Anthropic überholt OpenAI

Neues Allzeithoch an der Wall Street


Während sich DAX und Euro Stoxx 50 am Freitag fast unverändert hielten, legten die Indizes an der Wall Street nochmals zu. Der S&P 500 erreichte mit 7580 Punkten ein neues Allzeithoch, ebenso wie der Nasdaq-Sammelindex mit 26.972 Zählern. Die Kurse fielen allerdings im Handelsverlauf von ihren Hochs wieder zurück. Treiber bleibt der KI-Boom. Dell hob aufgrund der enormen Nachfrage nach KI-Hochleistungsrechnern seine Umsatzprognose um 20 % an, was der Aktie einen Kurssprung um 33 % bescherte. In ihrem Sog stiegen auch andere Computerwerte wie IBM und Microsoft kräftig an. Auch außerbörslich gab es Bewegung. Nach einer neuen Kapitalisierungsrunde wird der KI-Protagonist Anthropic nun mit insgesamt 900 Mrd. USD bewertet. Damit zieht das Unternehmen an OpenAI vorbei. Dieser Wechsel spiegelt sich auch in den aus Monatszahlen hochgerechneten Jahresumsätzen wider: 47 Mrd. USD von Anthropic stehen 30 Mrd. USD für OpenAI gegenüber. Angesichts der hohen Dynamik des Marktes kann sich allerdings niemand auf seinen Lorbeeren ausruhen. Die an OpenAI beteiligte japanische IT-Holding Softbank will bis zu 75 Mrd. EUR in Rechenzentren in Frankreich investieren. Und die US-Regierung schließt das Schlupfloch für Exporte von Hochleistungschips an Töchter chinesischer Unternehmen, das sich durch die Streichung einer Regel der Biden-Regierung aufgetan hatte.

Wieder Geplänkel am Golf


Von der angeblichen Grundsatzerklärung zu einer Beilegung des Konfliktes ist wenig zu spüren, und aus dem Weißen Haus war dazu nicht viel zu hören. Heute früh gab es hingegen die nächsten Scharmützel am Persischen Golf, der Iran antwortete mit Angriffen in Kuwait auf den Beschuss von Drohnenbasen durch die USA. Israel rückt unterdessen im Libanon weiter vor. Wenig überraschend legten die Ölpreise wieder zu. Präsident Trump wird das im Vorfeld der Zwischenwahlen nicht gefallen, und er hat auch noch andere Themen: Gerichte blockieren den staatlichen Fonds, mit dem er unter anderem die Randalierer vom 6. Januar 2021 belohnen will. Außerdem soll sein Name wieder vom Kennedy Center in Washington entfernt werden.

Hausse an Asiens Märkten

Der KI-Boom bescherte den Börsen in Fernost einen freundlichen Wochenstart. Der Nikkei-Index legte 0,5 % zu, Koreas KOSPI gewann 1,3 % und Taiwans Leitindex sogar 1,8 %. Auf der Messe Computex in Taipeh wird Nvidia-Chef Jensen Huang als Redner erwartet. Die feste Börsentendenz passt zu den heute früh veröffentlichten Einkaufsmanager-Indizes (PMI). In Japan fiel er zwar leicht, liegt mit 54,5 Punkten aber komfortabel in der Expansionszone. Für China sank der PMI auf 51,8 Punkte, wofür unter anderem eine nachlassende Exportnachfrage verantwortlich zeichnet. Heute kommen noch weitere Mitglieder der PMI-Familie. Dem US-amerikanischen ISM-Index trauen wir einen leichten Anstieg auf 53,0 Punkte zu, während wir für Europa eine Stagnation bei 51,4 Zählern sehen. Auch Europas Börsen hinken hinterher, und die Kursgewinne sind recht selektiv: Der Euro Stoxx 50 gewann im Mai gut 4 % hinzu, aber 29 der 50 Werte liefen schlechter als der Index. Und auch die Sentix-Umfrage vom Wochenende zeigt eine gemischte Stimmung der Anleger: Das Grundvertrauen ist mäßig, gegenüber den US-Technologiewerten wird die Haltung skeptischer. Aber kaum jemand will sich gegen den Markt stellen. Die Bären ziehen sich zurück und warten lieber ab.


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