03.08.2020 08:45
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Advance-/Decline-Linie NYSE - Zurück in der Erfolgsspur

HSBC Daily Trading
 

 

Zurück in der Erfolgsspur

Das 1. Halbjahr 2020 hielt an den internationalen Aktienmärkten mehr an Überraschungen bereit, als vielen Investoren lieb gewesen sein dürfte. So erlebten die Aktienbarometer nach einem freundlichen Jahresauftakt – inklusive neuer Rekordstände bei DAX® (13.795 Punkte) und S&P 500® (3.394 Punkte) – im Februar/März einen dramatischen Kurseinbruch. Bei den deutschen Standardwerten war es der schnellste und dynamischste Rückschlag der DAX®-Historie seit 1988! Doch auch die anschließende Erholung sucht ihresgleichen. Vor dem Hintergrund der Aufwärtsdynamik seit März reiben sich fundamentalorientierte Marktteilnehmer oftmals verwundert die Augen. Aktuell gibt es möglicherweise eine nie dagewesene Diskrepanz zwischen den fundamentalen Rahmenbedingungen einerseits und der technischen Marktverfassung andererseits. Glücklicherweise müssen wir nur Letzteres bewerten. Einen guten Ausgangspunkt dazu stellt die Analyse der Marktbreite dar. Schließlich zählt die Bewertung einer Vielzahl von Einzelwerten zu den größten Stärken der Technischen Analyse. Fast schon traditionell starten wir in diesem Zusammenhang mit dem Blick auf die Advance-/Decline-Linie für alle an der NYSE® notierten Einzeltitel (siehe Chart 1).

pfeil-rotAdvance-/Decline-Linie NYSE (Daily)
Chart Advance-/Decline-Linie NYSE
Quelle: Macrobond, HSBC



Marktbreite mit neuen Rekordständen

Der Saldo aus gestiegenen und gefallenen Aktien für alle NYSE®-Papiere strebt weiterhin dynamisch nach Norden. Dabei konnte die A-/D-Linie zuletzt sogar ein neues Rekordhoch verbuchen. Die Mehrzahl der amerikanischen Standardwerte trägt demnach die laufende Aufwärtsbewegung. Negative Divergenzen oder andere Warnzeichen lassen sich derzeit nicht identifizieren. In der Summe sorgt die Marktbreite deshalb für einen unterstützenden Faktor. Das ist vermutlich sogar zu schwach ausgedrückt, denn die Advance-/Decline-Linie sendet noch eine weitere Botschaft: Der Frühjahrsrückschlag fiel zwar heftig aus, stellt letztlich aber nur eine Korrektur dar, ehe im Anschluss die grundsätzliche Haussetendenz wieder aufgenommen wurde. Für einen Aha-Effekt unter Investoren sorgt möglicherweise die Erkenntnis, dass der älteste Marktbreiteindikator der Welt für alle im STOXX® Europe 600 enthaltenen europäischen „blue chips“ dem in nichts nachsteht (siehe Chart 2)! Dank des neuen Allzeithochs können Investoren auch diesseits des Atlantiks von einer gesunden Marktbreite ausgehen. In der Summe steht der Erholungsimpuls seit März in den USA und in Europa auf vielen Beinen.

pfeil-rotAdvance-/Decline-Linie STOXX Europe 600 (Daily)
Chart Advance-/Decline-Linie STOXX Europe 600
Macrobond, HSBC



Marktbreiteimpuls sollte weiter tragen

Die letzte Feststellung wollen wir durch eine objektive Auswertung anhand verschiedener technischer Kriterien zusätzlich absichern. Mit Hilfe des Momentums, der 200-Tages-Linie sowie der Relativen Stärke nach Levy überprüfen wir, wie viele Einzelwerte aus den drei wichtigsten Anlageregionen Deutschland, Europa und USA sich in einem grundsätzlichen Haussetrend befinden. Die nebenstehende Tabelle ist wie folgt zu lesen: 63,9 % der Einzelwerte aus dem S&P 500® verfügen derzeit über eine Relative Stärke von größer als 1. D. h. gemessen an diesem Kriterium befindet sich eine deutliche Mehrheit der US-Standardwerte im Aufwärtsmodus (siehe Tabelle 1). Über alle Regionen hinweg stechen vor allem die hohen Momentum-Prozentsätze hervor. Zuletzt gingen wir deshalb von einem Momentum-Impuls beim kurzfristigsten Maßstab aus. Dieser dürfte weitere Verbesserungen bei den längerfristigen Kriterien 200-Tages-Linie und RSL nach sich ziehen. Für einen Überraschungscoup sorgen die USA, wo die unterschiedlichen Kennziffern mittlerweile mehrheitlich wieder „grünes Licht“ signalisieren. Per Saldo ist die grundsätzliche Marktverfassung unverändert als gut zu bezeichnen. Der beschriebene Marktbreite-Impuls sichert die betrachteten Aktienmärkte nach unten ab.

pfeil-rotS&P 500® (Daily)
Chart S&P 500®
Quelle: Refinitiv, eigene Berechnungen



Zyklik: Vom Belastungs- zum Unterstützungsfaktor

Von der grundsätzlichen Marktverfassung ist es nur ein kleiner Schritt hin zu den zyklischen Rahmenbedingungen des 2. Halbjahres 2020. Mit dem Dekaden- und dem US-Präsidentschaftszyklus beleuchten wir dabei die beiden bekanntesten Zyklen überhaupt. Regelmäßige Leser wissen, dass wir es besonders zu schätzen wissen, wenn beide Einflussfaktoren Hand in Hand gehen. Dies war zu Jahresbeginn 2020 allerdings gerade nicht der Fall. Während das „0er-Jahr“ die größte Herausforderung im Rahmen des Dekadenzyklus darstellt, ist das US-Wahljahr traditionell ein Gutes. Insgesamt wird die Saisonalität nun aber vom Belastungs- zum Unterstützungsfaktor. Selbst das herausfordernde „0er-Jahr“ sieht einen zyklischen Tiefpunkt zum Halbjahreswechsel vor (siehe Chart 3). Apropos Halbjahresultimo: Gemessen am durchschnittlichen Verlauf des Dow Jones in US-Wahljahren legt dieser Zeitpunkt den Beginn der klassischen Wahlrally nahe (siehe Chart 4). Die Erwartungshaltung einer allgemeinen Kursschwäche könnte sich im August als falsch erweisen. Schließlich signalisieren beide Zyklen (noch) saisonalen Rückenwind.

pfeil-rotDow Jones Industrial Average (Daily)
Chart Dow Jones Industrial Average
Quelle: Macrobond, HSBC



Technologie: Krise? Welche Krise?

Im nächsten Schritt möchten wir mit dem Nasdaq 100® einen der entscheidenden Kurstreiber der Rally der letzten Dekade unter die Lupe nehmen. Corona-Krise – war da was? Zumindest in der Rückspiegelbetrachtung scheint diese ketzerische Frage erlaubt, denn der Rückschlag im Frühjahr hat letztlich lediglich die Haltezone aus dem Basisaufwärtstrend seit Sommer 2010 und der 38-Monats-Linie (akt. bei 7.483/7.454 Punkten) bestätigt. In der Folge sind die Technologietitel zügig in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Mittlerweile steht sogar der Ausbruch aus dem o. g. Trendkanal (obere Begrenzung akt. bei 9.754 Punkten) sowie der Spurt auf ein neues Allzeithoch bei 11.069 Punkten zu Buche (siehe Chart 5). Beide Steilvorlagen lassen nun sogar eine erneute Trenddynamisierung zu. Im „uncharted territory“ ergibt sich aus der 161,8%-Fibonacci-Projektion der Februar/März-Korrektur eines der wenigen verbliebenen Anlaufziele bei 11.569 Punkten. In jedem Fall ist dieser Chart mit der Annahme einer grundsätzlichen Baisse unvereinbar. Vielmehr erlebte eine Schlüsselbranche der Rally der letzten Jahre zuletzt eine doppelte, prozyklische Bestätigung. Anleger können deshalb unverändert nach dem Motto „the trend is your friend“ verfahren.

pfeil-rotNasdaq-100 Index® (Monthly)
Chart Nasdaq-100 Index®
Quelle: Refinitiv, tradesignal



Ratio-Chart: Heißgelaufen wie noch nie!

Die beschriebene Trenddynamisierung besitzt allerdings noch eine zweite Dimension, denn die Bullen müssen von nun an den erfolgten Ausbruch aus dem Basisaufwärtstrendkanal seit 2010 jeden Tag bestätigen. Interessanterweise harmoniert die obere Kanalbegrenzung sehr gut mit dem alten Rekordhoch von Februar (9.737 Punkte). Der dadurch entstehenden Kreuzunterstützung kommt deshalb eine Schlüsselrolle zu: Da deren Rebreak die Gefahr eines Fehlausbruchs anschwellen ließe, gilt es eine negative Weichenstellung unbedingt zu verhindern. Das alte Allzeithoch ist deshalb als künftiger Stop-Loss prädestiniert. Der aktuelle Chartverlauf des Nasdaq 100® gibt Anlegern also die Gelegenheit, ein strikteres Money Management im 2. Halbjahr 2020 anzuwenden. Eine Risikobegrenzung legt auch der Ratio-Chart zwischen dem Technologiebarometer und dem S&P 500® nahe. Seit vielen Jahren läuft der Technologiesektor besser als die US-Standardwerte. Dieser Trend hat sich im bisherigen Jahresverlauf nochmals deutlich beschleunigt. In der Konsequenz ist der Trend zwar absolut intakt, aber auch so heißgelaufen wie niemals zuvor (siehe Chart 6). Ein Grund mehr, mit einem strikten Risikomanagement ins 2. Halbjahr zu gehen.

pfeil-rotRatio-Chart Nasdaq100/S&P500 (Monthly)
Chart Ratio-Chart Nasdaq100/S&P500
Quelle: Refinitiv, tradesignal



Dow-Theorie: Taktgeber auf beiden Seiten

Bei der Beurteilung der Ausgangslage der Aktienmärkte für die 2. Jahreshälfte darf der Kursverlauf des Dow Jones Transportation nicht fehlen. Abgeleitet aus der Dow-Theorie dienen die Transportwerte Investoren regelmäßig eine wichtige Orientierungshilfe. Schließlich gibt der Dow Jones Transportation oftmals die Richtung für den Dow Jones Industrial Average vor. In diesem Kontext war die Rückeroberung der Tiefs bei 8.700 Punkten von großer Bedeutung, denn dadurch hat der Transport-Index das vorangegangene Dreifachtop negiert. In der Vergangenheit war ein solches „versagendes Kursmuster“ oftmals ein guter Nährboden für entsprechende Anschlussgewinne. Als Trigger dafür definieren wir einen Sprung über die jüngsten beiden Verlaufshochs bei 9.942/10.096 Punkten, deren Relevanz durch die Glättungslinie der letzten 200 Wochen (akt. bei 9.944 Punkten) noch zusätzlich unterstrichen wird (siehe Chart 7). Aber auch auf der Unterseite dient der Chartverlauf u. E. als wichtige Richtschnur, da das o. g. Tief fast exakt mit der Aufwärtskurslücke von Mai (8.595 zu 8.686 Punkte) zusammenfällt, dient ein erneutes Abgleiten unter diese Bastion als zuverlässiger Signalgeber für wieder aufflammenden Stress an den Aktienmärkten.

pfeil-rotDow Jones Transportation (Weekly)
Chart Dow Jones Transportation
Quelle: Refinitiv, tradesignal



Schon jetzt eine bemerkenswerte Jahreskerze

Damit kommen wir nach Europa. Regelmäßige Leser kennen unsere Vorliebe für hohe Zeitebenen und langfristige Charts. Deshalb beginnen wir unsere Überlegungen auch mit dem Blick auf den Jahreschart des EURO STOXX 50®. Wenngleich erst gut die Hälfte des Jahres absolviert ist, so ergibt sich doch schon jetzt eine bemerkenswerte Jahreskerze. So steht ein Außenstab mit höherem Hoch und tieferem Tief als in 2019 zu Buche! Dabei handelt es sich sogar um eine ganz besondere „outside candle“, denn es werden die Handelsspannen der sieben(!) vorangegangenen Kerzen umschlossen (siehe Chart 8). Den Begrenzungen eines solchen Außenstabs kommt regelmäßig eine besondere Bedeutung zu. Vor allem das bisherige Jahreshoch bei 3.867 Punkten rückt deshalb in den Fokus, denn bereits in den fünf Jahren zuvor haben die europäischen Standardwerte bei 3.700/3.800 Punkten markante Hochs ausgebildet. Wenngleich derzeit noch Zukunftsmusik, so entsteht auf diesem Niveau doch eine wichtige Schaltstelle. Ob dieses Niveau bis zum Jahresende tatsächlich nochmals ins Visier genommen werden kann, hängt von einem Sprung über die Widerstandszone aus den jüngsten Verlaufshochs bei 3.395/3.451 Punkten bzw. der 200-Tages-Linie (akt. bei 3.383 Punkten) ab.

pfeil-rotEURO STOXX 50® (Annually)
Chart EURO STOXX 50®
Quelle: Refinitiv, tradesignal



DAX®: Die Acht, die lacht!

Mit einer knackigen und im Gedächtnis bleibenden Überschrift starten wir die Analyse der deutschen „blue chips“. In der Retrospektive erfuhr die Kernunterstützung bei rund 8.000 Punkten durch das Märztief (8.256 Punkte) eine erneute Bestätigung. Zusammen mit der 200-Monats-Linie (akt. bei 8.188 Punkten), den Hochs der Jahre 2007 und 2000 (8.152/8.136 Punkten) sowie dem Basisaufwärtstrend seit 1982 (akt. bei 7.796 Punkten) entsteht hier ein ultimativer Rückzugsbereich – auch für zukünftige Krisen (siehe Chart 9). Unsere Überschrift besitzt allerdings noch eine zweite Dimension, denn auch mögliche Käufer von Anlagezertifikaten sollten unsere Headline im Hinterkopf behalten. Als Techniker wissen wir es schließlich besonders zu schätzen, wenn Produktausgestaltungsmerkmale einerseits und die wichtigsten charttechnischen Marken andererseits zueinander passen. Bei der 8.000er-Marke ist diese Anforderung definitiv erfüllt. Im Verlauf der Erholung war darüber hinaus die Rückeroberung des Tiefs von Dezember 2018 bei 10.279 Punkten wichtig, denn damit hat der DAX® die vorangegangene Topformation negiert. Dank der folgenden Anschlussgewinne geraten nun sogar die Rekordstände bei 13.597/13.795 Punkten wieder in Schlagdistanz.

pfeil-rotDAX® (Monthly)
Chart DAX®
Quelle: Refinitiv, tradesignal



MACD: Börse extrem!

Doch ist ein Anlauf auf das bisherige Allzeithoch wirklich realistisch? Bei der Beantwortung dieser Frage greifen wir auf einen absoluten Standardindikator zurück: den MACD. Der schnellste, dynamischste Rückschlag der DAX®-Historie hat auch bei dem Trendfolger Spuren hinterlassen. So ist der Wochen-MACD auf einen historischen Tiefstand gefallen, ehe es im Mai zu einem neuen Einstiegssignal kam (siehe Chart 10), welches bis heute trägt. Diese Extremkonstellation auf Indexebene konnten Investoren im Frühjahr auch bei einer Vielzahl von DAX®-Einzelwerten identifizieren. Grundsätzlich gilt: Weit entfernt von der Nulllinie generierte MACD-Signale besitzen eine besondere Aussagekraft und verdienen deshalb eine besondere Beachtung. In der Vergangenheit wurden durch solche Weichenstellungen oftmals starke Trends begründet. Wenngleich die überverkaufte Lage des Frühjahrs ebenfalls in Rekordtempo abgebaut wurde, besitzt der MACD doch noch etwas Luft bis zu seinen oberen Rekordständen. Unter dem Strich liefert der Trendfolger Anlegern also ein gutes Argument, um das Februarhoch bei 13.795 Punkten in den nächsten Monaten ins Visier zu nehmen.

pfeil-rotDAX® (Weekly)
Chart DAX®
Quelle: Refinitiv, tradesignal



Das Undenkbare denken

Was wäre wenn? Sprich, wie verändert sich die charttechnische Ausgangslage, sollte dem DAX® – entgegen aller fundamentalen Widerstände – der Sprung über die Hürden bei 13.597/13.795 Punkten gelingen? Dann entstünde aus technischer Sicht nicht nur ein prozyklisches Investmentkaufsignal, sondern die gesamte Korrektur von Februar/März könnte in diesem Fall zusätzlich als „V-förmiges“ Chartmuster interpretiert werden. Lohn der Mühen wäre ein ordentliches Anschlusspotential, wobei die Trendlinie, welche die Hochpunkte der Jahre 2015, 2017, 2018 und 2020 verbindet, das nächste Etappenziel bei 14.421 Punkten absteckt. Die Parallele zum ehemaligen Erholungstrend seit Ende 2018 verläuft aktuell sogar erst bei 14.875 Punkten. Zu einer ganzheitlichen Betrachtung gehört allerdings auch ein mögliches Stressszenario. Um sich davor zu schützen, definieren wir so etwas wie einen „Katastrophenstop“. Von strategischer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang der dreifache Durchschnitt bei gut 12.000 Punkten. Auf diesem Niveau fällt die 200-Wochen-Linie (akt. bei 12.115 Punkten) mit den Pendants der letzten 50 und 200 Tage (akt. bei 12.415/12.208 Punkten) zusammen. Zwischen den beiden kürzerfristigen Glättungen kam es zuletzt zudem zu einem „golden cross“.

pfeil-rotDAX® (Weekly)
Chart DAX®
Quelle: Refinitiv, tradesignal



Ein unbestechlicher Chart

Der dreifache Durchschnitt ist deshalb als strategische Absicherung im 2. Halbjahr 2020 hervorragend geeignet. Zum Abschluss unseres Halbjahresupdates wollen wir einen unbestechlichen Chart unter die Lupe nehmen. Gemeint ist der Kursverlauf des DAX®-Kursindex – also ohne Berücksichtigung der Dividenden –, an dem Anleger derzeit die ganz großen Leitplanken festmachen können. Auf der Unterseite sind in diesem Kontext der Baissetrend seit Beginn des Jahrtausends bzw. der Aufwärtstrend seit 2003 (akt. bei 4.380/4.216 Punkten) zu nennen. Diverse alte Hochs und Tiefs, der Durchschnitt der letzten 200 Monate (akt. bei 4.427 Punkten) und ein Fibonacci-Level (4.347 Punkten) untermauern die Bedeutung der angeführten Kumulationsunterstützung zusätzlich. Nach Norden steckt indes die Schlüsselzone bei rund 5.600 Punkten die entscheidende Signalschwelle ab. Die hier ausgebildeten Tiefs definieren die Nackenlinie einer alten Topformation aus dem Jahr 2018. Gleichzeitig unterstreichen zwei unterschiedliche Fibonacci-Retracements (5.454/5.644 Punkte) sowie die 38-Monats-Linie (akt. bei 5.576 Punkten) die Bedeutung dieser Schlüsselzone. Ein nachhaltiger Sprung über die Marke von 5.600 Punkten legt deshalb den Grundstein für einen Anlauf auf das Allzeithoch bei 6.444 Punkten.

pfeil-rotDAX® Kursindex (Monthly)
Chart DAX® Kursindex
Quelle: Refinitiv, tradesignal



Fazit

Selten zuvor drifteten fundamentale und technische Faktoren so stark auseinander wie derzeit. Selten war auch der Begriff der berühmten „wall of worry“ – also der Mauer der Angst – so angebracht wie im Sommer 2020. So ist der Anteil der Bullen unter den amerikanischen Privatanlegern gemäß der jüngsten Sentimenterhebung der American Association of Individual Investors mit 20,2 % auf den niedrigsten Stand seit 2016 gefallen! Besonders die Privatanleger sind gegenwärtig so skeptisch wie lange nicht. Da die Hausse bekanntlich erst in der Euphorie stirbt, halten wir im 2. Halbjahr positive Überraschungen für möglich. Beim DAX® ist dabei ein Wiedersehen mit dem bisherigen Rekordhoch bei 13.795 Punkten nicht ausgeschlossen. Um sich vor negativen Überraschungen wie im 1. Halbjahr zu wappnen, bleibt das Money Management für Anleger im weiteren Jahresverlauf von elementarer Bedeutung. Ein Rebreak der verschiedenen gleitenden Durchschnitte bei gut 12.000 Punkten (DAX®) bzw. des alten Allzeithochs bei 9.737 Punkten (Nasdaq 100®) würde die Rückschlagsgefahr wieder aufflammen lassen und die derzeit stimmige markttechnische Verfassung spürbar verschlechtern.



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Quelle

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