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04.02.2016 09:00

Ihr Geld: Gold beruhigt die Nerven

Investieren Sie mal ohne den Gedanken an Kursgewinne. Aber mit einem guten Gefühl der Absicherung.

Wann haben Sie das letzte Mal eine Rechnung über 5.000 Euro oder mehr in bar bezahlt? Vermutlich bei einem Autokauf? Vielleicht zahlen Sie auch teure Uhren oder Schmuck in bar… Im Grunde aber benötigt der Durchschnittsbürger wohl eher selten hohe Beträge in großen Scheinen. Die meisten Deutschen hängen sogar sehr an ihrem Bargeld.(1) In den meisten Fällen dürfte es sich aber eher um Beträge von ein paar Euro handeln, vielleicht mal ein paar Hundert für die neue Fotokamera oder den Fernseher.

Bargeld adé? Das wäre keine gute Idee.

Dass die Bundesregierung jetzt darüber nachdenkt, Bargeldzahlungen künftig nur noch bis zu einer Obergrenze von 5.000 Euro zu erlauben, sollte mich und Sie im praktischen Alltag kaum stören. Immerhin soll dadurch auch den Geldwäschern und Terroristen der Geldhahn zugedreht werden.(2) Es stört mich aber doch. Oder besser gesagt: Es verunsichert mich. Es beschränkt meine Freiheit und gibt mir das Gefühl überall vefolgt werden zu können. Eine deutlich erklärte Absicht der Regierenden. Was, wenn das nur der erste Schritt hin zur vollständigen Abschaffung des Bargeldes ist? Schweden und Dänemark machen bald ernst damit.(3,4)

Für den Staat und die Banken wäre es dann leicht, verdächtigten Bürgern den Zugriff auf mein Geld zu verweigern oder – für jeden relevant – es zu besteuern, wenn es nur noch auf einem Konto liegen darf. Zypern und Spanien haben gezeigt, dass so etwas möglich ist.(5) Auch der Einführung von Negativzinsen würde man machtlos gegenüber stehen.(6) Ihr Guthaben würde dadurch Jahr für Jahr weniger werden. Es gibt so etwas bereits. In der Schweiz beispielsweise.(7) Und selbst hierzulande.(8)

Panikmache liegt mir nicht – aber etwas Gold kann nie schaden

Zu Ihrer Beruhigung: Ich bin niemand, der den Untergang des Finanzsystems prophezeit oder Panik verbreiten will. Das liegt mir nicht. Sie werden mir aber vielleicht Recht geben, dass es angesichts der aktuellen Entwicklung nicht schaden kann, ein bisschen Gold zu haben. Physisches Gold am besten, in Form von kleinen Barren oder Münzen. Denn Gold gilt vielen als das einzig beständige Zahlungsmittel und der beste Schutz gegen die reale Entwertung des eigenen Vermögens. Zugegeben, mit einer Goldmünze aus der Antike können Sie zwar nicht im Supermarkt bezahlen. Sie können die Münze aber für viel Geld verkaufen und dann einkaufen gehen.(9)

Deutsche kauften 2015 immerhin 120 Tonnen Gold

Schätzungen zufolge haben die Deutschen 2015 rund 120 Tonnen Gold in Form von Münzen und Barren gekauft. Da ist so viel wie seit mindestens vier Jahren nicht mehr. Nur in China und Indien ist man noch begieriger nach dem Edelmetall.(10) Seit Jahresbeginn hat die Nachfrage nach Gold sogar noch einmal zugelegt. Vor allem ETFs mit physisch hinterlegten Gold stockten ihre Bestände kräftig auf. Seit dem 1. Januar 2016 waren es 67,5 Tonnen.(11) Große Investoren, die vorranging solche Gold-ETFs handeln, fürchten scheinbar die negativen Folgen des globalen Wirtschaftswachstums und die aktuellen Verwerfungen an den Aktienmärkten.

Günstiger Einstieg oder nicht? Das ist zweitrangig.

Seit seinem Dezember-Tief legte der Goldpreis in US-Dollar um knapp 7,1% zu. Charttechnisch sieht es damit jetzt wieder besser aus, gleichwohl von einem nachhaltigen Rebound noch keine Rede sein kann. Das alles muss Sie aber nicht so sehr interessieren. Ich wiederhole mich gern: Gold sollte in erster Linie eine Versicherung sein und damit generell ein fester Bestandteil im Depot. Experten empfehlen oft einen Anteil von 5% bis 10%. Mit wie viel Sie sich wohlfühlen, hängt von Ihrem Sicherheitsbedürfnis ab. Und sehen Sie das Ganze doch mal so: Steigt der Goldpreis, steigt auch der Wert ihres Goldbestands. Fällt der Goldpreis wieder, können Sie für das gleiche Geld mehr Gold kaufen als im Moment.

Barren, Münzen oder von mir aus auch Xetra-Gold

Goldbarren und -münzen kaufen Sie am besten bei einem seriösen Händler vor Ort oder im Internet. Googlen Sie ruhig mal. Wollen Sie nicht, dass man Sie dabei registiert, kaufen Sie Gold für weniger als 15.000 Euro. Dann bleiben Sie anonym. Ansonsten gilt: Münzen sind aufgrund ihres numismatischen Wertes tendenziell teurer als Barren und weisen zugleich eine höhere Spanne zwischen An- und Verkaufspreis auf. Je größer die Stückelung eines Goldbarren, desto geringer ist der Aufschlag zum reinen Goldpreis. Allerdings lassen sich kleine Gewichtseinheiten im Zweifel schneller wieder zu Geld machen als große.

Der Besitz von physischem Gold verursacht allerdings Kosten. Eventuell müssen Sie sich einen (größeren) Tresor anschaffen oder gegen Gebühr ein Schließfach anmieten. Im Wäsche- oder Küchenschrank sollten Sie Ihr Gold nicht aufbewahren. Eine Alternative zu Goldbarren und -münzen bietet Xetra-Gold (WKN A0S9GB). Dabei handelt es sich zwar um ein verbrieftes Wertpapier, das die Wertentwicklung des Goldpreises widerspiegelt. Ihr Kapitaleinsatz ist allerdings vollständig durch physisches Gold gedeckt, welches Sie sich bei Bedarf an Ihre Hausbank ausliefern lassen können. Kursgewinne sind dabei wie bei Goldbarren und -münzen nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei.(12)

Es gibt auch Risiken, die Sie kennen sollten

Lassen Sie mich am Schluss noch auf einige Risiken eingehen. Die sollten Sie nämlich auch kennen. Erstens bringt Gold keine Zinsen, was angesichts der aktuellen Niedrigzinsen aber zu verschmerzen ist. Zweitens kann es Zeiten geben, in denen Ihr Goldbestand (nominal) weniger wert ist als heute. Und drittens besteht die Gefahr eines Goldbesitzverbots. Es wäre nicht da erste Mal in der Geschichte der Menschheit.

 

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