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18.04.2016 08:34

Ihr Geld: Der Wille ist da

Die Anlegermesse INVEST in Stuttgart setzte am vergangenen Wochenende positive Signale

Da sag noch einmal einer, die Deutschen hätten kein Interesse am Geld anlegen. Zur Anlegermesse INVEST, die am vergangenen Freitag und Samstag zum 17. Mal stattfand, kamen nach Aussage des Veranstalters knapp 12.000 Besucher. Das ist das eine gute Zeichen. Das andere ist: Viele von ihnen suchten nach konkreten Anlageideen. „Auffallend bei der diesjährigen Veranstaltung war der starke Informationsbedarf und die hohe Investitionsbereitschaft der Besucher“, konstatiert Andreas Wiesinger, Mitglied der Geschäftsleitung der Messe Stuttgart. Ich kann das bestätigen. Auch ich war vom hohen Interesse und der aktiven Teilnahme der Besucher an den verschiedenen Veranstaltungen beeindruckt.

Anleger suchen Alternativen zum Sparen

Natürlich beherrschte dabei das Thema „Negativzinsen“ die Runden. Markus Koch, bekannt für seine lebhaften Börsenberichte von der Wall Street für den Nachrichtensender n-tv, beschrieb auf einer Veranstaltung die Möglichkeit negativer Zinsen sogar als die größte Herausforderung, der sich Anleger stellen müssten. Viele Aussteller bestätigten das.

Und die Politik? Die will Sparen attraktiver machen.

Der Versuch des bayerischen Finanzministers, Markus Söder, den Sparerfreibetrag zu verdoppeln(1), wird daran nichts ändern. Was würde es ändern, wenn Sie für Zinserträge statt bis zu 801 Euro (Single) oder 1.602 Euro (Eheleute) auf einmal bis zu 1.602 Euro bzw. 3.204 Euro keine Steuern zahlen müssten? Genau: Nichts. Wahrscheinlich ist Herrn Söder entgangen, dass man heutzutage kaum noch Zinsen bekommt. Oder er hat einfach nicht nachgerechnet. Denn für 100.000 Euro erhalten Sie bei 0,3% Zinsen gerade einmal 300 Euro Zinsen im Jahr. Sollte es tatsächlich zu Negativzinsen kommen, hält es Herr Söder sogar für denkbar, diese von der Einkommenssteuer abzusetzen. Begründung: Sparen darf nicht bestraft werden.

Aktien bleiben das Gebot der Stunde

Statt die Menschen immer weiter zum Sparen zu animieren, sollte die Politik besser das langfristig angelegte Investieren fördern. Zum Beispiel Aktien. „Die Aktienkultur in Deutschland braucht mehr Rückenwind“, fordert Markus Koch. Auch viele andere Experten auf der INVEST sprachen sich dafür aus. Doch auch schon ohne staatliche Förderung sind Aktien für Ihre Geldanlage lohnend. Das zeigte sich erst vorige Woche wieder deutlich. Der Dax legte um fast 4,5% zu und hielt sich seit Wochenmitte über der 10.000-Punkte-Marke. Auch der EURO STOXX 50 legte kräftig zu. Noch rasanter stiegen die Kurse in China: Der HSCEI machte einen Satz von 5,9% nach oben. Ein wesentlicher Grund dafür waren positive Wirtschaftsnachrichten aus dem Reich der Mitte.

Stimmungsbilder dies- und jenseits des Atlantiks

In der aktuellen Woche sind es vor allem Stimmungsindikatoren dies- und jenseits des Atlantiks, die an der Börse zu stärkeren Kursveränderungen führen könnten. Mit dem ZEW-Index für Deutschland erscheint am Dienstag einer der ersten Sentiment-Indikatoren. Zwar dürften die Werte noch nicht wieder in den Himmel wachsen, die Ängste vor einer globalen Rezession sollten Experten zufolge aber nachgelassen haben. Am Freitag gibt es zudem vorläufige Werte einiger europäischer  Einkaufsmanagerindizes (PMIs). Das Bild wird aller Voraussicht nach gemischt ausfallen – für die Industrie tendenziell besser als für den Dienstleistungssektor. Außerdem dürfte es nach wie vor größere Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern geben.

Die anstehenden Meldungen aus den USA beziehen sich vor allem auf die Entwicklung am US-Häusermarkt. Am heutigen Montag wird mit einer nach wie vor guten Stimmung unter den Immobilienentwicklern gerechnet (NAHB-Index). Die Zahlen zu den Baubeginnen und -genehmigungen am Dienstag sollten ebenfalls gut ausfallen und die anhaltend hohe Nachfrage nach Immobilien bestätigen. Ein gestiegener Hauspreisindex am Donnerstag sollte ein weiterer Beleg dafür sein. Das wären gute Zeichen für die US-Konjunktur, ist die Entwicklung des hiesigen Wohnungsmarktes doch eine wichtige Stütze.

Weitere Q1-Zahlen im Anmarsch

Ansonsten präsentieren diese Woche weitere Unternehmen ihre aktuellen Zahlen zum 1. Quartal. Darunter beispielsweise IT-Riese IBM, der sein Geschäft mit Nachdruck optimiert, oder der Konsumgüterhersteller Johnson&Johnson, der seit nunmehr 53 Jahren in Folge die Dividende erhöht hat. Q1-Zahlen gibt es ferner vom französischen Lebensmittelkonzern Danone, Agrarchemieunternehmen Syngenta, Pharmariesen Novartis und vom Baumschinenhersteller Caterpillar. Microsoft wird Ergebnisse fürs 3. Quartal offen legen. Auf deutscher Seite liefert unter anderem Daimler Zahlen fürs 1. Quartal.

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