01.03.2018 16:30
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Aktien weekly: Divergierende Aktienmarktentwicklung dies- und jenseits des Atlantiks

Während die amerikanischen Aktienmärkte Schritt für Schritt zu alten Höchstständen zurückkehren, kommen die europäischen Aktienmärkte nicht recht vom Fleck. Der deutsche Leitindex notiert im Vergleich zur Vorwoche nahezu unverändert bei 12.450 (+3,2 % seit den Tiefständen Anfang Februar), wohingegen der amerikanische S&P 500 mit 2750 Zählern bereits 5 % gutmachen konnte. Noch immer scheinen sich die Märkte über höhere Inflationsrisiken und eine stärkere Straffung der US-Geldpolitik Sorgen zu machen. So reagierten die Aktienmärkte mit Abschlägen auf den ersten öffentlichen Auftritt des neuen US Fed-Chairman Jerome Powell vor dem Kongress. Dieser erklärte in einer Rede zu seiner Anhörung im Finanzdienstleistungs-Ausschuss des US-Repräsentantenhauses, dass er eine weitere Verbesserung der wirtschaftlichen Dynamik erkenne. Dies verstand der Markt dahingehend, dass mehr als die zuvor erwarteten drei Zinsschritte möglich seien. Dies ist nachvollziehbar, denn ein fortgesetztes Wachstum führt zu einer zunehmenden Auslastung der Kapazitäten und das sollte zu einem höheren Preisdruck führen. Das heißt allerdings nicht, dass damit die Luft aus den Aktien raus ist. Zwar gibt es Phasen im Konjunkturzyklus, in denen üblicherweise Aktien noch stärker zulegen. Jedoch lag die Rendite aus Aktienanlage im historischen Durchschnitt in Zinserhöhungsphasen bei etwa 6 % (siehe dazu unsere Studie „Rohstoffe im Sog der Fed, 14. November 2017). Daher sehen wir weiteres Potential für Aktienmärkte vom gegenwärtigen Niveau.

Die bisherige Berichtssaison fällt für die bisher 18 veröffentlichten Dax-Unternehmen gemischt aus: Während die Firmen bei den Gewinnen die Marktteilnehmer im Gros positiv überraschten, blieben die Umsätze meist hinter den Erwartungen zurück. Positiv fielen u.a. die Ergebnisse im Pharma- und Chemie- sowie im Telekommunikationssektor aus. Die Unternehmen im Grundstoffsektor dürften nicht zuletzt von den in den vergangenen Monaten gestiegenen Rohstoffpreisen in Form höherer Margen profitiert haben. Auch die Autobauer konnten trotz aller Diskussionen um den Dieselmotor ihren Umsatz- und Gewinn sichtbar steigern. Enttäuschend waren dagegen die Zahlen deutscher Finanzdienstleister, bei denen sowohl Umsatz- und Gewinnerwartungen mehrheitlich nicht erreicht wurden.

Angesichts neuer verfügbarer Bilanzdaten lohnt sich ein erneuter Blick auf unser Unter-/Überbewertungsmodell für den DAX und S&P 500, das auf dem Durchschnitt einiger Fundamentalindikatoren (z.B. KGV und KBV) basiert. Es zeigt sich, dass nicht nur die jüngste Aktienmarktkorrektur, sondern auch die letzten Bilanzdaten dazu führten, dass insbesondere der deutsche Leitindex DAX wieder deutlich zu einer faireren Bewertung zurückgefunden hat. Das amerikanische Pendant, der S&P 500, zeigt dagegen weiterhin einer über das Normalniveau hinausgehende Bewertung an. Die Grafik bildet allerdings nur Indexspezifische Fundamentalwerte ab. Externe Einflussfaktoren wie das Zinsniveau oder der Wechselkurs werden dagegen im Modell nicht berücksichtigt.


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