Anzeige
15.12.2015 08:15

Ihr Geld: Der Hellas-SALE – Flughäfen günstig abzugeben

Wenn Sie ein Unternehmer wären, würden Sie dann 1,2 Milliarden Euro und mehr in Griechenland investieren?

Gott bewahre, wäre sehr wahrscheinlich Ihre Antwort. Der Flughafenbetreiber Fraport allerdings macht genau das. Zusammen mit dem griechischen Partner Copelouzos und dem staatlichen Privatisierungsfonds HRADF haben die Frankfurter jetzt Konzessionsverträge zur Übernahme von 14 griechischen Regionalflughäfen unterzeichnet. Laufzeit: 40 Jahre.*

Fraport wäre sicher nicht einer der weltweit führenden Betreibern internationaler Flughäfen, wenn man sich von dem Deal nicht etwas verspricht. Das gesamte Passagiervolumen der künftigen Airports belief sich im Jahr 2014 auf rund 22 Millionen Fluggäste. Dieses Jahr könnten es sogar mehr als 23 Millionen werden. Rund 75 Prozent der Passagiere stammen dabei aus dem Ausland. Es sind vor allem Touristen, die beliebte Reiseziele wie Kreta, Rhodos und Korfu ansteuern.**

Die Übernahme ist dennoch nicht ohne Risiken. Zunächst wird eine Konzessionsgebühr von gut 1,2 Milliarden Euro fällig. In den folgenden Jahren muss das Konsortium weiterhin eine jährliche Abgabe von anfänglich 22,9 Millionen Euro zahlen. Bis 2020 sind zudem 330 Millionen Euro in die Erweiterung und den Ausbau der Flughäfen zu investieren. Die Privatisierung selbst ist in Griechenland außerdem umstritten. Die Luftfahrtgewerkschaft Osypa reichte beim obersten griechischen Verwaltungsgericht bereits Klage gegen die Übernahme ein.

Weniger Passagiere – weniger Einnahmen

Der Griechenland-Deal passt gut zur Strategie von Fraport. Zwar steigen die Umsätze am Flughafen Frankfurt, der wichtigsten Einnahmequelle des MDax-Unternehmens, tendenziell an. Die weitaus größeren Wachstumschancen stecken aber in den Beteiligungen und Tochtergesellschaften im Ausland.*** Streiks wie zuletzt im November bei den Flugbegleitern der Lufthansa zeigen zudem, wie verwundbar  der Fraport-Konzern ist. Die Rechnung ist einfach: Weniger Passagiere und Fracht führen zu weniger Einnahmen.

Die Mehrheit der Analysten blickt zumindest optimistisch in die Zukunft. Kursziele von 63 bis 69 Euro machen die Runde.**** Zugegeben, die Aktie hat, wenn man sich die Wertentwicklung der vergangenen Jahre mit der anderer Mdax-Titel anschaut,  durchaus Nachholbedarf. Charttechnisch gilt es zunächst aber erst einmal dem kurzfristigen Aufwärtstrend treu zu bleiben und die Widerstände zwischen 58 und 62 Euro zu überwinden. Gelingt das nicht, sind Rückschlage auf 53 Euro und sogar unter den langfristigen Aufwärtstrend bis auf 49 Euro denkbar.

5,2 Prozent, ohne das sich die Aktie bewegt

Auf Sicht von sechs bis neun Monaten bietet sich daher durchaus der Kauf eines Discountzertifikates als Alternative zur Aktie an. Ganze 363 Rabattpapiere stehen derzeit zur Auswahl. Ganze 116 haben eine Restlaufzeit von Juni bis September 2016. Dabei sticht ein Discountzertifikat der BNP Paribas mit der WKN PS6DHY hervor. Es kostet 2,81 Euro weniger als die Fraport-Aktie, was einem Discount von gut fünf Prozent entspricht. Sollte der Kurs des Flughafenbetreibers Fraport am Laufzeitende am 22. September 2016 genau dort stehen, wo er heute steht, erzielen Anleger allein dadurch eine Rendite von absolut 5,2 Prozent beziehungsweise 6,9 Prozent per annum. Das wäre deutlich mehr als die Dividendenrendite von rund 2,4 Prozent.

Immer an die Risken denken

Maximal möglich ist ein Ertrag von 12,9 Prozent (16,9 Prozent p.a.). Dafür reicht es, wenn die Fraport-Aktie zum Schluss auf oder über dem Cap von 60 Euro notiert. Anleger würden dann 60 Euro erhalten. Mehr lässt sich mit dem Discountzertifikat nicht verdienen. Zu Verlusten käme es bei einem Kurs unter 53,16 Euro. So viel kostet der Rabattschein aktuell. Dank des Discounts würde das Minus stets geringer ausfallen als bei der Aktie, selbst mit Dividende. Zum Totalverlust käme es, wenn die Fraport-Aktie am Laufzeitende bei null Euro notiert oder die BNP Paribas bis dahin zahlungsunfähig wird (Emittentenrisiko).

Quellen:

* Quelle 1

** Quelle 2

*** Quelle 3

**** Quelle 4

 

Versicherung | Kein Interessenkonflikt

Der Autor/Einsteller versichert, dass er bzw. sein Arbeitgeber oder eine mit ihm oder seinem Arbeitgeber verbundene(s) Person oder Unternehmen nicht im Besitz von Finanzinstrumenten ist, auf die sich die Analyse bezieht. Der Autor versichert zudem, dass nicht beabsichtigt ist, die analysierten Finanzinstrumente in den nächsten 72 Stunden selbst zu erwerben oder mit diesen für andere zu handeln.

Der Autor versichert weiterhin, dass Analysen unter Beachtung journalistischer Sorgfaltspflichten, insbesondere der Pflicht zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung sowie der erforderlichen Sachkenntnis, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit abgefasst werden.

Anzeige
Weitere Nachrichten
moneycube Experten
15.06.2016 11:10
Es ist ein Donnerstag. An den Börsen allerdings wird der 23. Juni 2016 ein Tag sein, an dem entweder alle erleichtert aufatmen oder irritiert in die Zukunft schauen.
31.05.2016 10:28
Drei violette und zwei rote Buchstaben – in den USA ist FedEx als Paketzusteller und Kurierdienstleister so bekannt wie hierzulande die drei roten Buchstaben des Deutsche-Post-Logistikers DHL
24.05.2016 09:34
Kuka und Aixtron haben beide Kaufofferten von chinesischen Unternehmen
Anzeige