mastermind wie Ferdinand Piëch einen solchen Schuss abgibt, dann darf der Stil durchaus kritisch hinterfragt und kristisiert werden. Aber die Gründe für einen solchen Schuss sind mit sehr großer Wahrscheinlichkeit weit weniger irrsinnig als gemeinhin angenommen wird.

Charttechnisch

Die Kursentwicklung ist wie bei fast allen DAX-Titeln aktuell intakt. Wenn etwas kritisch erscheint, dann die große Dynamik, mit der sich Volkswagen zuletzt entwickelt hat. Dabei könnte sich die Aktie etwas zu stark von fundamentalen Daten gelöst haben und anfälliger für einen Rückschlag sein. Das Risiko reicht hier zunächst mal bis zum Verlauf des kurzfristigen Aufwärtstrend bei 214, vermutlich aber eher bis zur Marke von 205 Euro.

Ideen fürs Geld: Bis 4 Prozent mit etwas Distanz zu Volkswagen

 

2.790 Aktienanleihen …

auf die Volkswagen Vorzugsaktie bieten Emittenten aktuell zum Kauf an. Dabei erhalten Anleger am Ende der Laufzeit einen festen Zinssatz und in Abhängigkeit zur Entwicklung der zugrunde liegenden Aktie entweder den investierten Nennwert oder - in der Regel bei Kursrückgängen - eine im Vorfeld festgelegte Menge Aktien geliefert.

Drei Gründe…

weshalb wir die Aktienanleihe mit der WKN WGZ6V5 ausgewählt haben:

  1. Die Laufzeit ist angenehm kurz. Die Aktienanleihe ist am 22.02.2016 zur Rückzahlung fällig und bietet dem Anleger, der eine eher konsolidierende Entwicklung bei Volkswagen erwartet oder günstiger einsteigen will, einen gut überschaubaren Investmentzeitraum und mit maximal 4 Prozent auch eine ansprechende Rendite.
  2. Der Basispreis liegt exakt bei 205 Euro. Das entspricht einem Risikopuffer zum Aktienkurs bei 247,50 Euro von über 17 Prozent. Daraus ergibt sich im Falle eines Kurses unter 205 Euro am Bewertungstag 15.02.2016 zwar die etwas unhandliche Zahl von 4,8780490 VW Vz.-Aktien, die Anleger erhalten. In der Praxis nimmt die Emittentin hier aber einen Barausgleich (Cash-Settlement) vor und überweist Anlegern den Gegenwert dieser 4,8780490 VW Vz.-Aktien. Notiert die Aktie zum Beispiel bei 200 Euro, gibt es 975,61 Euro für die Aktien zurück.
  3. Für Anleger, die die Volkswagen-Aktie günstiger kaufen wollen, ist die Aktienanleihe stark vereinfacht ausgedrückt ein recht komfortables Vehikel für eine verzinste, limitierte Kauforder. Hier bietet die Emittentin eine Rendite von 4 Prozent, wenn die „Order“ nicht ausgeführt wird. Und wenn es zu einer Ausführung kommt, liegt der Kaufpreis mit 205 Euro deutlich unter dem aktuellen Kursniveau. Damit geht allerdings auch das Risiko eines starken Kursrückgangs einher, denn die „Kauforder“ wird ja erst bei Fälligkeit des Produkts ausgeführt. Kommt es zwischenzeitlich zu einem starken Kursrückgang der Aktie, zum Beispiel auf 150 Euro, erfolgt der Kauf trotzdem zu 205 Euro und der Start als Volkswagen-Aktionär erfolgt mit einem dicken Minus. Genau wegen dieses Risikos bietet die Aktienanleihe auch die vierprozentige Rendite. Beheben lässt sich dies in der Zeit als Inhaber der Aktienanleihe dadurch, dass man eine Stop-Loss-Order für die Aktienanleihe platziert.

Für Anleger, die es komfortabler wollen, bietet sich die WKN PS3UWH an. Hier ist der Basispreis bei 200 Euro angesetzt. Dies hat den Vorteil, dass einem Nennwert von 1.000 Euro exakt fünf Volkswagen Vz.-Aktien entsprechen. Diese werden dann im Falle eines Falles (VW notiert unter 200 Euro) auch direkt ins Depot eingebucht und man muss sich um nichts weiter kümmern. Die Rendite fällt hier um ein Viertelprozent geringer aus, aber Autofahrer wissen ja: Komfort hat seinen Preis und ein bisschen mehr Sicherheit gibt es aufgrund des etwas höheren Sicherheitspuffers ja auch.

 

Mehr zur Motivation für Ideen fürs Geld finden Sie hier: Ideen fürs Geld: Was das soll!

Funktionsweise, Stärken, Schwächen und vieles mehr zur Aktienanleihe erklärt deutlich umfangreicher zudem das moneycube Themenspecial Aktienanleihen.
 

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