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11.04.2016 08:30

Ihr Geld: Junge Volkswirtschaften doch wieder „in“

Während Investoren im März aus europäischen und japanischen Aktien-ETFs Geld abgezogen und auch nur wenig Interesse an US-Aktien gezeigt haben, kam es bei ETFs auf Schwellenländer-Aktien zu deutlichen Zuflüssen in Höhe von 1,35 Milliarden Euro.

Dass derzeit so ziemlich jeder an der Börse auf die Entwicklung der Aktienmärkte in Europa und den USA schaut, ist keineswegs verwunderlich. Zwiespältige Konjunkturentwicklungen, eine waghalsige Notenbankpolitik und politische Unsicherheiten sind nur drei der Dinge, die die Kurse in Schach halten. Der DAX zumindest konnte sich von seinem Rückschlag am vorigen Dienstag nicht erholen und schloss die Woche wie viele seiner Kollegen im Minus ab.

Trendwende eingeläutet

Bei all dem übersehen Anleger leicht die aktuelle Entwicklung in den Schwellenländern, den Emerging Markets. Während Investoren im März aus europäischen und japanischen Aktien-ETFs Geld abgezogen und auch nur wenig Interesse an US-Aktien gezeigt haben, kam es bei ETFs auf Schwellenländer-Aktien zu deutlichen Zuflüssen in Höhe von 1,35 Milliarden Euro. Das ist ein neuer Jahres-Rekord. Die Experten des ETF-Anbieters Lyxor sprechen bereits von einer Trendwende.(1) Dieser Überzeugung ist auch das Institute of International Finance (IIF), das sogar von einer verblüffenden Wende spricht.(2) Zur Erinnerung: Im August 2015 stiegen die Sorgen um ein weiter schwächelndes Wirtschaftswachstum in China. Ausländische Investoren zogen daraufhin massiv Geld aus der Region ab. Der bereits starke Mittelabfluss bei Schwellenländer-ETFs verstärkte sich nochmals.

Der nun ausgerufene Turnaround bedeutet nichts anderes, als dass sich Anleger augenblicklich wieder mehr für Aktien aus den Emerging Markets interessieren als den etablierten Märkten. Immerhin wirkt sich die zögerliche Zinspolitik der US-Notenbank Fed in dem Fall positiv aus. Fed-Chefin Janet Yellen hatte die geplante Fortführung der im Vorjahr eingeläuteten Zinswende unter anderem aus dem Grund vorerst auf Eis gelegt, um das weltweite Wirtschaftswachstum nicht zu gefährden. Und das kommt nunmal vor allem aus den Emerging Markets. Zudem bedeuten niedrige US-Zinsen eine finanzielle Entlastung, sind doch Schwellenländer oftmals in US-Dollar verschuldet.

Alle Blicke richten sich auf China

Wenn von den Emerging Markets geredet wird, ist häufig China gemeint. Entsprechend spannend wird die aktuelle Handelswoche. Denn das Riesenreich veröffentlicht gleich eine ganze Reihe von Konjunkturindikatoren. Den Anfang machen die heutigen Zahlen zur jährlichen Entwicklung der Konsumentenpreise für den Monat März. Die Mehrheit der Marktteilnehmer rechnet mit einem Anstieg von 2,4% und damit etwas mehr als im Vormonat.

Richtig Potenzial für Marktbewegungen haben allerdings die Daten zum Außenhandel am Mittwoch, liefern sie doch einen ersten Eindruck zum aktuellen Wirtschaftswachstum in China. Anleger erwarten eine leichte Entspannung auf Grund höherer Exporte. Am Freitag folgen dann die beiden Highlights der Woche: die März-Zahlen zur Industrieproduktion und die Quartals-Zahlen zum BIP. Trotz der verbesserten Stimmung bei Unternehmern im Land (3) rechnen die meisten Marktbeobachter nochmals mit einem schwächeren Wachstum von unter 6,8% (das war der Anstieg im Vorquartal). Immerhin versucht die Regierung in Peking einen Weg aus der Misere zu finden. Die Mittelzuflüsse bei den Schwellenländer-ETFs könnten bereits eine Art positive Vorausschau auf das sein, was kommt. Schließlich wird an der Börse stets die Zukunft gehandelt.

Wichtige Zahlen gibt es auch aus den USA und Europa

Ansonsten werden Anleger diese Woche mit einigen Daten aus den USA versorgt. So geben am Mittwoch Zahlen zum Einzelhandel und am Freitag zum Verbauchervertrauen (Umfrage der Uni Michigan) Aufschluss über den für die US-Konjunktur so wichtigen Wachstumstreiber, den Konsumenten. Angesichts der sich zuletzt nochmals verbesserten Beschäftigungssituation ist mit einer Verbesserung zu rechnen. Am Donnerstag gibt es darüber hinaus noch die Inflationsrate für März. Der jüngste Anstieg der Öl- und damit Benzinpreise sollte sich bemerkbar machen. Eine Belebung ist auch bei der Industrieproduktion zu erwarten (Zahlen kommen am Freitag).

Ein zum Teil entgegengesetztes Bild könnte sich für die Eurozone zeigen. Experten rechnen mit einem leichten Rückgang bei der Industrieproduktion für Februar (auch auf Grund eines Sondereffekts vom Januar) und einer kaum veränderten, leicht negativen, Preisentwicklung. Die Zahlen gibt es am Mittwoch beziehungsweise Donnerstag.

Die ersten Unternehmen kommen mit Q1-Zahlen

Auf Unternehmensseite blicken Anleger bereist mit Ungeduld auf die ersten Quartalsberichte für 2016. Im Dow Jones eröffnet traditionell Alcoa die Saison. Die Zahlen am heutigen Montag dürften aber ernüchternd ausfallen. Für den Börsenbetreiber Nasdaq dürfte das erste Quartal hingegen ein voller Erfolg sein: Technologiewerte sind gefragt was zu hohen Handelsumsätzen führt. Hierzulande bringt der Spezialist für Verpackungen aus Glas und Kunststoff, Gerresheimer, seine Zahlen fürs erste Quartal heraus. Dank zahlungskräftiger Kundschaft aus dem Pharma-Sektor steigt der Gewinn kontinuierlich. Ansonsten legen aus Europa unter anderem Nestlé und Unilever Rechenschaft über die Geschäftsentwicklung in den ersten drei Monaten des Jahres ab (jeweils Donnerstag).

Gleichzeitig gibt es noch einige Nachzügler bei den 2015er-Zahlen. So gibt am morgigen Dienstag die auf mittelständische Unternehmen fokussierte Beteiligungsgesellschaft Indus Holding offiziell ihr Jahresergebnis bekannt. Am Freitag folgt das 2015er-Zahlenwerk von Röhn-Klinikum.

Nehmen Sie sich Freitag und Samstag nichts vor

Am Schluss will ich Ihnen noch den Freitag und Samstag ans Herz legen. Sollten Sie an den beiden Tagen noch kein dickes Kreuz in den Kalender gemacht haben, tun Sie es jetzt. Immerhin findet dann in Stuttgart Deutschlands größte Messe rund um das Thema Finanzen und Geldanlage statt, die INVEST.(4) Für Sie ist das eine sehr gute Gelegenheit, Experten vor Ort auf den Zahn zu fühlen, Fragen zu stellen, auf die Sie schon immer eine Antwort haben wollten und sich über die neuesten Anlagetrends zu informieren.

 

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