Anzeige
12.04.2016 08:20

Ihr Geld: Wenn Ihr Kind die Stahlindustrie retten möchte

Wundern Sie sich nicht, wenn Sie Ihr Kind bittet, den fast 90.000 Arbeitern in der deutschen Stahlindustrie sowie den unzähligen anderen in den Abnehmerunternehmen zu helfen. Denn der aktuelle Massenstreik der Stahlkocher hierzulande hat so viel Brisanz, dass er sogar in den Kindernachrichten „logo“ auf KIKA ausführlich thematisiert wurde.

Die deutschlandweit mehr als 40.000 streikenden Arbeitnehmer der Branche fordern von Seiten der EU einen besseren Schutz vor Billig-Stahl aus China. Gleichzeitig fürchten sie durch neue Klima- und Energieauflagen, dass ihre Chefs weiter sparen müssen und dadurch ihre Jobs in Gefahr sind.(1)

Der größte Stahl-Chef in Deutschland ist ThyssenKrupp. Die Aktie gehörte gestern mit einem Plus von 2,55% zu den klaren Gewinnern im DAX. Der Stahlgigant aus Essen bekommt von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel Rückendeckung. Der SPD-Politiker machte unmissverständlich klar, die Zukunft der deutschen Stahlerzeugung nicht zu gefährden. Das heißt, notfalls mit harten Bandagen gegen die Dumping-Preise für Stahl aus China zu kämpfen und bei den künftigen Klima- und Energieauflagen auch mal ein Auge zuzudrücken.

Der Gewinner des Monats heißt: ThyssenKrupp

Die Aktie von ThyssenKrupp überraschte aber nicht nur gestern viele Anleger. Innerhalb eines Monats legte der Anteilschein an der Börse Frankfurt fast 9,5% zu. Der DAX hingegen dümpelt im Minus. Dabei brachte das Management die Märkte mit dem Kauf des eigentlich zum Verkauf stehenden Problemwerks in Brasilien vor ein paar Tagen erst noch ins Grübeln. ThyssenKrupp übernahm die Anteile von Miteigentümer Vale. Doch der Deal könnte nur ein weiterer cleverer Schachzug der Duisburger sein. Als alleiniger Eigentümer wäre der Verkauf des Stahlwerks immerhin leichter und schneller über die Bühe zu kriegen. Längst machen auch Spekulationen die Runde, der indische Stahlhersteller Tata Steel, der sich aktuell aus dem britischen Markt zurückzieht, könnte das Stahlgeschäft von ThyssenKrupp in Deutschland übernehmen.

Ihr Geld: Wenn Ihr Kind die Stahlindustrie retten möchte

Was ThyssenKrupp dann vor allem bliebe, wäre die Aufzugssparte. Und die ist, im Gegensatz zur Stahlherstellung, alles andere als ein Sorgenkind. Das Geschäft mit Fahrstühlen und Rolltreppen brummt wieder, selbst in weitgehend gesättigten Märkten wie Deutschland. Denn es wird gebaut. Und wo gebaut wird, werden Fahrstühle und Rolltreppen gebraucht. Die Produkte „made in Essen“ sind dabei besonders gefragt, entwickelt ThyssenKrupp doch unter anderem doppelstöckige Aufzüge. Das spart Platz und Material. Auch beim Thema Energieeffizienz punkten Essener.(2) ThyssenKrupp gehört längst zu den weltweit größten Herstellern von Aufzügen und Rolltreppen.

Noch sind die schwierigen Zeiten nicht vorbei

Naja, ich will gar Sie nicht missionarisch zum überzeugten ThyssenKrupp-Aktionär werden lassen. In trockenen Tüchern ist bei Thyssenkrupp noch lange nichts. Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2015/16 (Oktober bis Dezember 2015) brachte einen Umsatzrückgang von 5,0% gegenüber dem Vorjahreszeitraum ans Tageslicht. Unterm Strich kam es sogar zu einem Verlust von 23 Millionen Euro, nach zuvor 54 Millionen Euro Gewinn.(3)

Auch charttechnisch muss die Aktie erst noch zeigen, dass sie das Zeug zum echten Highflyer hat. Mitte 2015 wurde der langjährige Aufwärtstrend verlassen. Mit dem jüngsten Kursanstieg schickt sich der Anteilschein nun immerhin an, dem aktuellen Abwärtstrend wieder zu entkommen. Ein Satz über die 20-Euro-Marke würde dieses positive Signal nachhaltig stärken. Beruhigend ist, dass mit dem Tief am 01.02.2016 abermals die Unterstützungszone zwischen 12 und 14 Euro bestätigt wurde.

Mehr als 33% Rabatt und fast 5,6% Rendite – ist das ein Deal?

Angesichts der hohen Volatilität (250-Tage: 39,69%) erscheint der Kauf eines Discountzertifikats eine viel versprechende Alternative zur ThyssenKrupp-Aktie. Und tatsächlich: Das Discountzertifikat der HypoVereinsbank mit der WKN HU34M3 bietet aktuell einen Preisnachlass (Discount) von mehr als 33% auf den Anteilschein des Stahlkonzerns. Der Cap liegt bei 13,50 Euro – also mitten in der erwähnten Unterstützungszone. Notiert die ThyssenKrupp-Aktie am 17.03.2017 auf oder über dieser Marke, erhalten Sie von der HypoVereinsbank 13,50 Euro zurück. Bei einem Kaufpreis von 12,79 Euro würden Sie eine absolute Rendite von 5,55% erzielen.

Die Risiken nicht vergessen

Sollte die ThyssenKrupp-Aktie am 17.03.2017 unter 13,50 Euro schließen, werden Sie Inhaber von 1 ThyssenKrupp-Aktie. Zu einem echten Verlust käme es allerdings erst, wenn die Aktie weniger als 12,79 Euro wert ist und Sie diese verkaufen würden. Dank des hohen Discounts würde aber selbst ein Verlust deutlich geringer ausfallen als beim Aktienkauf. Nehmen wir an, die ThyssenKrupp-Aktie notiert bei 11,00 Euro. Mit der Aktie hätten Sie – trotz Dividende – einen Verlust von mehr als 40% zu verkraften. Mit dem Discountzertifikat lägen Sie hingegen gerade einmal 14% im Minus.

Der Preis für so viel Sicherheit ist die Gewinnbegrenzung. Künftige Kursanstiege der ThyssenKrupp-Aktie bringen Ihnen nichts. Alle Kurse über 13,50 Euro sind für die Höhe der Rückzahlung irrelevant. Niemals ausblenden sollten Sie das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit der HypoVereinsbank. Tritt der Fall während der Laufzeit des Discountzertifikates ein, kann es unabhängig von der Kursentwicklung der ThyssenKrupp-Aktie zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen.

 

Versicherung | Kein Interessenkonflikt

Der Autor/Einsteller versichert, dass er bzw. sein Arbeitgeber oder eine mit ihm oder seinem Arbeitgeber verbundene(s) Person oder Unternehmen nicht im Besitz von Finanzinstrumenten ist, auf die sich die Analyse bezieht. Der Autor versichert zudem, dass nicht beabsichtigt ist, die analysierten Finanzinstrumente in den nächsten 72 Stunden selbst zu erwerben oder mit diesen für andere zu handeln.

Der Autor versichert weiterhin, dass Analysen unter Beachtung journalistischer Sorgfaltspflichten, insbesondere der Pflicht zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung sowie der erforderlichen Sachkenntnis, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit abgefasst werden.

Anzeige
Weitere Nachrichten
moneycube Experten
15.06.2016 11:10
Es ist ein Donnerstag. An den Börsen allerdings wird der 23. Juni 2016 ein Tag sein, an dem entweder alle erleichtert aufatmen oder irritiert in die Zukunft schauen.
31.05.2016 10:28
Drei violette und zwei rote Buchstaben – in den USA ist FedEx als Paketzusteller und Kurierdienstleister so bekannt wie hierzulande die drei roten Buchstaben des Deutsche-Post-Logistikers DHL
24.05.2016 09:34
Kuka und Aixtron haben beide Kaufofferten von chinesischen Unternehmen
Anzeige