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31.03.2016 09:00

Ihr Geld: Reifeprüfung mit siebzig Jahren

In knapp 16 Jahren Amtszeit hat der Telefonica-Chef den Konzern ausgebaut. Jetzt übernimmt sein Nachfolger das Ruder.

Knapp 16 Jahre Chef eines Konzerns zu sein, der weltweit tätig ist und jedes Jahr Milliarden von Euro Umsatz erwirtschaftet, spricht für sich. César Alierta, inzwischen 70 Jahre alt, hat das spanische Telekom-Unternehmen Telefónica zu einer Top-Adresse  im Telekommunikationsbereich gemacht. Unter seiner Führung „eroberte“ man die spanischsprachigen Länder Lateinamerikas sowie Brasilien. In Europa ist man außer im Heimatmarkt Spanien in Irland, Deutschland, Großbritannien, Tschechien und in der Slowakei präsent. Wenn Sie noch nicht wissen, wovon ich rede: Denken Sie einfach an O2, das jüngst sein Netz mit E-Plus fusionierte. Auch dahinter steckt Telefónica.

Aber nicht nur Aliertas Leistung als Unternehmenslenker beeindruckt mich. Auch seine Einsicht, sicht nicht krampfhaft an seinem Posten zu klammern. Alierta will den Stuhl einem anderen überlassen. Einem jüngeren, José María Alvarez-Pallete. Alvarez-Pallete ist 52 Jahre alt. Mit 35 Jahren wurde er Finanzdirektor von Telefónica Internacional, 2012 geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Alierta hält Alvarez-Pallete für den richtigen Mann, um die Herausforderungen der digitalen Revolution mit Erfolg zu meistern.(1)

Schwierige Zeiten. Und eine harte Verkaufsempfehlung

Ein einfaches Erbe wird Alvarez-Pallete nicht antreten. War Lateinamerika vor einigen Jahren noch der Garant für hohe Einnahmen, bereitet die aktuelle Wachstumsschwäche der Region den Spaniern Kopfzerbrechen. Auch immer mehr regulatorische Vorgaben drücken auf Umsatz und Gewinn. Viele Analysten haben ihre Kursziele für die Aktie gesenkt, die Kaufempfehlung allerdings beibehalten. Immerhin zahlt Telefónica eine beachtliche Dividende, die derzeit eine Rendite jenseits von 7,0% einbringt. Für die Deutsche Bank reicht das allerdings nicht aus. Die Aktienstrategen aus Frankfurt sprachen vor kurzem eine klare Verkaufsempfehlung für die Aktie aus. Das Kursziel liegt bei 8,20 Euro – fast zwei Euro unter dem aktuellen Aktienkurs.

Auch markttechnisch auf wackligen Beinen

Der jüngste Kursverlauf der Telefónica-Aktie spiegelt die Verunsicherung der Marktteilnehmer wider. Ende Sommer 2015 rutschte der Aktienkurs aus dem langjährigen Aufwärtstrendkanal nach unten ab. Der anschließende Rückkehrversuch misslang, die Aktie schmierte weiter ab. Zuletzt zeigte der Kurs eine gewisse Stärke und schickt sich sogar an, den aktuellen Abwärtstrend nach oben zu durchbrechen. Für Charttechniker wäre das ein klares Zeichen für weiter steigende Kurse. Zuvor muss aber noch der eine oder andere  Widerstand geknackt werden. Gelingt die Mission nicht, sind erneute Kursrücksetzer durchaus denkbar – in Richtung des Kursziels der Deutschen Bank.

Kursrückgang auf 8,00 Euro? Egal, Sie verdienen trotzdem 5,3%

Sie können sogar einem Kursrückgangs der Aktie auf 8,00 Euro in gut einem Jahr trotzen und dennoch 5,3% verdienen. Mit einer Aktienanleihe von Vontobel. Die WKN des Papiers lautet: VS8W93. Die Aktienanleihe wurde Ende Februar emittiert und wird am 24. März 2017 fällig. Sie bekommen dann ohne Wenn und Aber je Aktienanleihe 81,91 Euro Zinsen ausbezahlt. Bei einem Nennwert von 1.000 Euro entspricht das einer Verzinsung von 8,191% - oder einem jährlichen Zinskupon von 7,6%.

Der Knackpunkt ist der Basispreis bei 8,00 Euro

Ein paar Tage vorher, am 17. März 2017, prüft Vontobel zudem, ob die Telefónica-Aktie zum Börsenschluss auf oder über dem Basispreis von 8,00 Euro steht. Ist das der Fall, zahlt Vontobel Ihnen je Aktienanleihe auch noch den Nennwert von 1.000 Euro je Anleihe. Wie ich auf die angesprochenen 5,3% Rendite komme? Aktuell notiert die Aktienanleihe bei 102,10% ihres Nennwerts. Zusammen mit den bereits angelaufenen Stückzinsen kostet die Aktienanleihe knapp 1.028 Euro. Zurück bekommen Sie im Idealfall 1.081,91 Euro (81,91 Euro Zinsen plus 1000 Euro (Nennwert).

Sollte die Telefónica-Aktie am 17. März 2017 unter 8,00 Euro aus dem amtlichen Börsenhandel gehen, bekämen Sie statt der 1-000 Euro exakt 125 Aktien des spanischen Telekommunikationsunternehmens. Der Wert des Aktienpakets liegt in dem Moment unter 1.000 Euro. Das heißt: Ihre Rendite fällt niedriger aus. Es kann auch zu Verlusten kommen, sollte der Zinsertrag den Differenzbetrag nicht ausgleichen.

Dazu ein Beispiel: Die Telefónica-Aktie steht am 17. März 2017 bei 7,50 Euro. Das Aktienpaket hätte dann einen Wert von 937,50 Euro. Hinzu kämen 81,91 Zinsen. Das macht 1.019,41 Euro. Gekostet hat die Aktienanleihe knapp 1.028 Euro. Sie machen also einen Verlust.

Denken Sie auch an die anderen Risiken

Vor dem Kauf der Aktienanleihe sollten Sie auch bedenken, dass Sie keinen Anspruch auf Zahlung einer Dividende haben. Die Rendite von 5,3 % stellt außerdem den maximal erzielbaren Ertrag dar. Ein Kursanstieg der Telefónica-Aktie bringt Ihnen also nichts. Beziehen Sie in Ihre Kaufentscheidung auch immer mit ein, dass bei einer Zahlungsunfähigkeit von Vontobel sowohl die Zins- als auch die Rückzahlung des gesamten Kapitals ausfallen kann, was einem Totalverlust gleich käme.

 

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