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23.02.2016 08:30

Ihr Geld: Drohnen hier, Verteilzentren her - Die Deutsche Post ist ein Platzhirsch

Auf Amazon.de gekauft, von der Deutschen Post geliefert. Da muss es doch Chancen für Anleger geben.

Auf Amazon.de gekauft, von der Deutschen Post – beziehungsweise deren Tochter DHL – geliefert. So sieht hierzulande der klassische Versandweg für die meisten Bestellungen beim größten Online-Versandhändler der Welt aus. Noch. Denn Amazon bläßt zum Angriff. Bereits Anfang des Jahres gab es Meldungen, dass der US-Konzern in Deutschland eigene Verteilzentren und spezielle Packstationen aufbauen will und somit die Auslieferung selbst in die Hände nimmt. „Es gibt eine gewisse Nervosität“, musste der Vorsitzende des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik (BIEK), Florian Gerster, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur zugeben. Amazon sei ein Unternehmen, das Branchen auf Trapp bringen könne.(1)

Aktie steht unter Druck auch ohne neue Konkurrenz

Sollten die Pläne von Amazon tatsächlich Früchte tragen, könnte die Deutsche Post das deutlich zu Spüren bekommen. Denn auch der Branchenprimus hat bereits jetzt mit hohem Kostendruck und geringen Margen zu kämpfen. Der Umsatz stieg zuletzt nur mäßig, während Gewinn und Umsatzrendite zurückgingen. Die Aktie hat seit April vergangenen Jahres gut 35% an Wert verloren. Vor einigen Tagen rutschte der Kurs sogar kurz unter die Marke von 20 Euro. Mit der allgemein aufhellenden Börsenstimmung gelang jedoch der Sprung zurück auf über 21,70 Euro.

Ihr Geld: Drohnen hier, Verteilzentren her - Die Deutsche Post ist ein Platzhirsch

Einer bürstet gegen den Strich

Am 9. März 2016 wird das Bonner Post- und Logistikunternehmen seinen Geschäftsbericht 2015 vorstellen. Die meisten Analysten sind zuversichtlich und sehen den fairen Kurs der Post-Aktie vereinzelt über 30 Euro.(2) In den vergangenen sechs Monaten gab es lediglich eine Verkaufsempfehlung, und zwar von der Credit Suisse. Denn Analyst Neil Glynn sieht dunkle Wolken aufziehen. Und das nicht nur wegen der Pläne von Amazon. In diesem Jahr könnten auch die Währungsrisiken in der Region Asien/Pazifik und die Entwicklung des Euro-Wechselkurses zum US-Dollar das operative Ergebnis (EBIT) drücken. Als logische Konsequenz senkte die Credit Suisse das Voting für die Aktie der Deutschen Post um zwei Stufen von "Outperform" auf "Underperform". Das Kursziel wurde von 32,70 auf 20,57 Euro zurückgenommen.(3)

Nun steht dieser Neil Glynn mit seiner Einschätzung allein da und Sie spielen vielleicht mit dem Gedanken in die Aktie zu investieren. Irgendwie aber ist es wie bei den Produktbewertungen auf Amazon: Es reicht eine schlechte Beurteilung und Sie kommen ins Zweifeln. In dem Fall habe ich eine mögliche Lösung für Sie. Warten Sie doch einfach noch mit der Aktie und kaufen Sie zunächst eine Aktienanleihe auf die Deutsche Post. Die Strategie könnte so ausehen: Zunächst sichern Sie sich einen Kupon, der mindestens der Dividendenrendite der Post-Aktie entspricht. Bricht der Aktienkurs nicht stärker ein, steigt er oder verharrt auf der Stelle, gibt es am Ende zusätzlich zur Rendite, die mit dem Kupon erzielt wurde, den Nennwert der Aktienanleihe zurück. Fällt der Kurs zur Fälligkeit des Wertpapiers deutlich, bekommen Sie automatisch Aktien des Logistikers ins Depot geliefert.

5,43% Rendite, auch wenn die Post-Aktie auf 18 Euro fällt

Die Aktienanleihe mit der WKN VS8RKJ von Vontobel passt zu dieser Strategie. Sie besitzt einen jährlichen Zinskupon von 5,5%. Angesichts der etwas mehr als 12-monatigen Zinsperiode (19.2.2016 bis 23.2.2017) ergibt sich eine absolute Verzinsung von 5,5764%. Der Nennwert der Aktienanleihe beträgt 1.000 Euro. Vontobel zahlt also am 24. Februar 2017 je Aktienanleihe 55,76 Euro Zinsen. Das ist fix.

Aktuell kostet die Aktienanleihe etwas mehr als 100% Ihres Nennwertes. Hinzu kommen ein paar Cent angelaufene Stückzinsen. Zusammen macht das 1001,35 Euro. Unterm Strich können Sie mit der Aktienanleihe folglich eine Rendite von gut 5,43% erzielen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Aktie der Deutschen Post am 17. Februar 2017 bei mindestens 18 Euro schließt. Nur dann erhalten Sie zu den Zinsen den Nennwert in bar zurück.

Bei Kursen unter 18 Euro gibt es Post-Aktien

Sollte die Aktie an diesem Tag mit weniger als 18 Euro aus dem Handel gehen, bekämen Sie zwar auch die vereinbarten Zinsen. Vontobel schenkt Ihnen aber auch 55,55 Aktien der Deutschen Post zum amtlichen Schlusskurs (den Bruchteil gibt es in bar). Dadurch werden Sie erstens zum Aktionär, inklusive Dividendenanspruch. Zweitens steigen Sie womöglich zu einem Preis ein, bei dem Sie ohnehin sofort zugeschlagen hätten.

Aber Vorsicht! Das Aktienpaket ist zunächst erst einmal weniger Wert als der Nennwert der Aktienanleihe. Bei einem maßgeblichen Aktienschlusskurs am 17. Februar 2017 von beispielsweise 17 Euro hätten die 55,55 Post-Aktien einen Wert von 944,35 Euro. Zusammen mit den Zinsen von 55,76 Euro ergäbe das einen „Rückzahlungsbetrag“ von 1.000,11 Euro. Sie würden einen kleinen Verlust machen. Bei Aktienkursen unter 17 Euro steigt das Minus entsprechend.

Und hier sind die anderen Risiken

Bedenken Sie auch, dass Sie vor Steuern und Gebühren nie mehr als 5,43% Rendite verdienen können. An Kurssteigerungen der Post-Aktie sind Sie nämlich nicht beteiligt. Gleichwohl haben Sie die Möglichkeit, die Aktienanleihe auch vor dem Laufzeitende zu verkaufen – und auf die Post-Aktie umzusatteln. Das bietet sich etwa dann an, wenn sich ein neuer, starker Aufwärtstrend herausbildet. Alle Berechnungen und Szenarien verlieren aber spätestens dann an Bedeutung, wenn die Emittentin, also Vontobel, zahlungsunfähig wird. Dann droht der Totalverlust des eingesetzten Kapitals, unabhängig von der Kursentwicklung der Post-Aktie. Vergessen Sie das nie!

 

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