Bessere Stimmung in der Wirtschaft

Zwischen Konfetti und KI-Sorgen


Die Stimmung an den Börsen blieb am Faschingsdienstag zunächst gedämpft und drehte im späteren Tagesverlauf nach oben. Der DAX ging mit einem Plus von 0,8 % bei fast 25.000 Punkten aus dem Handel. Damit ist der gestern von uns erwähnte närrische Karneval-Trade auf dem besten Weg, um ein weiteres Jahr einen Erfolg zu verbuchen - vorausgesetzt, dass zum heutigen Handelsschluss erneut ein Plus auf der Kurstafel steht. Auch der Euro Stoxx 50 notierte gestern 0,7 % höher bei 6.022 Punkten. Im Gegensatz dazu sorgten an den US-Märkten vor allem Unsicherheiten rund um Chancen und Risiken der zunehmenden KI Nutzung für Zurückhaltung unter Anlegern. Der marginale Anstieg von rund 0,1 % beim S&P 500, Dow Jones und an der Tech-Börse Nasdaq wirkten eher wie ein technischer Rebound als der Beginn eines neuen Aufwärtsimpulses. Zusätzlich richtete sich der Blick der Investoren verstärkt auf die geopolitische Lage. In Genf haben die USA und der Iran ihre indirekten Gespräche über das Atomabkommen wieder aufgenommen. Insiderkreisen zufolge will Teheran innerhalb der kommenden zwei Wochen konkrete Vorschläge vorlegen, um die bestehenden Differenzen mit Washington zu überbrücken. Die Aussicht auf Fortschritte im Atomkonflikt belastete die als sichere Häfen geltenden Edelmetalle: Gold gab rund 2 % nach, Silber rutschte um 3 % ab. Auch die Energiepreise standen unter Druck - die Ölnotierung für Brent sank um rund 2 %.

Positive Signale für die Konjunktur

Nach einem deutlichen Anstieg im Januar trübte sich der Konjunkturoptimismus für die deutsche Wirtschaft im Februar wieder leicht ein. Der ZEW-Indikator für die Aussichten in den kommenden sechs Monaten fiel um 1,3 Punkte auf 58,3 Zähler. Damit notiert das an den Finanzmärkten stark beachtete Barometer hierzulande weiterhin so hoch wie seit dem Abklingen der Corona-Pandemie im Sommer 2021 nicht mehr. Die aktuelle Lage schätzten die 176 befragten Investoren und Analysten hingegen deutlich positiver ein: Die Lagebeurteilung stieg im negativen Bereich um 6,8 Punkte auf -65,9 Zähler. Die Stabilisierung der Erwartungen und die Verbesserung der Lage unterstreichen einmal mehr, dass die Erholung der deutschen Wirtschaft allmählich Tritt fasst. In dieser Hinsicht hat die DIHK jüngst ihre Konjunkturprognosen für dieses Jahr angehoben - von bisher 0,7 % auf ein BIP-Wachstum von 1,0 %. Die DIHK-Umfrage unter rund 26.000 Unternehmen aus allen Branchen und Regionen zeigt exemplarisch, dass ein Viertel die eigene Geschäftslage zu Jahresbeginn als gut bewertet. Dennoch erwartet ein weiteres Viertel der Unternehmen eine Eintrübung der Wirtschaftslage. Auf der Risikoseite dominieren dabei zwei Faktoren: Die Betriebe verweisen auf konjunkturelle Risiken wie die verhaltene Inlandsnachfrage und auf strukturelle Belastungen in Form gestiegener Arbeitskosten. Hinzu kommen politische und kostenseitige Unsicherheiten: 58 % sehen sich durch unklare wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen beeinträchtigt, 48 % durch das anhaltend hohe Niveau der Energie- und Rohstoffpreise. Derweil sorgen die Bemühungen der EU für mehr Freihandelsabkommen für mehr Optimismus bei den exportorientierten Unternehmen. Die Exportaussichten für die kommenden zwölf Monate verbesserten sich für 22 % der Betriebe - drei Prozentpunkte höher als in der Herbstumfrage.

US-Daten im Fokus


Auch heute bleiben die Märkte in China, Hongkong, Taiwan, Südkorea, Singapur und Vietnam aufgrund der Neujahrsfeierlichkeiten geschlossen. In den USA werden im Tagesverlauf mehrere Konjunkturindikatoren veröffentlicht, darunter vor allem Daten aus der Bauwirtschaft und der Industrie. Zudem legen heute die Unternehmen Glencore, Orange und Booking Holdings ihre Geschäftszahlen vor.


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