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25.03.2019 11:00

Autosektor – Licht am Ende des Tunnels

Die Automobilindustrie kämpft derzeit an vielen Fronten. Gleichzeitig befindet sie sich in einem kapitalintensiven Umbruch. Das sorgte zuletzt für eine Reihe von Gewinnwarnungen und Kursabstürzen. Mit neuen Technologien und Allianzen versuchen die Konzerne, die Krise zu umkurven und den Kursverfall an der Börse zu stoppen.

Lange Zeit konnten sich die Autohersteller sicher sein, ihre aufpolierten Karossen allein schon aufgrund der Positionierung als Statussymbol verkaufen zu können. Doch Emotionen reichen nicht länger aus, um den Absatz der PS-Boliden anzukurbeln. Eine junge Generation wächst heran, die das einst kostbare Blech nicht mehr voller Stolz hegen und pflegen möchte, sondern vor allem die Mobilität in den Vordergrund stellt. Folglich ist der Besitz eines Fahrzeugs nicht länger zwingend notwendig.

Verschiedenste Mobilitätskonzepte überrollen den Markt und wer die Weiterentwicklung des traditionellen Geschäfts verschläft, könnte schon bald den Anschluss verlieren. Dies ist aber nicht das einzige Problem, dem sich die Autoindustrie derzeit ausgesetzt sieht. In den vergangenen Quartalen lasteten zusätzliche Hindernisse auf den Konzernen wie zum Beispiel der Zollstreit zwischen den USA und dem Rest der Welt. Hinzu kamen weitere Aufwendungen in der Dieselaffäre, um den Ausstoß von Stickoxiden zu verringern. Die Gemengelage sorgte für einige Hiobsbotschaften: So ruderte BMW bei seinen Zielen für 2018 zurück, Daimler sprach zwei Gewinnwarnungen aus und Continental sogar drei.

Das „Desaster“ im operativen Geschäft blieb nicht ohne Auswirkungen auf die Aktien, die 2018 eine Vollbremsung hinlegten. Unter den deutschen Bluechips schnitten Daimler mit einem Verlust von 35 Prozent und Conti mit minus 46 Prozent am schwächsten ab. Auch wenn die Kurse 2019 einen Richtungswechsel eingeschlagen haben, die Rahmenbedingungen für die Branche bleiben prekär. So werden die Entwicklungskosten für neue Technologien hoch bleiben. Der steigende Kosten- und Investitionsdruck fällt ausgerechnet in eine Zeit, in der sich die Konjunktur eintrübt. Ende Januar schraubte die Bundesregierung ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum 2019 von 1,8 auf 1,0 Prozent zurück.

Mit neuen Trends aus der Krise

Die Autoindustrie sieht ihrem häufig kolportierten Untergang aber nicht tatenlos zu. In den Vorstandsetagen der Großkonzerne werden derzeit nicht nur verschiedene Lösungsansätze diskutiert, sondern auch erprobt. Dazu zählt beispielsweise die wachsende Bereitschaft zu mehr Kooperation. Einen Weckruf an die Branche sendeten jüngst die beiden Erzrivalen BMW und Daimler. Nach einem Bericht des „Handelsblatts“ (21. Januar 2019) prüfen die Konkurrenten derzeit die Möglichkeit einer Entwicklungsallianz beim autonomen Fahren. Das Ziel: einen Industriestandard zu etablieren und damit die Kosten in Milliardenhöhe aufzuteilen. Einer Meldung des „Manager Magazins“ vom 23. Januar 2019 zufolge könnte das Duo nicht lange allein bleiben. Auch VW und Zulieferer wie Bosch und Conti spielen angeblich mit dem Gedanken, sich an einem Bündnis zu beteiligen. Die Idee, Kräfte zu bündeln, setzt VW bereits auf internationaler Ebene um. Auf der Detroit Motor Show gaben die Wolfsburger eine Kooperation mit Ford bekannt. Gemeinsam möchten sie unter anderem Pick-ups produzieren. Zusätzlich prüfen sie eine Zusammenarbeit beim autonomen Fahren, E-Antrieben und Mobilitätsdiensten.

„Durch den Wandel von Technologien und Geschäftsmodellen in der Automobilindustrie wird die Innovationskraft von Akteuren zur Überlebensfrage“, weiß Prof. Dr. Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM). In einer Studie haben die CAM-Experten die Innovationskraft von 35 Herstellern in den vergangenen fünf Jahren analysiert und deren Positionierung in den Zukunftsfeldern Elektromobilität, Connectivity und autonomes Fahren bewertet. Ganz vorne befindet sich das deutsche Trio VW, Daimler und BMW. Die Wolfsburger haben im Zeitraum zwischen 2014 und 2018 über 1.000 Innovationen entwickelt und damit mehr als Daimler und BMW zusammen.

Wende im Tank

Der engste Verfolger der heimischen Vorzeigeindustrie in Sachen Innovationen kommt aus Übersee. „Größter Aufsteiger in den letzten fünf Jahren ist der Elektrospezialist Tesla, der sich in diesem Zeitraum als Neueinsteiger von null auf Rang 4 der innovationsstärksten Automobilhersteller hochkatapultieren konnte“, sagt Auto-Experte Bratzel. Der Newcomer brachte es auf 120 Neuheiten. Bei der E-Mobilität ist Tesla mit Abstand sogar Innovationsführer, gefolgt vom Daimler-Partner BAIC aus China.

Tesla möchte aber nicht nur mit seinen Entwicklungsleistungen punkten, auch hat sich Firmengründer Elon Musk nach vielen Verlustjahren schwarze Zahlen auf die Fahnen geschrieben. Der charismatische Chef stellte jüngst für jedes Quartal im Jahr 2019 einen Gewinn in Aussicht. Im dritten und vierten Quartal 2018 ist dies Tesla bereits gelungen. Zu dem positiven Trend beitragen soll auch das Model 3, das im Frühjahr auch in Europa ausgeliefert wird. Wermutstropfen: Das für 2018 in Aussicht gestellte Produktionsziel von mehr als 500.000 Stück pro Jahr wird der Hoffnungsträger voraussichtlich erst zwischen dem vierten Quartal 2019 und dem zweiten Quartal 2020 erreichen.

Aber nicht nur die Kalifornier wissen, wie man E-Autos baut, auch in Europa laufen immer mehr Stromer vom Band. Beispielsweise wird Daimler dieses Jahr den Geländewagen EQC, das erste Elektroauto der neuen Marke EQ, an den Start bringen. „Bis zum Jahr 2020 werden die deutschen Automobilhersteller ihr Modellangebot an E-Autos mehr als verdreifachen – von derzeit 30 auf knapp 100 Modelle“, sagte VDA-Präsident Bernhard Mattes auf dem 15. Qualitäts-Gipfel der Automobilindustrie und fügte hinzu: „Und im Jahr 2030 werden reine Elektroautos rund ein Viertel des Pkw-Weltmarktes ausmachen.“

Daran möchte auch Fiat partizipieren und elektrifiziert nun seinen Kleinwagenklassiker Cinquecento, der 2019 als Hybrid und 2020 in der vollelektrischen Version vorgestellt werden soll. In Sachen Absatz befindet sich Fiat bereits auf der Überholspur. Während das Gros der Autokonzerne derzeit auf dem wichtigen US-Markt kleinere Brötchen backen muss, gibt Fiat Chrysler kräftig Gas. Im Dezember wurde ein starkes Verkaufsplus von 14 Prozent erzielt. Damit ergibt sich im Gesamtjahr ein Anstieg um 8,5 Prozent. Der Trend setzt sich 2019 fort: Im Januar legte der Absatz um zwei Prozent zu. „Trotz des eisigen Wetters im Januar bleiben wir angesichts der robusten US-Konjunktur für 2019 positiv gestimmt“, sagte US-Verkaufschef Reid Bigland.

Ein gemischtes Bild zeigt sich bei Renault. Einerseits feiern die Franzosen Elektro-Erfolge, das Modell ZOE war 2018 erneut das meistgekaufte Elektroauto in Deutschland. Andererseits verzeichnete der Konzern rückläufige Umsatz- und Ergebnisgrößen. Erschwerend hinzu kommt noch eine Managementkrise wegen des verhafteten Ex-Chefs Carlos Ghosn. Das neue Führungsgespann aus Vorstandschef Thierry Bolloré und Verwaltungsratsvorsitzendem Jean-Dominique Senard versucht nun, das Lenkrad herumzureißen. So soll der Umsatz 2019 wieder steigen. Die operative Marge wird allerdings erneut den Rückwärtsgang einlegen. Nach 6,3 Prozent wird für 2019 mit rund sechs Prozent gerechnet.

Deutlich zuversichtlicher ist der Nobelkarossenhersteller Ferrari. Der Traditionskonzern möchte vor allem das Tempo beim operativen Gewinn weiter erhöhen und peilt für 2019 ein Plus von rund zehn Prozent an. Im vergangenen Jahr lag die Steigerung bei acht Prozent. Mit einer Produktoffensive bis 2022 sollen 15 neue Ferrari-Modelle und Modellvarianten präsentiert und der Konzern weiter auf Wachstum getrimmt werden.

Zulieferer in der Bredouille

Dass die Automobilhersteller weltweit vor nie da gewesenen Umbrüchen stehen, spüren auch die Zulieferbetriebe. Neben dem Entwicklungsdruck kommen Probleme auf wichtigen Märkten wie China hinzu. Im Reich der Mitte gab es 2018 den ersten Absatzrückgang seit 1990. Darunter leidet auch Conti und eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht. „Die Abwärtsbewegung der Automobilmärkte hat sich im vierten Quartal wie befürchtet noch einmal deutlich verschärft“, sagte Conti-Chef Elmar Degenhart bei seinem Ausblick 2019. Daher rechnen die Hannoveraner mit einem weiteren Rückgang der Profitabilität. Die Marge auf Basis des um Sondereffekte bereinigten Gewinns vor Zinsen und Steuern soll zwischen acht und neun Prozent liegen, 2018 betrug sie rund 9,2 Prozent. Das Ziel könnte aber auch bewusst konservativ gehalten werden, um Investoren nicht erneut zu enttäuschen. Grundsätzlich ist Conti aber angesichts seines umfangreichen Portfolios an Sensoren, Steuergeräten sowie Kommunikations- und Vernetzungstechnik solide für die Zukunft aufgestellt.

Mit seinen Bordnetzen ist auch Leoni fit für das „Auto der Zukunft“. Doch werden die Nürnberger derzeit ebenso von den Widrigkeiten in der Branche durchgerüttelt. Geprägt von einem schwachen Geschäft, kam es 2018 zu einem starken Kursverfall, welcher zu Übernahmespekulationen führte. Mitte Dezember brachte die Nachrichtenagentur Reuters die indische Motherson Sumi Systems ins Spiel, die angeblich Interesse an Leoni angemeldet hatte. Während es sich dabei noch um Gerüchte handelt, knöpft der seit 1. September amtierende Vorstandschef Aldo Kamper die Ärmel hoch und kündigte ein „Performance- und Strategie-Programm“ an. „Es gibt viel Gutes, auf dem wir aufbauen können, aber es gibt auch viel zu tun, um Leoni zukunftssicher aufzustellen“, sagte Kamper Mitte November.

Auch Aumann setzt auf den Trend Elektoantrieb. Das Unternehmen bietet in seiner E-Mobility-Sparte Spezialmaschinen und automatisierte Fertigungslinien von Elektromotoren und Spulen für die Automobilindustrie an. Nach neun Monaten im Jahr 2018 kletterte der Umsatz in diesem Bereich um 94 Prozent auf 78,4 Millionen Euro empor. Damit entfallen bereits knapp 37 Prozent der Erlöse auf das Zukunftsthema.

Behutsam investieren

Anlegern, die aufgrund der weiter angespannten Situation in der Autobranche eine Direktinvestition scheuen, könnten mit Anlageprodukten von HypoVereinsbank onemarkets und optimiertem Chance-Risiko-Profil einsteigen.

Ausgesuchte HVB-Anlageprodukte aus dem internationalen Automobilsegment

Basiswert Produkttyp ISIN (Letzter)
Rückzahlungstermin
Ausstattungsmerkmale
Aumann AG HVB Aktienanleihe DE000HX6S6Y2 26.06.2020 Zinszahlung:
12,30 % p. a.*
BMW AG HVB Cap Anleihe mit 90 % Mindestrückz. DE000HVB39M7** 04.04.2024 maximale Rückzahlung: EUR 1.450,–
Continental AG HVB Express Aktienanleihe Protect DE000HVB3AK6** 12.04.2023 Zinszahlung:
4,40 % p. a.*,
Barriere: 60 %***
Daimler AG HVB Express Aktienanleihe Protect DE000HVB3AL4** 05.10.2022 Zinszahlung:
4,30 % p. a.*,
Barriere: 60 %***
Ferrari N.V. HVB Bonus Cap Zertifikat DE000HX7CA01 03.01.2020 Bonuslevel (= Cap****): EUR 230,–,
Barriere: EUR 75,–
Fiat Chrysler N.V. HVB Express Aktienanleihe Protect DE000HVB3AH2** 12.04.2022 Zinszahlung:
7,45 % p. a.*,
Barriere: 60 %***
Leoni AG HVB Express Aktienanleihe Protect DE000HVB32V3 11.01.2022 Zinszahlung:
5,05 % p. a.*,
Barriere: 60 %***
Renault S.A. HVB Aktienanleihe DE000HX7H4J0 27.03.2020 Zinszahlung:
11,60 % p. a.*
Tesla Inc. HVB USD Express Aktienanleihe Protect DE000HVB3AM2** 12.04.2022 Zinszahlung:
12,25 % p. a.*,
Barriere: 50 %***
Volkswagen AG (VZ) HVB Express Aktienanleihe Protect DE000HVB3AJ8** 12.04.2023 Zinszahlung:
4,25 % p. a.*,
Barriere: 60 %***

* bezogen auf den Nennbetrag
** Produkt in Zeichnung
*** vom Referenzpreis (Schlusskurs) am anfänglichen Bewertungstag
**** obere Kursgrenze
Die Produktdetails sind auf der Internetseite www.onemarkets.de veröffentlicht; Information zur Funktionsweise des Produkts
Stand: 04.03.2019


Dies ist eine Werbemitteilung. Bitte beachten Sie die wichtigen Hinweise und den Haftungsausschluss. (http://blog.onemarkets.de/wichtige-hinweise-haftungsausschluss/)

Dieser Beitrag erschien zuerst im onemarkets Magazin (HypoVereinsbank - UniCredit Bank AG)

Unter onemarkets wird die europaweite Top-Expertise der UniCredit für Handel, Strukturierung und Vertrieb von Anlageprodukten jetzt zusammengefasst - und kontinuierlich ausgebaut.

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