26.10.2017 18:20
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Aktien weekly: S&P 500 und Nikkei 225 auf Rekordständen. Steigende Rohstoffpreise deuten auf ein robustes Wachstum der Weltwirtschaft hin

Der S&P 500 hat mit 2.577 Punkten in der vergangenen Berichtswoche ein neues Rekordhoch erklommen, nachdem die ersten im Index gelisteten Unternehmen ihre Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt haben. Auch der amerikanische Technik-Index Nasdaq notiert gegenwärtig auf einem Allzeithoch von 6.630 Punkten. Die bisherigen Ergebnisse (S&P 500: rund 200 Ergebnisse liegen vor) sind im Allgemeinen besser als erwartet: 75 % der Firmen haben die Einschätzungen bzgl. Gewinn- und Umsatzentwicklung geschlagen. Aktuell ist der Fokus auf die Quartals- und Neunmonatsergebnisse auch deshalb besonders hoch, weil die konjunkturellen Stimmungsindikatoren gegenwärtig auf Höchstständen notieren und die Marktteilnehmer auf eine Bestätigung durch harte Bilanzdaten warten. Auch in Japan konnte der Leitindex Nikkei 225 nach dem eindeutigen Wahlsieg des japanischen Premierministers Shinzo Abe (22.10.) bei den Unterhauswahlen ein neues Rekordhoch von 21.908 Punkten erklimmen. Getragen wurde diese Entwicklung durch die Erwartung auf eine Fortführung der Abenomics. Die Rallye am japanischen Aktienmarkt begann, wie in Europa, schon Anfang September: Der Nikkei 225 verzeichnet ein kräftigen Zuwachs von 11 %.

Der DAX gab in dieser Woche um 0,6 % nach und steht derzeit bei 12.953 Punkten. Die Anleger dürften sich vor der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank welche am heutigen Nachmittag zu Ende geht, und wohl eine Reduzierung der Anleihekäufe beinhalten wird (siehe Seite 1 & 2), mit Käufen zurückgehalten haben. Die Einschätzung über die sieben von 30 veröffentlichten Dax-Ergebnisse fällt mäßig aus: Während die Unternehmen die Autobauer (bisher) hinter den Erwartungen zurück blieben, fielen die Ergebnisse im Pharma- und Chemie-Sektor positiv aus. Der Ludwigshafener Chemieriese BASF konnte Umsatz- und Gewinn im zweistelligen Prozentbereich steigern und bestätigte die Jahresprognose für das Jahr 2017. Der Leverkusener Life-Science Konzern Bayer konnte seinen Umsatz und Gewinn gegenüber dem Vorjahr steigern. Die Unternehmen im Grundstoffsektor dürften nicht zuletzt von den in den vergangenen Monaten gestiegenen Rohstoffpreisen profitiert haben.

Ohnehin dürften höhere Rohstoffpreise (verglichen mit den Tiefstständen Anfang 2016) gut für das Wachstum der Weltwirtschaft sein. Ein Beweis hierzu lieferte China zu dieser Zeit, als die Regierung einige wichtige Reformen eingeleitet hatte, um Überkapazitäten in dem am stärksten verschuldeten Industrien vom Markt zu nehmen. So zum Beispiel im Kohle- und Stahlsektor, wo man die Arbeitsstunden der Arbeiter einschränkte oder aus Umweltschutzaspekten die Produktion reduzierte. Die Folge war u.a. gestiegene Kohlepreise. Gestiegene Kohlepreise reduzierten das Kreditrisiko in den chinesischen Bankbilanzen, welche in der Folge mehr Kredite vergeben konnten. Wir glauben daher, dass höhere verhältnismäßig höhere Rohstoffpreise, deshalb die Finanzierungskonditionen erleichtert. Die in den 70er Jahren gemachte Erfahrung, dass sich steigende Ölpreise zwingend negativ auf die Weltwirtschaft auswirken, ist heutzutage durch die verbesserten Finanzmärkte nicht mehr zutreffend. Das damalige Problem war, dass ein Ölpreisanstieg zu einer Umverteilung des Vermögens von den entwickelten Ländern mit einer niedrigen Sparrate zu den Entwicklungsländern mit einer hohen Sparrate führte und somit die weltwirtschaftliche Wachstumsrate sank. Mittlerweile sind die Finanzmärkte jedoch so gut entwickelt, dass hohe Ölpreise zu einer erhöhten Kreditvergabe führen können, welche wiederum die Wirtschaft ankurbelt und Aktienmärkte tendenziell Zulauf gibt.


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